Buch & Kritik 2014

Verschenkte Gelegenheiten

Donnerstag, 13.02.14, 20 Uhr, Café KoZ, Mertonstraße 26, Frankfurt 
„Verschenkte Gelegenheiten“
Buchvorstellung und Diskussion mit Magnus Klaue (Berlin)

 

In einer Welt, in der sie nicht nur, wie früher auch schon, mit gesellschaftlicher Ohnmacht geschlagen, sondern zum objektiven Anachronismus, zur nur noch lästigen Erinnerung an Unabgegoltenes wurde, ist kritische Theorie zur Parodie ihrer selbst heruntergekommen: Sei es, daß man sie durch mehr oder minder redliche akademische Pflege als immer noch bessere Alternative im Angebot der Denkstile konserviert; sei es, daß man sie als Statthalter einer obskuren intellektuellen Radikalität und Militanz mißversteht, die in Wahrheit nur als Obsession ihrer Verfechter existiert; sei es, daß man sie als Kampfplatz um die jeweils neuesten geistigen Bekenntnisse und Distinktionen in den Dienst nimmt. Nur mehr von marginalen Splittergruppen und aggressiv oder tiefsinnig herumräsonierenden Lesekreisen ernst genommen, verliert sie gerade dadurch ihren Ernst und droht objektiv kryptisch, zu einer besonders elaborierten Form von Obskurantismus zu werden, so daß man, wie Clemens Nachtmann jüngst bemerkte, versucht ist, von der Lektüre Adornos abzuraten, weil Einfalt gegenüber dem Gegenstand offener ist als solches falsche Verstehen. Durch ihre Popularisierung oder vermeintliche Aktualisierung ist dem so wenig abzuhelfen wie durch die immer beliebtere sprachliche Übung, die eigene Sprache durch Nachstellung des "sich" und frankophone Einsprengsel gerade dann bedeutungsschwer zu adornisieren, wenn man dem Gehalt von Adornos und Horkheimers Denken längst abgeschworen hat. Demgegenüber sollte daran erinnert werden, wie kritische Theorie ihren Anfang nahm: weder als sogenannte kritische Gesellschaftstheorie (die vielmehr ihre Schrumpfform ist) noch als Anweisung auf irgendeine Praxis, sondern als freie, das heißt der Sache nicht nur verpflichtete, sondern sich ihr vorbehaltlos hingebende Reflexion der Erfahrung von Wirklichkeit: in Horkheimers "Dämmerung", Adornos "Minima Moralia", Benjamins "Einbahnstraße" und "Berliner Kindheit um 1900" und den Feuilletons Siegfried Kracauers, mit sogenannten unsystematischen, gerade darin aber auf Verbindlichkeit zielenden, in ihrer Subjektivität das bloß Subjektive überschreitenden Texten also, denen die Untrennbarkeit von Sprach- und Denkform stets gegenwärtig blieb. Vortrag und Buch versuchen diesen Zusammenhang zu vergegenwärtigen und auf den Einzelnen zurückzuwenden, weil nur im Einzelnen, nicht in durch Bekenntnisse und gegenseitige Verachtung zusammengehaltenen Gruppen, die Hoffnung bewahrt bleibt, daß es irgendwann doch begriffen wird.

Veranstalter: Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus und Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt und Ca Ira Verlag 




Buch & Kritik 2013

Das Israelpseudos der Pseudolinken

Donnerstag, 10.10.13, 20 Uhr, Café KoZ, Campus Bockenheim der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26:
„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“
Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber (beide Halle/ Saale)


In den Jahren 1969 und 1970 wurden die Bundesrepublik Deutschland und Westberlin von einer beispiellosen antizionistischen Krawall- und Terrorwelle überrollt. Die Täter kamen aus dem Umfeld der Neuen Linken, die ihren zurückhaltenden Proisraelismus nach dem Sechstagekrieg gegen einen vehementen Antizionismus eingetauscht hatte. Vor diesem Hintergrund erschien mit Michael Landmanns Buch „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ eine der ersten kritischen Auseinandersetzungen mit der Israelfeindschaft der Neuen Linken. Mit ihrer antizionistischen Wende, so Landmann, verwandle sich die Protestbewegung von einer „echten“ in eine „Pseudolinke“.

Inzwischen ist die Neue Linke, auf die sich Landmann bezog, zwar verdientermaßen marginalisiert. Sie hat ihre Aufgabe – die Konservierung des Irrsinns von Volk, Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit in einer Zeit, in der kein großer Bedarf danach bestand – jedoch erfüllt. So findet sich der Antizionismus längst nicht mehr nur in linken Klein- und Großsekten wie die der Linkspartei, dem Freiburger „Café Palestine“ oder der antiimperialistischen Schlägertruppe, die vor einigen Jahren in Hamburg die Aufführung von Claude Lanzmanns Film „Pourquoi Israël“ verhinderte. Sondern der antiisraelische Furor ist im politischen Mainstream angekommen, in dem die Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“ ohnehin kaum noch getroffen werden kann. Um die einschlägigen Stereotypen zu hören, muss kein Vortrag eines autonomen oder marxistisch-leninistischen Selbstfindungszirkels mehr besucht werden, sondern es genügt, die „Süddeutsche Zeitung“ aufzuschlagen oder den Bericht über Israel auf „3Sat“ zu schauen.

