Buch & Kritik 2012

Freitag, 12.10.12, 20 Uhr, Raum IG 311 im I.G.Farben-Haus der Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1: „Alles falsch. Auf verlorenem Posten gegen die Kulturindustrie“ Buchpräsentation mit dem Herausgeber Dirk Braunstein (Bochum).

Während es üblich geworden ist, innerhalb der Kulturwaren zu differenzieren, um so deren vermeintliche Freiheitspotentiale zu entdecken, läßt sich die Kulturindustrie als das kritisieren, was sie ist: Produkt und zugleich Produzentin des falschen Ganzen, als das sie Adorno zu seiner Zeit verurteilte. Konnte er jedoch noch damit rechnen, durch Übertreibung ihre Wahrheit zu treffen, hat die Kulturindustrie unterdessen ihren eigenen Superlativismus übertroffen.

Wenn sich die deutsche kulturschaffende Intelligenz mit demjenigen befaßt, der die Kulturindustrie zuallererst auf ihren Begriff brachte, wird es finster im Lande. Mit dem hundertsten Geburtstag Adornos im September 2003 war ein gerne genutzter Anlaß gefunden, die Kritische Theorie der Gesellschaft auf das eigene Niveau des unverbindlichen Geschwätzes herunterzuziehen und den Philosophen und Soziologen Adorno zum »Teddie« sowie das bestehende Elend zur besten aller Welten zu machen: Kapitalismus, Barbarei, Auschwitz – alles halb so wild und Adorno ein unverbesserlicher Pessimist und Miesmacher.

Das kurrente Philosophiegewerbe ist Teil gerade jener Kulturindustrie, die man hierzulande so gerne in den USA am Werke sieht. Der New-Yorker »Anbruch« registrierte allerding die deutsche »Adorno-Industrie«, derweil im »Spiegel« hingegen eitel Freude darüber herrschte, daß die Feierlichkeiten »nun auch den privaten Theodor Wiesengrund-Adorno« in der Vordergund gerückt hatten. Wird dort Kritik daran geübt, daß die Appartschiks der Kulturindustrie Adorno schlicht überrannt und gefleddert haben, wird hier ein Einvernehmen darüber hergestellt, daß das Private offiziell und das Offizielle, alles, was man ›Werk‹ nennen könnte, privatistische Angelegenheit spinnerter ›Adorniten‹ sei.

Der Vortrag von Dirk Braunstein zeigt, wie dieses Einvernehmen hergestellt wird und was das für die Kritik der Kulturindustrie im besonderen sowie für Gesellschaftskritik im allgemeinen bedeutet. 

Dirk Braunstein promovierte über Adornos Ökonomiekritik, ist Gastwissenschaftler am Institut für Sozialforschung und lebt in Bochum.

  

Samstag, 13.10.12, 20 Uhr, Raum IG 311 im I.G.Farben-Haus der Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1: „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ Buchpräsentation mit dem Herausgeber Stephan Grigat (Wien) und dem Autor Clemens Nachtmann (Graz).

Der Band Postnazismus revisited versammelt Beiträge, die grundlegende Überlegungen zum Nachleben des Nationalsozialismus in den postfaschistischen Gesellschaften anstellen. Sie setzen sich sowohl mit der modernisierten Vergangenheitspolitik in Deutschland als auch den Erfolgen der FPÖ unter und nach Jörg Haider auseinander. Die Aufsätze beinhalten Gedanken zur Kritik des Postnazismus im Zeitalter des Djihadismus und formulieren eine Kritik am „Islamophobie“-Begriff vor dem Hintergrund der Diskussionen über den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik.

Eine zentrale These des Bandes lautet, dass eine global orientierte Kritik der postnazistischen Konstellation konstatieren muss, dass sich das Zentrum der offenen antisemitischen Agitation nach 1945 von Europa in den arabisch-islamischen Raum verschoben hat. Nachdem die Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen Massenmord steigern kann, sondern auch, dass man dafür selbst nach der totalen militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was für eine ungemeine Attraktivität eine derartig pathologische, sowohl mörderische als auch selbstmörderische Krisenlösungsstrategie für antisemitische Massenbewegungen und Banden in anderen Weltregionen haben musste.

Clemens Nachtmanns Beitrag „Von der postnazistischen Demokratie zum Karneval der Kulturen“ ist eine Anstrengung, der bundesdeutschen Gesellschaft, die sich immer weiter vom Tatort ihres Gründungsverbrechens, Auschwitz“, entfernt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die totalitäre Kulturalisierung aller Lebensbereiche gelegt, vermittels welcher der postfaschistische „Konsens der Demokraten“ sich runderneuert präsentiert und zugleich zu seinen Ursprüngen zurückfindet. Enttäuscht werden wird, wer sich eine „klassisch antideutsche“ Tirade gegen Deutschland und seine angebliche „Besonderheit“ erhofft: aufgezeigt wird vielmehr, daß der Begriff des Postfaschismus schon immer auf eine internationale Konstellation zielte, die heute in seiner Verallgemeinerung zu sich kommt.

Stephan Grigat hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. 

Clemens Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas und lebt als Komponist und Dozent für Musiktheorie in Graz.

Veranstalter: Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus und Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Jugendpresse Hessen

Kein Adorno-Preis für Antisemiten!  

                                                                                                                                                                          „Du müßtest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“[1] (T. W. Adorno)

Am  11. September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit 2001 der Tag des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der Philosophin und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler, der Adorno-Preis in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut dem dafür zuständigen Kuratorium, dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des Instituts für Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, ist Butler „eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit“.

