Hätte
das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa,
Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten,
und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm
zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht
mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer
und eine regionale Großmacht war die “Islamische Republik
Iran" in den letzten 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der globalen
Machtstruktur, dem von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit
Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet
wurde. “Iran
im Weltsystem" analysiert neben Perspektiven der neu konstituierten
iranischen Freiheitsbewegung und dem aktuellen Stand des
Nuklearprogramms die globale Bündnispolitik des iranischen
Regimes. Die Beiträge beschreiben die europäische, russische
und US-amerikanische Iran-Politik, thematisieren die Bedrohung Israels,
skizzieren die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen Österreichs,
Deutschlands und der Schweiz zum Iran und beleuchten die
Bündnispolitik des Regimes in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die
Begeisterung von Neonazis für das iranische Regime wird ebenso
unter die Lupe genommen wie die Bewunderung für das iranische Kino.
Es
war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich im
Juni 2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand, ja, eine
demokratische Revolutionsbewegung: Millionen haben gründlich die
Nase voll von den Mullahs. Das gute Leben und die Freiheit. Die zwei
uneingelösten Glücksversprechen der bürgerlichen
Revolution waren damit auf die Tagesordnung gekommen. Nicht etwa in
Europa, sondern in den Straßen des Iran. In Europa und den USA
dachte man jedoch noch nicht einmal daran, diesen Aufstand zu
unterstützen, man beließ es bei Lippenbekenntnissen. Aber
auch in Europa gehören die uneingelösten
Glücksversprechen auf die Tagesordnung. Freiheit und ein gutes Leben gibt es nirgendwo umsonst.
“Verratene Freiheit” ist ein Buch über die Freiheit
und den westlichen Verrat an ihr; ein Plädoyer von Autorinnen und
Autoren aus Europa, dem Iran und den USA für einenneuen
Säkularismus und gegen den »Sozialismus des 21.
Jahrhunderts«.
Nachdem
1956 sowjetische Panzer den Aufstand gegen das staatskapitalistische
Regime in Ungarn niedergeschlagen haben, entsteht aus dem Protest
dagegen im Westen eine „Neue Linke“, die sich explizit
gegen Stalinismus und Sozialdemokratie wendet. Diese sich zuerst in den
USA, Frankreich und Großbritannien entwickelnde Strömung
entdeckt dabei auch die dissidenten Traditionen der
ArbeiterInnenbewegung, vom Rätekommunismus bis zum westlichen
Marxismus, wieder.
Die
Besonderheit der Neuen Linken in der Bundesrepublik ist dabei ihr
starker Bezug auf die Kritische Theorie. Durch die antiautoritäre
Studentenbewegung der Sechziger Jahre kommt diese in Deutschland zum
ersten Mal praktisch zur Geltung. An Adorno, Horkheimer und Marcuse
orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl, Frank
Bökelmann u. a. schaffen es Mitte der sechziger Jahre kurzzeitig
im heterogen „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“
(SDS) die Oberhand zu gewinnen und die dort ebenfalls stark vertretene
traditionslinke Strömung zurückzudrängen.
Doch
dieser erfreuliche Zustand ist nur von kurzer Dauer, denn schon auf dem
Höhepunkt der studentischen Proteste entstehen aus der
antiautoritären Bewegung heraus neoleninistische Strömungen,
die die Kritische Theorie als vermeintlich
„kleinbürgerlich“ zurückweisen. Diese Entwicklung
fällt zeitlich zusammen mit einerseits erkennbaren Niederlagen der
Bewegung, so verabschiedet etwa der Bundestag die Notstandsgesetze und
andererseits einer deutlichen personellen Ausweitung der Proteste. Die
bis dato überschaubare antiautoritären Gruppen stoßen
erkennbar an ihren Grenzen. Die folgende „schlechte Aufhebung der
antiautoritären Bewegung“ und die Konstitution der
Mao-stalinistischen K-Gruppen bedeutet dann die endgültige Abkehr
eines großen Teils der Protestbewegung von der Kritischen Theorie
und den von ihnen selbst bis vor kurzen vertretenen Positionen. Aus der
antiautoritären Bewegung entwickeln sich autoritäre
Kaderorganisationen, die sämtliche emanzipatorischen
Errungenschaften der Revolte in ihr Gegenteil verkehren.