Aus diesem Grund soll mit Michael Landmann nicht nur einer der ersten linken Kritiker des neulinken Antizionismus gewürdigt werden. Vielmehr soll unter Rekurs auf Landmanns Ausführungen von den Hintergründen des neuen Antisemitismus den Transformationen, die der Israelhass in den letzten vierzig Jahren durchgemacht hat, und der Aktualität der Kritik gesprochen werden.

Es sprechen Anja Worm und Jan Gerber („Materialien zur Aufklärung und Kritik“ Halle/ Saale). Sie sind Herausgeber der Neuauflage von Michael Landmanns „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ (Freiburg: ça ira Verlag 2013) und Curt Geyer u.a.: Fight for Freedom. Die Legende vom „anderen Deutschland“, Freiburg (ça ira Verlag) 2009.





Siegfried Bernfeld


Mittwoch, 19.6.13, 20 Uhr, Café KOZ im Studierendenhaus am Campus Bockenheim der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26: "Theorie und Praxis der Erziehung/ Pädagogik und Psychoanalyse" Buchpräsentation mit dem Herausgeber Rolf Göppel (Heidelberg)

Der österreichische Psychoanalytiker und Reformpädagoge Siegfried Bernfeld wurde am 7. Mai 1892 geboren. Bernfeld war seit seinen frühen Jugendtagen als "Schulkämpfer" in Wien ein Mann voller Phantasie und utopischem Überschwang, ein ausgesprochen kritischer, streitbarer und scharfer Geist. Als Jude, undogmatischer Marxist und Anhänger Freuds, der sich in seinem "Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung" (1925) heftig mit dem pädagogischen Establishment angelegt hatte, blieb ihm eine akademische Karriere verwehrt. Dennoch wurde er als Theoretiker des Jugendalters, als Psychoanalytischer Pädagoge und als Begründer des "Kinderheims Baumgarten" zu einem wichtigen Anreger und wenn man so will zu einem "Klassiker der Pädagogik".

 Der Psychosozial-Verlag Gießen realisiert derzeit unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Herrmann (Tübingen), der den Nachlass von Siegfried Bernfeld verwaltet, eine umfassende zwölfbändige Werkausgabe der Schriften Siegfried Bernfelds. Im Frühjahr 2013 erscheint der Band V dieser Werkausgabe mit dem Titel "Theorie und Praxis der Erziehung / Pädagogik und Psychoanalyse" in welchem neben dem "Sisyphos" auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Texte Bernfelds erstmals publiziert werden. Prof. Dr. Rolf Göppel (Heidelberg) ist Mitherausgeber dieses Bandes und wird über die Konzeption dieses Bandes und die darin enthaltenen Ideen Bernfelds zum Verhältnis von Psychoanalyse und Pädagogik, zur Ausbildung von Psychoanalytischen Pädagogen und zu den Besonderheiten einer psychoanalytischen Kindheitsforschung berichten.

Veranstalter: Initivative Studierender am IG Farben Campus und Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Bundesverband Jüdischer Studierender in Deutschland





Buch & Kritik 2012

Freitag, 12.10.12, 20 Uhr, Raum IG 311 im I.G.Farben-Haus der Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1: „Alles falsch. Auf verlorenem Posten gegen die Kulturindustrie“ Buchpräsentation mit dem Herausgeber Dirk Braunstein (Bochum)

Während es üblich geworden ist, innerhalb der Kulturwaren zu differenzieren, um so deren vermeintliche Freiheitspotentiale zu entdecken, läßt sich die Kulturindustrie als das kritisieren, was sie ist: Produkt und zugleich Produzentin des falschen Ganzen, als das sie Adorno zu seiner Zeit verurteilte. Konnte er jedoch noch damit rechnen, durch Übertreibung ihre Wahrheit zu treffen, hat die Kulturindustrie unterdessen ihren eigenen Superlativismus übertroffen.

Wenn sich die deutsche kulturschaffende Intelligenz mit demjenigen befaßt, der die Kulturindustrie zuallererst auf ihren Begriff brachte, wird es finster im Lande. Mit dem hundertsten Geburtstag Adornos im September 2003 war ein gerne genutzter Anlaß gefunden, die Kritische Theorie der Gesellschaft auf das eigene Niveau des unverbindlichen Geschwätzes herunterzuziehen und den Philosophen und Soziologen Adorno zum »Teddie« sowie das bestehende Elend zur besten aller Welten zu machen: Kapitalismus, Barbarei, Auschwitz – alles halb so wild und Adorno ein unverbesserlicher Pessimist und Miesmacher.