Das ist wahr und gelogen zugleich, präziser noch: es ist wahr, weil es gelogen ist. Gelogen – weil der Sachgehalt von Butlers Denken in derart evidenter und eklatanter Weise unmaßgeblich ist, daß es sich vorab verbieten müßte, es in einem Atemzug mit der kritischen Theorie Adornos zu erwähnen.[2] Ein Denken nämlich, das erklärtermaßen und für einen jeden Alphabetisierten nachlesbar jeden einzelnen Begriff und ausgeführtes Denken erst recht vorab in eine übergreifende Ursprungsmacht auflöst, die der philosophierende Faschist Heidegger – Butlers denkerische Referenz – das „Sein“ nannte und die bei Butler postfaschistisch runderneuert als machtgestützter „Diskurs“ wiederkehrt; ein Denken, in dem es folglich keine Differenz, damit aber auch keine bestimmbare Vermittlung zwischen Begriff und Sache gibt und das deshalb bereits die einfachen logischen Formen von Urteil und Kritik, die solcher Differenz sich verdanken, aus sich verbannen muß – ein solches Denken hat es sich mit Fug und Recht verdient, eine unkritische Theorie par excellence genannt zu werden.

Butlers Ansatz, das Denken mithilfe des Denkens abzuschaffen, hat mit Adornos Versuch, mit dem Begriff gegen den Begriff um des Nicht-Identischen willen zu denken, ungefähr soviel zu tun wie Jean Sibelius mit klassischer oder Arvo Pärt mit neuer Musik: nämlich gar nichts. Das zutiefst Primitive und Gewalttätige von Butlers Unternehmung manifestiert sich in der Sprache, die ihr notwendig zu einem gespreizten und gezierten Jargon gerät, zu einer Art Ästhetisierung der Behördensprache, mit deren Hilfe die bürokratisch-verfügende Selbstauslöschung des Denkens zum Genuß und inneren Erlebnis wird. Statt zu erzählen, statt in Begriffen sich prozessual zu entfalten und diese im Laufe ihres Fortgangs zu erhellen, ist Butlers Sprache schlicht eine Aneinanderreihung von Imponiervokabeln wie „Performanz“, „Diskurs“, „Macht“, „Gender“, „Dekonstruktion“ – allesamt verdinglichte und appellative Schlagworte, „Tickets“ im Sinne Adornos, deren Gehalt gleichgültig ist und die der Philosophin und ihrer Gemeinde vielmehr als Erkennungszeichen dafür dienen, daß beide denkerisch up to date sind und zum Kreis der Eingeweihten gehören. Butlers affirmative Sprache und ihr miserabler Stil hätten allein schon hinreichen müssen, ihr auf keinen Fall einen Preis zu überreichen, der nach einem Philosophen benannt ist, der zu den brilliantesten Stilisten nicht zuletzt deswegen gehörte, weil er, an Karl Kraus geschult, nur zu gut wußte, daß Phrase und Jargon die geistige Abschlagszahlung auf Gewalt und Barbarei darstellen.

Aber seien wir gerecht: die Begründung der Jury ist nur allzu wahr, in einer Weise allerdings, wie die Juroren es wohl nicht gemeint haben – denn in der Tat hat Butler mit ihrem primitiven Denken und ihrem schlechten Stil „maßgeblich“ dazu beigetragen, diesen postmodernen Jargon zu etablieren, der mittlerweile nicht mehr an der Akademie, wo er alle Fachbereiche rettungslos durchtränkt hat, gepflegt wird, sondern von den Kommandohöhen des Staates bis tief hinunter zu Erna und Otto Normalvergaser nachgeplappert wird. Kein Wunder, daß gerade die von Butler maßgeblich geprägte „Postmoderne“ zur wahren Popularphilosophie unserer Zeit avanciert ist – denn sie hat den Einspruchscharakter des kritischen Denkens aufgegeben und eignet sich deshalb bestens als Legitimationsinstrument im Verdrängungswettbewerb panischer Subjekte. Was Butler und ihre Brüder und Schwestern im Geiste von jedwedem Denken behaupten: daß über dessen Geltung lediglich das Recht des Stärkeren entscheidet, weil jegliche „Wahrheit“ bloß ein Jeton im ewigen Kampf um Benennungsmacht ist – auf ihr Denken trifft diese These tatsächlich und ganz ungeschmälert zu.

Ein Denken, das so konzipiert ist und sich explizit dazu hergibt, als Beute des Stärkeren zu fungieren, ist aber der adäquate geistige Überbau von Rackets, zu denen sich krisengeschüttelte Subjekte zusammenrotten, die es danach drängt, unter Berufung auf die ewigen Ursprungsmächte ihren Haß auf jedwede Vermittlung an denjenigen auszuagieren, die traditionell als Agenten der Vermittlung identifiziert werden. Kein Wunder daher, daß Butler, ganz der Logik ihres Denkens folgend, für die schlimmsten unter diesen Banden nichts als Solidarität und Empathie übrig hat:

“Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.”[3] (J. Butler)