Solidarität mit Israel - Antisemitismus
ist keine Abenteuer-Kreuzfahrt!
- Demonstration gegen das Bündnis aus Rechtsradikalen,
Linken und Islamisten –
So., 20.06.10, 13 Uhr: Beginn
der Demonstration auf der Berger Straße (U-Bahn-Station
Bornheim-Mitte)
Antisemiten drängt es zur
konformistischen Revolte. Der Versuch, die Blockade des Küstenstreifens vor Gaza
zu hintertreiben, der am 31. Mai von der israelischen Armee beendet wurde, war
als symbolischer Sieg konzipiert, als „ein gestatteter, vielmehr ein gebotener
Exzess, ein feierlicher Durchbruch eines Verbotes.“ (Freud) Was Rechte, Linke
und Moslems in sechs Schiffen, von denen jedes einzelne als Miniaturausgabe des
internationalen antisemitischen Gruselbündnisses betrachtet werden kann, ins
Mittelmeer trieb, war die Lust am Ausnahmezustand, den man durch die feierliche
Verletzung der israelischen Schutzzone herbeizuführen trachtete, um sich als
Opfer zu inszenieren und die Weltöffentlichkeit gegen Israel aufzuwiegeln.
Nichts anderes war das Ziel der Flotte nach Gaza und hierfür war man zu allem
bereit.
Der Wahn, der zur
antizionistischen Aktion drängt, ist nicht ohne Kalkül. Diejenigen, die den
Schiffskonvoi gegen Israel zu verantworten haben, wussten, dass die israelische
Armee den Einfall nicht würde dulden können und haben die Eskalation gesucht.
Daraus, dass die humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza lediglich als
Vorwand diente, machen die Beteiligten folglich keinen Hehl. Kurz nachdem
einige ihrer Parteigenossen mit noch halb nassen Trekkingsandalen die
opfergemäße Variante des Frontberichts in die Welt zürnten, brachte die
friedenspolitische Sprecherin der Partei die Linke, Christine Buchholz, die
Absicht der antizionistischen Aktion auf den Punkt: „Natürlich wußten alle
Beteiligten, daß es eine riskante Aktion ist. Die »Free Gaza«-Bewegung hat
versucht, den politischen Preis hochzutreiben.“
Für die Antizionisten
und Antizionistinnen stand der Erfolg der Aktion von Anfang an fest: würden sie
Gaza erreichen, hätten sie einen Präzedenzfall geschaffen; würden sie gestoppt,
würde Israel von allen Seiten dafür verurteilt werden, gegen friedliche Demonstranten
militärisch vorzugehen. „Hitler hat Konzentrationslager in Europa errichtet.
Jetzt errichtet der Zionismus Konzentrationslager in Palästina. Daher wende ich
mich an Israel: bedenkt, wie ihr diese Krise richtig löst. Wenn ihr unsere
Kampagne zu stoppen versucht, werdet ihr von der ganzen Welt isoliert. Ihr
werdet euch nur selbst Schaden zufügen. Das sind humanitäre Hilfsschiffe. Wir
haben nicht ein einziges Klappmesser an Bord”, erläuterte der Chef der IHH,
Bülent Yildirim, im Hafen von Istanbul die Taktik. Auch der Hamasführer Ismail
Hanyieh wusste um die vorteilhafte Situation: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen,
ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das
ebenfalls ein Sieg.“
Während der Islamismus
die Strategie bestimmt, kommt den linken Knechten die Aufgabe zu, handfeste
Kriegsabsichten in den Jargon der Demokratie zu kleiden, dessen schöner Schein
genauso durchsichtig ist wie der Schleier humanitärer Hilfe, mit dem die
Aufgebrachten ihren Akt antizivilisatorischen Ungehorsams notdürftig bedeckten.