Das kurrente Philosophiegewerbe ist Teil gerade jener Kulturindustrie, die man hierzulande so gerne in den USA am Werke sieht. Der New-Yorker »Anbruch« registrierte allerding die deutsche »Adorno-Industrie«, derweil im »Spiegel« hingegen eitel Freude darüber herrschte, daß die Feierlichkeiten »nun auch den privaten Theodor Wiesengrund-Adorno« in der Vordergund gerückt hatten. Wird dort Kritik daran geübt, daß die Appartschiks der Kulturindustrie Adorno schlicht überrannt und gefleddert haben, wird hier ein Einvernehmen darüber hergestellt, daß das Private offiziell und das Offizielle, alles, was man ›Werk‹ nennen könnte, privatistische Angelegenheit spinnerter ›Adorniten‹ sei.

Der Vortrag von Dirk Braunstein zeigt, wie dieses Einvernehmen hergestellt wird und was das für die Kritik der Kulturindustrie im besonderen sowie für Gesellschaftskritik im allgemeinen bedeutet. 

Dirk Braunstein promovierte über Adornos Ökonomiekritik, ist Gastwissenschaftler am Institut für Sozialforschung und lebt in Bochum.

  

Samstag, 13.10.12, 20 Uhr, Raum IG 311 im I.G.Farben-Haus der Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1: „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ Buchpräsentation mit dem Herausgeber Stephan Grigat (Wien) und dem Autor Clemens Nachtmann (Graz)

Der Band Postnazismus revisited versammelt Beiträge, die grundlegende Überlegungen zum Nachleben des Nationalsozialismus in den postfaschistischen Gesellschaften anstellen. Sie setzen sich sowohl mit der modernisierten Vergangenheitspolitik in Deutschland als auch den Erfolgen der FPÖ unter und nach Jörg Haider auseinander. Die Aufsätze beinhalten Gedanken zur Kritik des Postnazismus im Zeitalter des Djihadismus und formulieren eine Kritik am „Islamophobie“-Begriff vor dem Hintergrund der Diskussionen über den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik.

Eine zentrale These des Bandes lautet, dass eine global orientierte Kritik der postnazistischen Konstellation konstatieren muss, dass sich das Zentrum der offenen antisemitischen Agitation nach 1945 von Europa in den arabisch-islamischen Raum verschoben hat. Nachdem die Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen Massenmord steigern kann, sondern auch, dass man dafür selbst nach der totalen militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was für eine ungemeine Attraktivität eine derartig pathologische, sowohl mörderische als auch selbstmörderische Krisenlösungsstrategie für antisemitische Massenbewegungen und Banden in anderen Weltregionen haben musste.

Clemens Nachtmanns Beitrag „Von der postnazistischen Demokratie zum Karneval der Kulturen“ ist eine Anstrengung, der bundesdeutschen Gesellschaft, die sich immer weiter vom Tatort ihres Gründungsverbrechens, Auschwitz“, entfernt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die totalitäre Kulturalisierung aller Lebensbereiche gelegt, vermittels welcher der postfaschistische „Konsens der Demokraten“ sich runderneuert präsentiert und zugleich zu seinen Ursprüngen zurückfindet. Enttäuscht werden wird, wer sich eine „klassisch antideutsche“ Tirade gegen Deutschland und seine angebliche „Besonderheit“ erhofft: aufgezeigt wird vielmehr, daß der Begriff des Postfaschismus schon immer auf eine internationale Konstellation zielte, die heute in seiner Verallgemeinerung zu sich kommt.

Stephan Grigat hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien. 

Clemens Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas und lebt als Komponist und Dozent für Musiktheorie in Graz.

Veranstalter: Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus und Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Jugendpresse Hessen

Kein Adorno-Preis für Antisemiten!  

                                                                                                                                                                          „Du müßtest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“[1] (T. W. Adorno)

Am  11. September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit 2001 der Tag des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der Philosophin und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler, der Adorno-Preis in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut dem dafür zuständigen Kuratorium, dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des Instituts für Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, ist Butler „eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit“.

Das ist wahr und gelogen zugleich, präziser noch: es ist wahr, weil es gelogen ist. Gelogen – weil der Sachgehalt von Butlers Denken in derart evidenter und eklatanter Weise unmaßgeblich ist, daß es sich vorab verbieten müßte, es in einem Atemzug mit der kritischen Theorie Adornos zu erwähnen.[2] Ein Denken nämlich, das erklärtermaßen und für einen jeden Alphabetisierten nachlesbar jeden einzelnen Begriff und ausgeführtes Denken erst recht vorab in eine übergreifende Ursprungsmacht auflöst, die der philosophierende Faschist Heidegger – Butlers denkerische Referenz – das „Sein“ nannte und die bei Butler postfaschistisch runderneuert als machtgestützter „Diskurs“ wiederkehrt; ein Denken, in dem es folglich keine Differenz, damit aber auch keine bestimmbare Vermittlung zwischen Begriff und Sache gibt und das deshalb bereits die einfachen logischen Formen von Urteil und Kritik, die solcher Differenz sich verdanken, aus sich verbannen muß – ein solches Denken hat es sich mit Fug und Recht verdient, eine unkritische Theorie par excellence genannt zu werden.