Hamas und Hisbollah sind antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist Israel zu zerstören: Butler weiß das, sonst müßte sie nicht dafür werben, sie endlich als „soziale Bewegungen“ anzuerkennen. Dabei ist es aber keineswegs so, daß sie das mörderische Treiben von Hamas und Hisbollah um des „Sozialen“ willen nur billigend in Kauf nimmt – ihre eigenen politischen Aktivitäten sprechen vielmehr dafür, daß sie im Töten von Juden den eigentlich progressiven sozialen Gehalt dieser Banden erblickt, weil er die praktische Umsetzung dessen ist, was sie einstweilen nur ideologisch propagiert: die Delegitimierung Israels. Anstatt nämlich gegen die tatsächliche Unterdrückung etwa von Frauen und Schwulen in arabischen Ländern zu agitieren, hetzt sie gegen Israel als ein angebliches „Apartheidsregime“, wie es in Südafrika bestand[4], unterstützt das Russell-Tribunal on Palestine[5] und wirft Israel „Pinkwashing“ vor: Die Unterstützung der Rechte von Homosexuellen allein der Propaganda wegen.[6] Den War on Terror nach dem 11. September vergleicht sie mit dem Krieg der Nazis gegen die Juden [7] und empört sich über die Tötung Bin-Ladens.[8] Sie publiziert auf der antisemitischen Homepage Mondoweiss[9] und ist eine der prominentesten Aktivistinnen der Campaign of Boycotts, Divestment and Sanctions against Israel, der sogar ausgewiesene Israel-Hasser wie Noam Chomsky oder Norman Finkelstein mittlerweile Antisemitismus vorwerfen.[10] Innerhalb dieser Kampagne ruft sie ganz unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und kulturellen Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die Forderung auf Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge, die geplante Zerstörung des jüdischen Staates.[11] Dies propagiert sie dann bei Gastauftritten u.a. an der palästinensischen Bir Zeit Universität, wo sonst Terroristen rekrutiert und geehrt werden[12] oder in einer Traueranzeige im International Herald Tribune am israelischen Unabhängigkeitstag.[13]

 „Wir machen uns schreckliche Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind, dass sie die Situation halten können.“[14] (T. W. Adorno)

Es ist sehr einfach: es ist der blanke Hohn, einer Denkerin, die sich für den Boykott des jüdischen Staates engagiert und zu diesem Zweck mit antisemitischen Terrorbanden fraternisiert, einen Preis zu verleihen, der nach jemand benannt ist, dessen Denken wie kein anderes die unbedingte Gegnerschaft zum Antisemitismus und zum antijüdischen Terror vertritt und für den deswegen die Existenz Israels als "Heimstätte zahlloser vor dem Grauen geflohener Juden" (T.W. Adorno) und damit auch die Notwendigkeit seiner bewaffneten Selbstbehauptung außer Frage stand, d.h. niemals Verhandlungsgegenstand eines sogenannten "Diskurses" war.

 

Initiative „Adorno gegen seine Preisträger verteidigen!“



[1]Adorno in einem Brief an Marcuse, indem er sich auf das Niederbrüllen des israelischen Botschafters durch Studenten an der Universität Frankfurt bezieht. Kraushaar (Hrsg.) 1998: Frankfurter Schule und Studentenbewegung. Bd. 2, 652

[2] Ebenso wie andere Preisträger und Israel-Hasser vor ihr, z.B. Jean-Luc Godard:  http://jungle-world.com/jungleblog/1779/ 

[3] http://radicalarchives.org/2010/03/28/jbutler-on-hamas-hezbollah-israel-lobby/

[4] http://toronto.nooneisillegal.org/node/572                           

[7]http://clemensheni.net/2012/06/08/the-german-city-of-frankfurt-awards-the-professor-of-parody-and-hatred-of-israel-judith-butler/  

[8] http://www.whiterabbitesla.com/wp-content/uploads/2011/06/Interview-with-Judith-Butler1.pdf

[9] http://yaacovlozowick.blogspot.co.il/2012/04/mondoweiss-vipers-nest-of-antisemites.html

[10] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/153042#.UEoAACJ982w

[12] http://www.birzeit.edu/news/20766/news

[13] http://www.pngo.net/data/files/english_statements/08/PNGO-THT-HP5208%282%29.pdf

[14] Adorno in einen Brief an Tobisch bezugnehmend auf den Sechstagekrieg. Adorno/ Tobisch 2003: Der private Briefwechsel. 197




Adorno

Adorno gegen seine Preisträger verteidigt
 
Gegenveranstaltung zur Preisverleihung an Judith Butler  
Vorträge und Diskussion mit Alex Gruber (Wien) & Magnus Klaue (Berlin)
Dienstag, 11.09.12, 20.00 Uhr

Café Kommunikationszentrum, Studierendenhaus der Universität Frankfurt a. M., Mertonstraße 26-28


Alex Gruber: Zur Austreibung des Objekts - Judith Butlers postmoderne Affirmation des Bestehenden

Was Adorno in Bezug auf die Semantik der analytischen Philosophie, an die Judith Butler etwa in "Haß spricht" kritisch anschließt, bezogen feststellt, gilt in verstärktem Maße auch für die Diskurs- und Anredetheorie der poststrukturalistischen Denkerin: Ihre isolierende Sprachkritik ist durch den Charakter des Fetischismus bestimmt. Butler glaubt im Rückgriff auf John L. Austins Sprechakttheorie, dass „Trübungen und Trugtendenzen, die an der Sprache zu beobachten sind“ in der zum Diskurs ontologisierten Struktur der Sprache angelegt sind, „anstatt dass die Worte stets gesehen werden als ein Wechselspiel, als ein Kraftfeld zwischen dem was sie in der Sprache sind, und dem was sie bedeuten, was eben die reale Gesellschaft ist“ (Adorno). Vielmehr ist von Butler das Kommunikationsmittel Sprache gleichsam absolut gesetzt; so absolut dass sie keinerlei Gegenständlichkeit außerhalb der Sprache gelten lassen und jede Annahme eines Außersprachlichen als unzulässige Essentialisierung oder Substantialisierung austreiben möchte. Diese dekonstruktivistische Jagd auf den Vorrang des Objekts ist es zugleich auch, worin jenes Drängen zur Praxis fundiert ist, welches Judith Butlers Theorie charakterisiert und ihr das Flair der Kritikerin verschafft - während es doch nur die zur Tat schreitende Verdopplung der gesellschaftlichen Naturbeherrschung darstellt.