Der Lohn im interkulturellen Austausch: ein Platz an Bord einer
Abenteuerkreuzfahrt, separierte Decks für Frauen inklusive. Wie es in diesen
Linken tickt, konnte man in einem Beitrag der Sendung „Report Mainz“ vom
07.06.2010 bestaunen. Drei besonders finstere Gestalten der Linkspartei, von
denen zwei im Deutschen Bundestag vertreten sind, demonstrierten darin den
absonderlichen ästhetischen und seelischen Zustand antiisraelischer Linker.
Was den Islam und die
Linke außer der Tatsache, dass ihre Darbietungen ausnahmslos hässliche
Erscheinungen sind, miteinander verbindet, ist die kollektivnarzisstische
Disposition dieser beiden Opfergemeinschaften. Das Gekränktsein der Linken ist
evident: es gibt kein einziges Projekt, das sie nicht politisch und moralisch
in den Sand gesetzt haben. Ihre Einfühlung in die reine Opferideologie, den
Islam, wird durch den eigenen Bankrott begünstigt und manifestiert sich in
einer Praxis, die zeigt, dass Lustgewinn, kurz: Abenteuerfeeling nur mehr als
Destruktivität möglich ist, als Antietatismus der dummen Kerls, der sich
insbesondere am Staat der Juden ausagiert.
Kern der
konformistischen Revolte ist das Selbstopfer im autoritären Kollektiv.
Mitglieder einer der autoritärsten Gesellschaften der Welt, der Türkei, eignen
sich ganz offensichtlich in besonderer Weise für den globalen Kampf gegen
Israel. Die türkischen Schiffsgenossen mussten nicht, sie wollten sterben. Von
mindestens drei der neun Opfer der israelischen Militäraktion vor der Küste
Gazas ist bekannt, dass sie ihr Testament verfassten, bevor sie mit der Marvi
Marmara in See stachen. Über Ali Ekber Yaratilmis, einen türkischen
Spendensammler für die IHH, der bei dem Einsatz der israelischen Marine ums
Leben kam, wusste ein Freund zu berichten: „Er widmete sein Leben der
Wohltätigkeitsarbeit. Das ist der Grund, warum er nach Gaza ging. Er wollte
schon immer ein Märtyrer werden.”
Was die Lage bedrohlich
werden lässt, ist, dass in den europäischen Zeitungen der eine so schreibt, wie
der andere, dass immer wieder klar ist, wer Schuld hat und die
Berichterstattung zum „Nahen Osten“ ein ums andere mal nichts anderes ist, als
die Anstiftung zur nächsten Attacke gegen Israel. Im Spiegel-Jargon heißt das
dann: „Selten war die internationale Empörung über Israel so groß.“ Ein Blick
in die Tageszeitungen nach der israelischen Erstürmung des Schiffes verrät das
ganze Ausmaß der ideologisierten Geistlosigkeit und Lügenhaftigkeit der so
genannten Welt-Öffentlichkeit. Erschreckend ist die Unbildung im Umgang mit der
Berichterstattung. Kaum jemand hat sich daran gestört, dass nicht einmal die
Fakten auf den Tisch gekommen sind. Die Faktenresistenz und
Realitätsverleugnung, mit der in deutschen Medien gegen Israel Stellung bezogen
wird, ist nur ein anderer Ausdruck des antizionistischen Konsenses, in dessen
Mitte sich todesmutige Gotteskrieger und linke friedensbewegte Ideologen die
Hand reichen.
Inzwischen macht sich im
Übrigen eine weitere “Hilfsorganisation” auf den Weg nach Gaza: der iranische
rote Halbmond will zwei mit Hilfsgütern beladene Schiffe, eskortiert von den
paramilitärischen Pasdaran, Richtung Gaza entsenden. Derweil trifft sich Tayyip
Erdogan mit Mahmud Ahmadinejad, um über „das Verhältnis der islamischen Staaten
zu Israel“ zu sprechen und Möglichkeiten zu erörtern, aktiv gegen die
Gaza-Blockade vorzugehen. Die Reihen der Feinde Israels schließen sich.