Butlers Ansatz, das Denken mithilfe des Denkens abzuschaffen, hat mit Adornos Versuch, mit dem Begriff gegen den Begriff um des Nicht-Identischen willen zu denken, ungefähr soviel zu tun wie Jean Sibelius mit klassischer oder Arvo Pärt mit neuer Musik: nämlich gar nichts. Das zutiefst Primitive und Gewalttätige von Butlers Unternehmung manifestiert sich in der Sprache, die ihr notwendig zu einem gespreizten und gezierten Jargon gerät, zu einer Art Ästhetisierung der Behördensprache, mit deren Hilfe die bürokratisch-verfügende Selbstauslöschung des Denkens zum Genuß und inneren Erlebnis wird. Statt zu erzählen, statt in Begriffen sich prozessual zu entfalten und diese im Laufe ihres Fortgangs zu erhellen, ist Butlers Sprache schlicht eine Aneinanderreihung von Imponiervokabeln wie „Performanz“, „Diskurs“, „Macht“, „Gender“, „Dekonstruktion“ – allesamt verdinglichte und appellative Schlagworte, „Tickets“ im Sinne Adornos, deren Gehalt gleichgültig ist und die der Philosophin und ihrer Gemeinde vielmehr als Erkennungszeichen dafür dienen, daß beide denkerisch up to date sind und zum Kreis der Eingeweihten gehören. Butlers affirmative Sprache und ihr miserabler Stil hätten allein schon hinreichen müssen, ihr auf keinen Fall einen Preis zu überreichen, der nach einem Philosophen benannt ist, der zu den brilliantesten Stilisten nicht zuletzt deswegen gehörte, weil er, an Karl Kraus geschult, nur zu gut wußte, daß Phrase und Jargon die geistige Abschlagszahlung auf Gewalt und Barbarei darstellen.

Aber seien wir gerecht: die Begründung der Jury ist nur allzu wahr, in einer Weise allerdings, wie die Juroren es wohl nicht gemeint haben – denn in der Tat hat Butler mit ihrem primitiven Denken und ihrem schlechten Stil „maßgeblich“ dazu beigetragen, diesen postmodernen Jargon zu etablieren, der mittlerweile nicht mehr an der Akademie, wo er alle Fachbereiche rettungslos durchtränkt hat, gepflegt wird, sondern von den Kommandohöhen des Staates bis tief hinunter zu Erna und Otto Normalvergaser nachgeplappert wird. Kein Wunder, daß gerade die von Butler maßgeblich geprägte „Postmoderne“ zur wahren Popularphilosophie unserer Zeit avanciert ist – denn sie hat den Einspruchscharakter des kritischen Denkens aufgegeben und eignet sich deshalb bestens als Legitimationsinstrument im Verdrängungswettbewerb panischer Subjekte. Was Butler und ihre Brüder und Schwestern im Geiste von jedwedem Denken behaupten: daß über dessen Geltung lediglich das Recht des Stärkeren entscheidet, weil jegliche „Wahrheit“ bloß ein Jeton im ewigen Kampf um Benennungsmacht ist – auf ihr Denken trifft diese These tatsächlich und ganz ungeschmälert zu.

Ein Denken, das so konzipiert ist und sich explizit dazu hergibt, als Beute des Stärkeren zu fungieren, ist aber der adäquate geistige Überbau von Rackets, zu denen sich krisengeschüttelte Subjekte zusammenrotten, die es danach drängt, unter Berufung auf die ewigen Ursprungsmächte ihren Haß auf jedwede Vermittlung an denjenigen auszuagieren, die traditionell als Agenten der Vermittlung identifiziert werden. Kein Wunder daher, daß Butler, ganz der Logik ihres Denkens folgend, für die schlimmsten unter diesen Banden nichts als Solidarität und Empathie übrig hat:

“Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.”[3] (J. Butler)