Magnus Klaue: Leib ohne Gewicht - Judith Butlers Körperpolitik

Zu Beginn ihres Buches "Das Unbehagen der Geschlechter" stellt Judith Butler ausdrücklich fest, sie verstehe sich nicht als "Feministin". Feminismus ist für sie Ausdruck einer repressiven "Identitätspolitik", die letztlich nichts anderes als die Durchsetzung schnöder Interessen betreibe und die einzelnen Frauen zu diesem Zweck auf ein gemeinsames, vermeintlich ontologisches Prinzip des "Frauseins" verpflichte. Butler selbst setzt dem jedoch keinen Begriff von Individualität entgegen, der über die Ontologie des Geschlechtscharakters hinausweist, sondern plädiert in letzter Konsequenz für den Rückbau selbst noch der Residuen von Individualität, die im bürgerlichen Geschlechtscharakter angelegt sind, zugunsten einer partikularistischen "Vielheit" fluider Rollenmuster. Die regressiven Implikationen dieser "Körperpolitik" lassen sich besonders anschaulich an Butlers Exorzismus des Leibbgeriffs zeigen: Indem sie den pauschal als theologisch oder zumindest metaphysisch denunzierten Begriff des Leibs zugunsten eines als krudes Material gesellschaftlicher Zurichtung aufgefassten "Körpers" preisgibt (geschlechtertheoretisch zeigt sich dies an der Ersetzung des Sexus durch "Gender"), tilgt sie jede Möglichkeit der reflektierenden Erinnerung an die erste Natur im Menschen durch blinde Affirmation der zweiten Natur, der auch ausgeliefert sei, wer der schlechten Vergesellschaftung widerstehen wolle.

Veranstalter: Initiative „Adorno gegen seine Preisträger verteidigen!“
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt und Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen


Kundgebung:
Kein Adorno-Preis für Judith Butler!
Dienstag, 11.09.12, 16.00 Uhr
Paulsplatz in Frankfurt a. M.


„Du müßtest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“ (T. W. Adorno)

Am 11. September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit 2001 dem Tag des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der Philosophin und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler, der Adorno-Preis in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut dem Kuratorium, dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des
Instituts für Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit.

“Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.” (J. Butler)

Hamas und Hisbollah sind antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist, Israel zu zerstören. Butler bevorzugt jedoch, Israel mit der Apartheid in Südafrika zu vergleichen, anstatt die tatsächlich undemokratischen und Minderheiten unterdrückenden arabischen Nachbarstaaten und Rackets anzugreifen. Den War on Terror nach dem 11. September vergleicht sie dafür mit dem Krieg der Nazis gegen die Juden, so daß aus den eigentlichen antisemitischen Tätern die „Juden von heute“ werden. Butler ist zudem eine der prominentesten Aktivistinnen der Campaign of Boycotts, Divestment and Sanctions against Israel. Innerhalb dieser Kampagne ruft sie ganz unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und kulturellen Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die Forderung nach Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge die geplante Zerstörung des jüdischen Staates. Adorno musste vor dem Boykott und der Verfolgung der Juden durch die Nazis fliehen, um der Ermordung zu entgehen. Butler unterstützt heute den Boykott des jüdischen Staates und verharmlost Gruppen, deren Ziel es ist, möglichst viele Juden zu töten. So jemandem darf kein Preis verliehen werden, der nach einem Philosophen benannt ist, welcher wie kein anderer für die Kritik des antisemitischen Terrors steht.

„Wir machen uns schreckliche Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind, dass sie die Situation halten können“ (T. W. Adorno)

Veranstalter: Bündnis "Kein Adorno-Preis für Judith Butler!"

 



Arno Lustiger

Arno Lustiger (07.05.1924 - 15.05.2012)


Veranstaltungsreihe „Kunst & Kritik“


„Das perennierende Leiden hat soviel Recht auf Ausdruck wie der Gemarterte zu brüllen. Deshalb mag falsch gewesen sein, nach Auschwitz ließe kein Gedicht mehr sich schreiben. Nicht falsch aber ist die minder kulturelle Frage, ob nach Auschwitz noch sich leben lasse (...).“ (Adorno, Negative Dialektik)


Di., 24.04., 20 Uhr, „Godard glaubt an das Filmbild, ich an die historische Tatsache“ (Claude Lanzmann). Über eine Kontroverse um Bilder, die die Wirklichkeit nicht zeigen dürfen. Vortrag von Christoph Hesse (Berlin), I.G.Farben-Campus der Universität Frankfurt, Raum IG 251, Grüneburgplatz 1.  