Hamas und Hisbollah sind antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist Israel zu zerstören: Butler weiß das, sonst müßte sie nicht dafür werben, sie endlich als „soziale Bewegungen“ anzuerkennen. Dabei ist es aber keineswegs so, daß sie das mörderische Treiben von Hamas und Hisbollah um des „Sozialen“ willen nur billigend in Kauf nimmt – ihre eigenen politischen Aktivitäten sprechen vielmehr dafür, daß sie im Töten von Juden den eigentlich progressiven sozialen Gehalt dieser Banden erblickt, weil er die praktische Umsetzung dessen ist, was sie einstweilen nur ideologisch propagiert: die Delegitimierung Israels. Anstatt nämlich gegen die tatsächliche Unterdrückung etwa von Frauen und Schwulen in arabischen Ländern zu agitieren, hetzt sie gegen Israel als ein angebliches „Apartheidsregime“, wie es in Südafrika bestand[4], unterstützt das Russell-Tribunal on Palestine[5] und wirft Israel „Pinkwashing“ vor: Die Unterstützung der Rechte von Homosexuellen allein der Propaganda wegen.[6] Den War on Terror nach dem 11. September vergleicht sie mit dem Krieg der Nazis gegen die Juden [7] und empört sich über die Tötung Bin-Ladens.[8] Sie publiziert auf der antisemitischen Homepage Mondoweiss[9] und ist eine der prominentesten Aktivistinnen der Campaign of Boycotts, Divestment and Sanctions against Israel, der sogar ausgewiesene Israel-Hasser wie Noam Chomsky oder Norman Finkelstein mittlerweile Antisemitismus vorwerfen.[10] Innerhalb dieser Kampagne ruft sie ganz unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und kulturellen Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die Forderung auf Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge, die geplante Zerstörung des jüdischen Staates.[11] Dies propagiert sie dann bei Gastauftritten u.a. an der palästinensischen Bir Zeit Universität, wo sonst Terroristen rekrutiert und geehrt werden[12] oder in einer Traueranzeige im International Herald Tribune am israelischen Unabhängigkeitstag.[13]

 „Wir machen uns schreckliche Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind, dass sie die Situation halten können.“[14] (T. W. Adorno)

Es ist sehr einfach: es ist der blanke Hohn, einer Denkerin, die sich für den Boykott des jüdischen Staates engagiert und zu diesem Zweck mit antisemitischen Terrorbanden fraternisiert, einen Preis zu verleihen, der nach jemand benannt ist, dessen Denken wie kein anderes die unbedingte Gegnerschaft zum Antisemitismus und zum antijüdischen Terror vertritt und für den deswegen die Existenz Israels als "Heimstätte zahlloser vor dem Grauen geflohener Juden" (T.W. Adorno) und damit auch die Notwendigkeit seiner bewaffneten Selbstbehauptung außer Frage stand, d.h. niemals Verhandlungsgegenstand eines sogenannten "Diskurses" war.

 

Initiative „Adorno gegen seine Preisträger verteidigen!“



[1]Adorno in einem Brief an Marcuse, indem er sich auf das Niederbrüllen des israelischen Botschafters durch Studenten an der Universität Frankfurt bezieht. Kraushaar (Hrsg.) 1998: Frankfurter Schule und Studentenbewegung. Bd. 2, 652

[2] Ebenso wie andere Preisträger und Israel-Hasser vor ihr, z.B. Jean-Luc Godard:  http://jungle-world.com/jungleblog/1779/ 

[3] http://radicalarchives.org/2010/03/28/jbutler-on-hamas-hezbollah-israel-lobby/

[4] http://toronto.nooneisillegal.org/node/572                           

[7]http://clemensheni.net/2012/06/08/the-german-city-of-frankfurt-awards-the-professor-of-parody-and-hatred-of-israel-judith-butler/  

[8] http://www.whiterabbitesla.com/wp-content/uploads/2011/06/Interview-with-Judith-Butler1.pdf

[9] http://yaacovlozowick.blogspot.co.il/2012/04/mondoweiss-vipers-nest-of-antisemites.html

[10] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/153042#.UEoAACJ982w

[12] http://www.birzeit.edu/news/20766/news

[13] http://www.pngo.net/data/files/english_statements/08/PNGO-THT-HP5208%282%29.pdf

[14] Adorno in einen Brief an Tobisch bezugnehmend auf den Sechstagekrieg. Adorno/ Tobisch 2003: Der private Briefwechsel. 197




Adorno

Adorno gegen seine Preisträger verteidigt
 
Gegenveranstaltung zur Preisverleihung an Judith Butler  
Vorträge und Diskussion mit Alex Gruber (Wien) & Magnus Klaue (Berlin)
Dienstag, 11.09.12, 20.00 Uhr

Café Kommunikationszentrum, Studierendenhaus der Universität Frankfurt a. M., Mertonstraße 26-28


Alex Gruber: Zur Austreibung des Objekts - Judith Butlers postmoderne Affirmation des Bestehenden

Was Adorno in Bezug auf die Semantik der analytischen Philosophie, an die Judith Butler etwa in "Haß spricht" kritisch anschließt, bezogen feststellt, gilt in verstärktem Maße auch für die Diskurs- und Anredetheorie der poststrukturalistischen Denkerin: Ihre isolierende Sprachkritik ist durch den Charakter des Fetischismus bestimmt. Butler glaubt im Rückgriff auf John L. Austins Sprechakttheorie, dass „Trübungen und Trugtendenzen, die an der Sprache zu beobachten sind“ in der zum Diskurs ontologisierten Struktur der Sprache angelegt sind, „anstatt dass die Worte stets gesehen werden als ein Wechselspiel, als ein Kraftfeld zwischen dem was sie in der Sprache sind, und dem was sie bedeuten, was eben die reale Gesellschaft ist“ (Adorno). Vielmehr ist von Butler das Kommunikationsmittel Sprache gleichsam absolut gesetzt; so absolut dass sie keinerlei Gegenständlichkeit außerhalb der Sprache gelten lassen und jede Annahme eines Außersprachlichen als unzulässige Essentialisierung oder Substantialisierung austreiben möchte. Diese dekonstruktivistische Jagd auf den Vorrang des Objekts ist es zugleich auch, worin jenes Drängen zur Praxis fundiert ist, welches Judith Butlers Theorie charakterisiert und ihr das Flair der Kritikerin verschafft - während es doch nur die zur Tat schreitende Verdopplung der gesellschaftlichen Naturbeherrschung darstellt.