 „Was ist das Kino?“ lautet eine im Zwischentitel eingeblendete Frage in Jean-Luc Godards Histoire(s) du cinéma; gestellt in Anspielung nicht nur auf die Frage des Abbé Sieyès nach dem Dritten Stand am Beginn der Französischen Revolution, sondern auch auf ein gleichnamiges Buch des Filmkritikers André Bazin, ohne den Godard wohl nie im Leben einen Film gemacht hätte. Antwort: „Nichts. – Was will es? Alles. – Was kann es? Etwas.“ Was dieses Etwas sei, das der Film im Unterschied etwa zum Denken und Schreiben vermag, darüber zerbrechen sich Theoretiker die Köpfe, während das Filmpublikum offenbar genau weiß, warum es Bilder und Töne den umständlich vorgetragenen Worten und Gedanken vorzieht.
Godard selbst begann darüber eine Auseinandersetzung mit Claude Lanzmann, der in Shoah gezeigt hatte, was ein Film – vor die scheinbar unlösbare Aufgabe einer Darstellung von Auschwitz gestellt – könne und was nicht. Godard hielt dagegen, Lanzmann habe in diesem Film überhaupt nichts gezeigt. Wie die seither fortgesetzte Kontroverse immerhin zeigt, geht es bei dem gegen Lanzmann erhobenen Vorwurf eines Bilderverbots um etwas anderes als filmtheoretische Spitzfindigkeiten. Der Partisan des Bildes und der des Wortes, wie Godard es nannte, haben sich in vertauschten Rollen schon in den frühen 1970er Jahren zu erkennen gegeben, als Lanzmann ein Bild Israels entwarf und Godard das Wort ergriff, um die von ihm selbst aufgenommenen Bilder der gescheiterten palästinensischen Revolution lesbar zu machen.


Di., 15.05., 20 Uhr, „Quälbarer Leib – Adornos kategorischer Imperativ nach Auschwitz und die Kunst“, Buchpräsentation mit Gerhard Scheit (Wien), I.G.Farben-Campus der Universität Frankfurt, Casino Raum 1.811, Grüneburgplatz 1.


Es hätte der literarischen „Vernichtungsgewinnler“ (Carl Wiemer) nicht bedurft, um zu verstehen, warum Adorno Sartres Erkenntnis emphatisch zustimmen musste: „Niemand aber sollte auch nur einen Moment glauben, man könnte einen guten Roman zum Lobe des Antisemitismus schreiben.“ Der Umkehrschluss allerdings wäre falsch: Ein Roman gegen den Antisemitismus ist darum noch kein guter Roman.
Es ist nicht die Frage, ob der kategorische Imperativ nach Auschwitz in der Kunst sozusagen ausgeknipst werden kann oder nicht – das ist der Modus der Kulturindustrie (aus: Jurassic Park; ein: Schindlers Liste) –, sondern inwiefern er ihr als Bedingung der Möglichkeit, der Möglichkeit ihrer Autonomie, zugrunde liegt. „Nach Auschwitz ist kein Gedicht mehr möglich, es sei denn auf Grund von Auschwitz.“ (Peter Szondi) Dieser Grund aber ist die potentielle Form des Gedichts oder er ist nirgendwo. Kunstwerke, soweit sie heute ihrem eigenen Begriff noch gerecht werden können –  schon darin fällt es schwer, Gedicht, Roman, Musik, Bild … in eins zu setzen, so sehr ist dieses „auf Grund von Auschwitz“ mit dem je eigenen, unübertragbaren Gefüge verschmolzen – sind gleichsam von sich aus „eingerichtet“, dass es nicht sich wiederhole, wenn sie nur endlich beim Wort genommen würden, was weder in der Hand des Künstlers liegt noch an dessen Intentionen unmittelbar abzulesen ist.
Die Konstellation gilt in bestimmtem, zu bestimmenden Sinn auch für den Imperativ Kants und den von Marx. Nur: im Ästhetischen wird immer auch die bloße Armatur des Imperativs überschritten, die Abstraktheit seiner Formulierung, in Richtung auf eine Versöhnung, die den Imperativ überflüssig machte. Daher der Eindruck, dass es ihn gerade hier nicht geben könne, er hier nicht zugrunde liegen würde.
Symptomatisch darum, wie man heute Adornos kategorischen Imperativ zumal in den Fragen des Ästhetischen auseinanderbrechen möchte: Wird auf der einen Seite das Moment des Hinzutretenden als „Leibhaftes“ fallengelassen, findet sich auf der anderen auch der Freiheitsbegriff, den ein Imperativ immer schon voraussetzt, unterschlagen.



Sa., 02.06., 13-18 Uhr, „Autonomie als Programm. Über die Anfänge der neuen Musik bei Beethoven und Berlioz“, Vortrag von Clemens Nachtmann (Graz), Raum 20/ 21, Gebäude 2 der Fachhochschule Frankfurt, Nibelungenplatz 1. Anmeldung erbeten: prozion@gmx.de

Musikwissenschaftler denken einen ihrer bevorzugten Gegenstände, die Musik in der Epoche der harmonischen Tonalität, ebenso wie die Ökonomen den ihren, die Wirtschaft: nämlich als ein „an sich“ harmonisches Ganzes, in dem alle Widersprüche sich am Ende gegenseitig ausgleichen und der deswegen nur durch äußerliche, „hinzutretende“, Faktoren in die Krise geraten kann. Die harmonische Tonalität jedoch ist gerade kein mit sich identisches, in Selbstbestätigung verharrendes, sondern ein nicht-identisches, seine eigene Auflösung vorantreibendes System musikalischer Beziehungen: eben ein fundamentaler Krisenzusammenhang. Wenn Ludwig van Beethoven in seiner Musik nach einer zentralen Beobachtung Adornos „Tonalität aus subjektiver Freiheit reproduziert“, dann führt dieses reine musikalische Auskonstruieren elementarer tonaler Grundbestimmungen deshalb virtuell und doch bereits hörbar bereits an die Grenzen jener Tonalität, die als solche dann am Ende des 19.Jahrhunderts tatsächlich außer Kraft gesetzt wird.
Auf der Musik Beethovens liegt der erste Schwerpunkt des Vortrages, weil sie einen musikgeschichtlichen „point of no return“ und virtuell bereits den Umschlagspunkt zur musikalischen Moderne markiert.  In der 3.Symphonie, der sogenannten „Eroica“, namentlich im ersten Satz, gelingt es der Kunstform Musik, am Beginn des bürgerlichen Zeitalters zum ersten Mal in der Geschichte das ungeschmälert einzulösen, was doch seit jeher eine ihrer Grundbestimmungen ist, „weiterzugehen, ein Neues zu werden, sich zu entwickeln… Seit Musik existiert, war sie der wie immer auch ohnmächtige Einspruch gegen Mythos und immergleiches Schicksal, gegen den Tod selber.“ (T. W. Adorno) In Beethoven etabliert sich ein neues emanzipatorisches Zeitgefühl und Zeitbewußtsein, das nichts Gesetztes – kein Motiv, kein Thema, keinen Klang – unbefragt stehen und sich ausbreiten läßt, sondern es durch „Arbeit“ zur fortwährenden Entäußerung, zum permanenten Gestaltwandel anstachelt; was der Musik qua Existenzform als Zeit-Kunst ohnehin zukommt, wird hier auskomponiert: ihr Prozeßcharakter, der nur deswegen an ein Ende kommt, weil die Musik nun einmal auch aufhören muß, „an sich“ jedoch auch weitergehen könnte. Musik wird hier aus ihrer materialen Beschaffenheit heraus, nicht durch Parolen, Programme oder ihr äußerliche weltanschauliche Behauptungen zu einer Spiegelung gesellschaftlicher Vorgänge, indem sie diese überschreitet: einer Spiegelung der bürgerlichen Gesellschaft, die nach Marx nur existieren kann, indem sie ihre eigenen Produktionsbedingungen fortwährend umwälzt.
Radikal prozeßhafte Musik, wie sie in Beethovens „Eroica“ auf unwiderstehlichste Weise realisiert ist, befreit die Musik von dem ihr konstitutiv fremden Zwang zum Verharren und bringt das musikalische Material zum ersten Mal „zu sich selbst“ – und doch gelingt ihr die Versöhnung des Einzelnen und des Allgemeinen nicht bruchlos: gerade in den auftrumpfenden und beschwörenden  scheint etwas von der Gefährdung und der Angst des Subjekts auf, die es im scheinbar so ungebrochenen „Hochgefühl“ umtreibt.
Für Franz Schubert und Hector Berlioz, deren Komponieren in Zeitgenossenschaft zu Beethoven bzw. sich unmittelbar nach seinem Tod entfaltet, ist diese fragile Versöhnung bereits technisch unmöglich geworden. Beide bewahren den von Beethoven etablierten Stand der Musik gerade dadurch, daß sie ihn nicht konservieren, sondern eingreifend verändern. Namentlich in Berlioz´ Musik, deren Reflexion den zweiten Schwerpunkt des Vortrages bildet, explodiert die musikalische Moderne „im Nu“ noch auf dem Boden der Tonalität. In seiner Musik wird die prozeßhafte Entäußerung des Transzendentalsubjekts in der Zeit, dessen Apologie Beethoven betreibt, durchsichtig aufs empirische Subjekt, wie die literarischen „Programme“ zur seiner Musik bezeugen – ein Subjekt, das die Zeit nicht mehr als linear fortschreitende und sinnerfüllte, sondern als eine Folge von Schocks und disparaten Ereignissen erlebt, die Berlioz etwa mit höchst avancierten musikalischen Schnittechniken und kühnen Überblendungen verschiedener Zeitmaße auskomponiert. Insbesondere in seiner Stellung zur Zeit ist Berlioz seiner Zeit weit voraus und deshalb so gut wie Beethoven, den er beerbt, ein Zeitgenosse. Die Musik beider ist, wie darzustellen sein wird, eine „mit Jetztzeit erfüllte“.


Fr., 06.07., 20 Uhr, „Lob der Kulturindustrie“, Vortrag von Jan Gerber (Halle), Café Kurzschlusz, Gebäude 5 der Fachhochschule Frankfurt, Nibelungenplatz 1.