Magnus Klaue: Leib ohne Gewicht - Judith Butlers Körperpolitik

Zu Beginn ihres Buches "Das Unbehagen der Geschlechter" stellt Judith Butler ausdrücklich fest, sie verstehe sich nicht als "Feministin". Feminismus ist für sie Ausdruck einer repressiven "Identitätspolitik", die letztlich nichts anderes als die Durchsetzung schnöder Interessen betreibe und die einzelnen Frauen zu diesem Zweck auf ein gemeinsames, vermeintlich ontologisches Prinzip des "Frauseins" verpflichte. Butler selbst setzt dem jedoch keinen Begriff von Individualität entgegen, der über die Ontologie des Geschlechtscharakters hinausweist, sondern plädiert in letzter Konsequenz für den Rückbau selbst noch der Residuen von Individualität, die im bürgerlichen Geschlechtscharakter angelegt sind, zugunsten einer partikularistischen "Vielheit" fluider Rollenmuster. Die regressiven Implikationen dieser "Körperpolitik" lassen sich besonders anschaulich an Butlers Exorzismus des Leibbgeriffs zeigen: Indem sie den pauschal als theologisch oder zumindest metaphysisch denunzierten Begriff des Leibs zugunsten eines als krudes Material gesellschaftlicher Zurichtung aufgefassten "Körpers" preisgibt (geschlechtertheoretisch zeigt sich dies an der Ersetzung des Sexus durch "Gender"), tilgt sie jede Möglichkeit der reflektierenden Erinnerung an die erste Natur im Menschen durch blinde Affirmation der zweiten Natur, der auch ausgeliefert sei, wer der schlechten Vergesellschaftung widerstehen wolle.

Veranstalter: Initiative „Adorno gegen seine Preisträger verteidigen!“
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt und Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen


Kundgebung:
Kein Adorno-Preis für Judith Butler!
Dienstag, 11.09.12, 16.00 Uhr
Paulsplatz in Frankfurt a. M.


„Du müßtest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“ (T. W. Adorno)

Am 11. September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit 2001 dem Tag des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der Philosophin und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler, der Adorno-Preis in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut dem Kuratorium, dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des
Instituts für Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit.

“Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.” (J. Butler)

Hamas und Hisbollah sind antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist, Israel zu zerstören. Butler bevorzugt jedoch, Israel mit der Apartheid in Südafrika zu vergleichen, anstatt die tatsächlich undemokratischen und Minderheiten unterdrückenden arabischen Nachbarstaaten und Rackets anzugreifen. Den War on Terror nach dem 11. September vergleicht sie dafür mit dem Krieg der Nazis gegen die Juden, so daß aus den eigentlichen antisemitischen Tätern die „Juden von heute“ werden. Butler ist zudem eine der prominentesten Aktivistinnen der Campaign of Boycotts, Divestment and Sanctions against Israel. Innerhalb dieser Kampagne ruft sie ganz unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und kulturellen Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die Forderung nach Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge die geplante Zerstörung des jüdischen Staates. Adorno musste vor dem Boykott und der Verfolgung der Juden durch die Nazis fliehen, um der Ermordung zu entgehen. Butler unterstützt heute den Boykott des jüdischen Staates und verharmlost Gruppen, deren Ziel es ist, möglichst viele Juden zu töten. So jemandem darf kein Preis verliehen werden, der nach einem Philosophen benannt ist, welcher wie kein anderer für die Kritik des antisemitischen Terrors steht.

„Wir machen uns schreckliche Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind, dass sie die Situation halten können“ (T. W. Adorno)

Veranstalter: Bündnis "Kein Adorno-Preis für Judith Butler!"

 



Arno Lustiger

Arno Lustiger (07.05.1924 - 15.05.2012)











 


 

"Israel-Tag 2014" - Börsenplatz, Frankfurt, 14.05.14, 12.00 - 18.30. [mehr]

"Der 'Arabische Frühling' und das iranische Regime"
- Vortrag mit Stephan Grigat im Café KoZ, Mertonstraße 26, Frankfurt, 24.02.14. [mehr] 

Jahrestagung der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie,
Studierendenhaus der Universität Frankfurt, 13./14.12.13. [mehr]


 "Outsourcing des Staates. Direkte Demokratie als permanente Mobilmachung."
- Vortrag mit Clemens, 06.12.13. [mehr]


"Neue Störungsbilder - Mythos oder Realität."
- Fachtagung des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik, Universität Frankfurt, 16.11.13. [mehr]