Wer eine zeitgenössische Ausstellung, Theateraufführung oder ein Konzert besucht, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Die Ausstellungen warten mit den immergleichen Installationen aus Metallschrott, Plastik-Holz-Kombinationen oder flimmernden Bildschirmen auf. Das Theater kommt nicht ohne die permanente Kritik des Dreiklangs aus Medien, Konsum und Globalisierung aus: Es präsentiert sich als kunstgewerbliche Variante der Occupy-Bewegung. Und zeitgenössischen Konzerten gelingt es sogar, den Anspruch der Neuen Musik zu verhunzen – wenn etwa der Starschlagzeuger Martin Grubinger bei seinen Massenevents ein Potpourri aus Schlager, Neuer Musik, Swing, Jazz, Klassik, Welt- und Volksmusik zum Besten gibt. Die zeitgenössischen Kunstwerke sind weder eine Allegorie „scheinlos gegenwärtigen Glücks“, die ihre Sprengkraft, wie Adorno schreibt, gerade daraus zieht, dass sie mit der „tödlichen Klausel des Schimärischen“ behaftet ist: „dass es nicht ist“. Noch findet ein Abarbeiten an der Erfahrung von Leid statt. Stattdessen werden die Verhältnisse bestenfalls verdoppelt. Vom Wahrheitsanspruch des Kunstwerks, der im besten Sinn autoritär war, bleibt nur der Größenwahn des Künstlers – des Malers, Regisseurs, Autors usw. –, der sich in der Regel entweder als Ratgeber des Staates oder gleich ganz als prospektiver Philosophenkönig geriert. Die einschlägigen Produkte ziehen ihren politischen Gehalt weniger aus der Materialgestaltung als aus den aufdringlichen Bekenntnissen ihrer Macher. Selbst die wenigen Werke, die sich dieser Entwicklung entziehen, verdeutlichen aufgrund ihrer schreienden Marginalität, wie sehr die Kunst auf den Hund gekommen ist. So hat sich die Mehrzahl der zeitgenössischen Kunstwerke längst ununterscheidbar von den Produkten der Kulturindustrie gemacht. Es gibt allerdings einen Unterschied: Fernsehen, Kino und Popmusik liefern die Verdopplung der Realität, mit der auch die einschlägigen Theateraufführungen oder Ausstellungen aufwarten, bei aller dringend erforderlichen Kritik in einer anspruchsvolleren Weise. Sie erheben im Unterschied zum zeitgenössischen Kunstbetrieb zumindest noch den Anspruch, das Publikum zu unterhalten. Dieses Amüsement scheitert zwar notwendigerweise. Dennoch ist selbst jede Folge des Marienhofes, der Verbotenen Liebe oder des Großstadtreviers – ganz zu schweigen von den Produkten der viel geschmähten amerikanischen Kulturindustrie – zumindest unterhaltsamer als die neuesten Werke Daniel Kehlmanns, Günther Grass’, Claus Peymanns oder Neo Rauchs.


Veranstalter: Autonome Liste Café Kurzschlusz, Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus & Prozionistische Linke Frankfurt.
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt, Bund Deutscher PfadfinderInnen & Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen.










 


 

Keine Bühne für das iranische Regime!
Kein Platz für Antisemiten und die Mörder der iranischen Opposition auf der Buchmesse!


Mittwoch, 10. Oktober 2012
Infotisch & Kundgebung
Ludwig-Ehrhard-Anlage (gegenüber Messe City-Eingang)
Infotisch: 8:30-16:00 Uhr, Kundgebung: 13:00
Veranstalter: STOP THE BOMB
Unterstützt von: Prozionistische Linke u.a. [mehr]



Butler rennt - Text von Matthias Küntzel, 13.09.12 [mehr].

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Kein Adorno-Preis für Judith Butler" - Video-Aufzeichnung der Kundgebung am 11.09.12 vor der Frankfurter Pauslkirche [mehr].

Hinter dem Ruf nach kommunikativer Verständigung verschanzen sich die Vollidioten
- Redebeitrag der Gruppe Morgenthau auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr].

Judith Butler und der neue antijüdische Diskurs - Redebeitrag von Matthias Küntzel auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr]
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Hat sich Butler neu positioniert? - Text von Matthias Küntzel, 07.09.12 [mehr].

Kein Objekt nirgends. Judith Butler, Adorno und Israel - Text von Alex Gruber und Tjark Kunstreich in der Jungle World, 06.09.12 [mehr].

Ein schlechter Scherz: Adorno, Butler & der Zionismus - Text von Stephan Grigat zur Preisverleihung an Judith Butler, 31.08.12 [mehr].

Judith Butler, the Adorno Prize and the Moral State of the "Global Left"
- Reflections from Richard Landis, member of SPME, 31.08.12 [more].  

SPME zur Erwiderung von Judith Butler auf die SPME-Erklärung
, 31.08.12 [mehr].

SPME-Erklärung zur Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler
, 14.08.12  [mehr].

Kalkulierte Kränkung - Zur Verleihung des Adornopreises an Judith Butler
- Text der Association Antiallemande Berlin, 08.08.12 [mehr].

Never mind the Adorno, here's the Judith Butler
- Text der Gruppe Morgenthau, 08.08.12 [mehr].

Queer gegen Adorno und Israel, Adorno Preisträger unter sich, Micha Brumlik und die Adorno Preisträgerin und Adorno Preis für Hamas Fan - Thomas von der Osten-Sacken auf dem Jungleblog zur Adorno-Preisverleihung an Judith Butler.

Postmoderner Apriorismus
- Zur Anthropologie Judith Butlers von Alex Gruber, 02.11.09 [mehr].

Ethos und Gewalt - Magnus Klaue in der Zeitschrift Konkret 12/03 [mehr].



"Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der Partei Gottes"- Mi., 18.07., 19 Uhr
, Vortrag von Jonathan Weckerle (Berlin) im Café Kurzschlusz, Gebäude 5 der Fachhochschule Frankfurt, Nibelungenplatz  1.

Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs gegründet.  Sie ist der bislang einzig erfolgreiche "Export" der islamischen  Republik Iran, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den
Westen die weltweit agiert. Sie hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch auch die „Partei Gottes“ wurde durch die Umbrüche in  der arabischen Welt erschüttert, wo plötzlich die Bilder und Fahnen  Nasrallahs, Assads und der Islamischen Republik Iran brannten. Dabei hat  Hisbollah sich nicht gewandelt, sondern im Gegenteil die mörderische und selbstdestruktive Dynamik des "Widerstands" gegen Israel konsequent weiterverfolgt. Die „Befreiungsbewegung“ ist dadurch selbst zur größten Gefahr für den Libanon geworden, die oft prognostizierte demokratische Integration der Islamisten ist vollkommen gescheitert, und der nächste Krieg mit Israel mit noch viel größeren Verwüstungen als 2006 wird nicht zuletzt durch die Krise um das iranische Atomprogramm immer wahrscheinlicher.

Jonathan Weckerle ist Politikwissenschaftler und Autor aus Berlin. Er ist Sprecher der Kampagne STOP THE BOMB, Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin und schreibt u.a. für Konkret, Jungle World, Tagesspiegel, Iz3W und Phase2.

Veranstalter_innen: Jugendpresse Hessen, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen, Prozionistische Linke Frankfurt & Honestly-Concerned.


"Eskalation in Nahost?- Israels Sicherheit in einer Region im Umbruch" - Do., 21.06., 18 Uhr, Vortrag von Dr. Dan Schueftan (Haifa) in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Westendstraße 43. Veranstalter: DIG Frankfurt, Mideast Freedom Forum Berlin, Prozionistische Linke Frankfurt und Zionistische Organisation Frankfurt. [mehr]

Die Revolte der Enthemmten
- Konferenz der Redaktion Bahamas am 25./26.05. in Berlin. [mehr]

Israeltag 2012
- Mo., 14.04., 13.00 - 18.30 Uhr am Börsenplatz 4 in Frankfurt a. M. [mehr]

"Frieden durch Sicherheit - Sicherheit durch Frieden"
- 2. Deutscher Israel-Kongress im Congress Center, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt a. M. am 22./23.10.11. [mehr]





"Die Kunst der Freiheit. Autonomie und Engagement nach Sartre und Adorno" -
Konferenz der Sonntagsgesellschaft im Institut Francais de Vienne und der Volkshochschule Hietzing in Wien vom 30.09.-02.10.11. [mehr] 

"Ein denkwürdiger Geburtstag: Gilad wird 25"
- Kundgebung der Pro-Israel-Initiative "Never again" auf dem Maria-Rubens-Platz in Siegen am So., 28.08.11, 15 Uhr. [mehr]

"Die Bedeutung des Staates Israel für die jüdische Diaspora"
- Vortrag von Dr. Shear-Yashuv aus Jerusalem am IG Farben Campus der Universität Frankfurt, Hörsaalzentrum HZ 4, Mo., 27.06.11, 20 Uhr. Veranstaltung der Zionistischen Organisation Frankfurt mit Unterstützung der Initiative Studierender am IG Farben Campus und der Prozionistischen Linken Frankfurt.

Israel-Tag 2011
- Fest der DIG Frankfurt auf dem Rossmarkt in Frankfurt am Di., 10.05.11, ab 12 Uhr. [mehr]

"Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs"
- Kundgebung der Initiative "Never again" und der Kampagne "Stop the bomb" vor der Firma Bergrohr in der Siegstraße 70 in Siegen-Weidenau am Sa., 22.01.11, 14 Uhr. [mehr]

"Auf den Abi gekommen"
- Floris Biskamp auf der Achse des Guten zu einer Veranstaltung der GEW am 25.11.10. mit Abraham Melzer in Frankfurt, 24.11.10. [mehr]

"Die Schande des 09.11. in Frankfurt"
- Ein Teilnehmer berichtet, Henryk M. Broder antwortet. Text auf die Jüdische vom 11.11.10. [mehr]

"Selbstgespräch mit Kronzeuge" - Text von Lizas Welt zur Einladung von Alfred Grosser als Redner zur Gedenkveranstaltung zum 9. November in die Frankfurter Paulskirche, 06.11.10. [mehr]


"Freidenker auf Linie" - Claudio Casula auf dem Blog Spirit of Entebbe zum offenen Brief des Deutschen Freidenker Verbandes an die Teilnehmer des Israelkongresses, 25.11.10. [mehr]
 
Presse über den Israelkongress.
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So., 31.10.10, 12 Uhr: 1. Deutscher Israelkongress. Ort: Saalbau Titus-Forum, Walter-Möller-Platz 2, Frankfurt. [mehr]

Eight year of Wiesenthal Center chasing hate from Frankfurt book fair. [more]

"Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit." Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10. [mehr]

Do., 29.07.10, 13.30 Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort: Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]

"Solidarität mit Israel - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille." Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom  24.06.10. [mehr]  

Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und die Islamische Republik Iran - Vortrag  von Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI, Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]

                                                       
Sa., 19.06.10, 19 Uhr: "Nichts gelernt und nichts vergessen - Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland"  Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum) im Institut für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130, Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist keine Kreuzfahrt"

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum und seinen Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß "die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht. – Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der Initiative Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie"


So., 13.06.10, 14 Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz mit anschließender Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren werden. Interessierte wenden sich bitte an: mailto@jg-ffm.de [mehr]

Sa., 12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel ! - Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte. [mehr]





Studieren nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:
Veranstaltungsreihe der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]

Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa -
Vortrag von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim, Schwälmer Str. 28 in Frankfurt a. M. [mehr]    

Fr., 14.05.10,  11 - 17 Uhr:
Israel-Tag -
Feier von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten, Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache in Frankfurt a. M. [mehr]

Mo., 26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel -
Filmvorführung des Claude Lanzmann Filmes durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut im Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni Frankfurt. [mehr]

Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism!
- Diskussionsveranstaltung der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh (Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]