"Elemente des Antisemitismus" - Transdisziplinäre Veranstaltungsreihe vom 04.11.13 - 12.02.14 an der Universität Frankfurt. [mehr]


"Adolf Hitler, der unmittelbare allgemeine Deutsche. Über die barbarische Dialektik der Souveränität."
- Vortrag mit Joachim Bruhn, 24.10.13. [mehr]


Gegenuni: Theorie Praxis Party- Institut für vergleichende Irrelevanz, 10.06.-22.06.13, Universität Frankfurt a. M.
[mehr]


Israel-Tag - Di., 07.05.13, 12-18.30 Uhr, Börsenplatz, Frankfurt a. M.!
[mehr]


1. Mai Frankfurt a. M. - Stürmische Zeiten! Naziaufmarsch verhindern - Befreite Gesellschaft erkämpfen!
[mehr]


Keine Bühne für das iranische Regime!
Kein Platz für Antisemiten und die Mörder der iranischen Opposition auf der Buchmesse!

Mi., 10.10.12, Ludwig-Ehrhard-Anlage (gegenüber Messe City-Eingang), Infotisch: 8:30-16:00 Uhr, Kundgebung: 13:00
Veranstalter: STOP THE BOMB
Unterstützer: Prozionistische Linke u.a. [mehr]



Butler rennt - Text von Matthias Küntzel, 13.09.12 [mehr].

"
Kein Adorno-Preis für Judith Butler" - Video-Aufzeichnung der Kundgebung am 11.09.12 vor der Frankfurter Pauslkirche [mehr].

Hinter dem Ruf nach kommunikativer Verständigung verschanzen sich die Vollidioten
- Redebeitrag der Gruppe Morgenthau auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr].

Judith Butler und der neue antijüdische Diskurs - Redebeitrag von Matthias Küntzel auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr]
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Hat sich Butler neu positioniert? - Text von Matthias Küntzel, 07.09.12 [mehr].

Kein Objekt nirgends. Judith Butler, Adorno und Israel - Text von Alex Gruber und Tjark Kunstreich in der Jungle World, 06.09.12 [mehr].

Ein schlechter Scherz: Adorno, Butler & der Zionismus - Text von Stephan Grigat zur Preisverleihung an Judith Butler, 31.08.12 [mehr].

Judith Butler, the Adorno Prize and the Moral State of the "Global Left"
- Reflections from Richard Landis, member of SPME, 31.08.12 [more].  

SPME zur Erwiderung von Judith Butler auf die SPME-Erklärung
, 31.08.12 [mehr].

SPME-Erklärung zur Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler
, 14.08.12  [mehr].

Kalkulierte Kränkung - Zur Verleihung des Adornopreises an Judith Butler
- Text der Association Antiallemande Berlin, 08.08.12 [mehr].

Never mind the Adorno, here's the Judith Butler
- Text der Gruppe Morgenthau, 08.08.12 [mehr].

Queer gegen Adorno und Israel, Adorno Preisträger unter sich, Micha Brumlik und die Adorno Preisträgerin und Adorno Preis für Hamas Fan - Thomas von der Osten-Sacken auf dem Jungleblog zur Adorno-Preisverleihung an Judith Butler.

Postmoderner Apriorismus
- Zur Anthropologie Judith Butlers von Alex Gruber, 02.11.09 [mehr].

Ethos und Gewalt - Magnus Klaue in der Zeitschrift Konkret 12/03 [mehr].



"Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der Partei Gottes"- Mi., 18.07., 19 Uhr
, Vortrag von Jonathan Weckerle (Berlin) im Café Kurzschlusz, Gebäude 5 der Fachhochschule Frankfurt, Nibelungenplatz  1.

Die Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs gegründet.  Sie ist der bislang einzig erfolgreiche "Export" der islamischen  Republik Iran, als deren verlängerter Arm im Kampf gegen Israel und den
Westen die weltweit agiert. Sie hat für islamistische Organisationen immer wieder Maßstäbe gesetzt. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah war lange der populärste Führer im Nahen Osten, über den Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar werden seine Reden weltweit ausgestrahlt. Doch auch die „Partei Gottes“ wurde durch die Umbrüche in  der arabischen Welt erschüttert, wo plötzlich die Bilder und Fahnen  Nasrallahs, Assads und der Islamischen Republik Iran brannten. Dabei hat  Hisbollah sich nicht gewandelt, sondern im Gegenteil die mörderische und selbstdestruktive Dynamik des "Widerstands" gegen Israel konsequent weiterverfolgt. Die „Befreiungsbewegung“ ist dadurch selbst zur größten Gefahr für den Libanon geworden, die oft prognostizierte demokratische Integration der Islamisten ist vollkommen gescheitert, und der nächste Krieg mit Israel mit noch viel größeren Verwüstungen als 2006 wird nicht zuletzt durch die Krise um das iranische Atomprogramm immer wahrscheinlicher.

Jonathan Weckerle ist Politikwissenschaftler und Autor aus Berlin. Er ist Sprecher der Kampagne STOP THE BOMB, Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin und schreibt u.a. für Konkret, Jungle World, Tagesspiegel, Iz3W und Phase2.

Veranstalter_innen: Jugendpresse Hessen, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen, Prozionistische Linke Frankfurt & Honestly-Concerned.


"Eskalation in Nahost?- Israels Sicherheit in einer Region im Umbruch" - Do., 21.06., 18 Uhr, Vortrag von Dr. Dan Schueftan (Haifa) in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Westendstraße 43. Veranstalter: DIG Frankfurt, Mideast Freedom Forum Berlin, Prozionistische Linke Frankfurt und Zionistische Organisation Frankfurt. [mehr]

Die Revolte der Enthemmten
- Konferenz der Redaktion Bahamas am 25./26.05. in Berlin. [mehr]

Israeltag 2012
- Mo., 14.04., 13.00 - 18.30 Uhr am Börsenplatz 4 in Frankfurt a. M. [mehr]

"Frieden durch Sicherheit - Sicherheit durch Frieden"
- 2. Deutscher Israel-Kongress im Congress Center, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt a. M. am 22./23.10.11. [mehr]





"Die Kunst der Freiheit. Autonomie und Engagement nach Sartre und Adorno" -
Konferenz der Sonntagsgesellschaft im Institut Francais de Vienne und der Volkshochschule Hietzing in Wien vom 30.09.-02.10.11. [mehr] 

"Ein denkwürdiger Geburtstag: Gilad wird 25"
- Kundgebung der Pro-Israel-Initiative "Never again" auf dem Maria-Rubens-Platz in Siegen am So., 28.08.11, 15 Uhr. [mehr]

"Die Bedeutung des Staates Israel für die jüdische Diaspora"
- Vortrag von Dr. Shear-Yashuv aus Jerusalem am IG Farben Campus der Universität Frankfurt, Hörsaalzentrum HZ 4, Mo., 27.06.11, 20 Uhr. Veranstaltung der Zionistischen Organisation Frankfurt mit Unterstützung der Initiative Studierender am IG Farben Campus und der Prozionistischen Linken Frankfurt.

Israel-Tag 2011
- Fest der DIG Frankfurt auf dem Rossmarkt in Frankfurt am Di., 10.05.11, ab 12 Uhr. [mehr]

"Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs"
- Kundgebung der Initiative "Never again" und der Kampagne "Stop the bomb" vor der Firma Bergrohr in der Siegstraße 70 in Siegen-Weidenau am Sa., 22.01.11, 14 Uhr. [mehr]

"Auf den Abi gekommen"
- Floris Biskamp auf der Achse des Guten zu einer Veranstaltung der GEW am 25.11.10. mit Abraham Melzer in Frankfurt, 24.11.10. [mehr]

"Die Schande des 09.11. in Frankfurt"
- Ein Teilnehmer berichtet, Henryk M. Broder antwortet. Text auf die Jüdische vom 11.11.10. [mehr]

"Selbstgespräch mit Kronzeuge" - Text von Lizas Welt zur Einladung von Alfred Grosser als Redner zur Gedenkveranstaltung zum 9. November in die Frankfurter Paulskirche, 06.11.10. [mehr]


"Freidenker auf Linie" - Claudio Casula auf dem Blog Spirit of Entebbe zum offenen Brief des Deutschen Freidenker Verbandes an die Teilnehmer des Israelkongresses, 25.11.10. [mehr]
 
Presse über den Israelkongress.
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So., 31.10.10, 12 Uhr: 1. Deutscher Israelkongress. Ort: Saalbau Titus-Forum, Walter-Möller-Platz 2, Frankfurt. [mehr]

Eight year of Wiesenthal Center chasing hate from Frankfurt book fair. [more]

"Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit." Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10. [mehr]

Do., 29.07.10, 13.30 Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort: Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]

"Solidarität mit Israel - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille." Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom  24.06.10. [mehr]  

Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und die Islamische Republik Iran - Vortrag  von Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI, Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]

                                                       
Sa., 19.06.10, 19 Uhr: "Nichts gelernt und nichts vergessen - Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland"  Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum) im Institut für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130, Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist keine Kreuzfahrt"

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum und seinen Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß "die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht. – Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der Initiative Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie"


So., 13.06.10, 14 Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz mit anschließender Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren werden. Interessierte wenden sich bitte an: mailto@jg-ffm.de [mehr]

Sa., 12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel ! - Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte. [mehr]





Studieren nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:
Veranstaltungsreihe der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]

Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa -
Vortrag von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim, Schwälmer Str. 28 in Frankfurt a. M. [mehr]    

Fr., 14.05.10,  11 - 17 Uhr:
Israel-Tag -
Feier von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten, Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache in Frankfurt a. M. [mehr]

Mo., 26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel -
Filmvorführung des Claude Lanzmann Filmes durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut im Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni Frankfurt. [mehr]

Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism!
- Diskussionsveranstaltung der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh (Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]