Sie zumindest allesamt als das kenntlich zu machen, was sie sind: Kriegstreiber
und potentielle Mörder, die sich hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen; zu
diesem Zwecke findet heute dieseeine
Demonstration für Israel statt, die vor allem eine Demonstration gegen das
antisemitische Bündnis, das von der Linkspartei bis zur Hamas reicht, sein
soll.
Während die ersten
modernen Terroristen in Russland in ihrem
Kampf gegen den Zaren alles bis hin zum Selbstopfer unternahmen, um
unschuldige
Opfer zu vermeiden, ist das Opfer des Selbst im Kampf gegen die
Unschuldigen,
die es nicht mehr geben soll, zur wirksamsten Waffe im Arsenal der
islamischen
Terroristen geworden. Was sich heute im suicide bombing Bahn bricht,
war schon
in den Befreiungskriegen gegen Napoleon angelegt. Darin hat die
antiimperialistische Ideologie, der jede irreguläre Gewalt
gegen das Imperium
als Akt der Befreiung erscheint, recht behalten: die Leidenschaft
für den
Aufstand war bis heute nur im Namen der Nation oder Gottes erfolgreich.
Soll
sie jedoch nicht nur zur Legitimation des Bestehenden dienen, ist es
nötig die
Geschichte gegen den Strich zu lesen. Nur wenn man begreift, dass
Geschichte
immer auch hätte anders verlaufen können, ist auch
die Hoffnung begründet, die
Gegenwart könne auf eine andere Zukunft zulaufen, als es die
objektive Tendenz
befürchten lässt.
Niklass
Machunsky ist Redakteur bei der Zeitschrift Prodomo
und lebt in Köln.
2.)
"Fight for Freedom!" - Die Legende vom
"anderen Deutschland"
Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber
Freitag, 07. Mai 2010, 19 Uhr, im Café Kurzschlusz der
Fachhochschule Frankfurt, Kleiststraße 5
Veranstalter: Autonome Liste Café Kurzschlusz
Unterstützer: AStA der Fachhochschule Frankfurt
“Nach
der ersten deutschen Niederlage”, so erklärten Curt
Geyer und Walter Loeb 1942, “wurde der Welt die Lüge
von der deutschen Unschuld
aufgetischt. Die Welt wurde eingeladen zu glauben, dass Deutschland
angegriffen
wurde und dass es das Schwert zu seiner eigenen Verteidigung gezogen
hat. Eine
zweite Lüge wird derzeit für den universellen
Gebrauch vorbereitet, die Lüge,
dass das deutsche Volk an diesem Krieg unschuldig ist.”
Während die erste Lüge
inzwischen weitgehend vergessen ist, hat die zweite nach wie vor
Bestand. Die
Legende vom “anderen Deutschland” war eine der
ideologischen Gründungsvoraussetzungen
der Bundesrepublik und der DDR. Sie gehört bis heute zum
geschichtspolitischen
Repertoire der Berliner Republik.
Curt
Geyer, Walter Loeb und die Mitglieder der
“Fight-for-Freedom”-Gruppe zählen zu den
Wenigen, die dieser Legende schon in
den frühen 1940er Jahren, im britischen Exil, entgegentraten.
Mit antideutschen
Schriften unterstützten sie Sir Robert Vansittart, Mitglied
des britischen
Oberhauses und Publizist – und neben Henry Morgenthau bis
heute einer der
meistgehassten Männer in Deutschland.
Jan
Gerber und Anja Worm, die die zentralen Texte des
“Fight-for-Freedom”-Kreises erstmals in deutscher
Übersetzung herausgegeben
haben, stellen in ihrem Vortrag nicht nur die Aktivitäten,
Schriften und
Reflexionen dieser Gruppe vor. Sie hinterfragen zugleich die Rede vom
“anderen
Deutschland”. Warum konnte die Vorstellung, der
Nationalsozialismus, der Zweite
Weltkrieg und Auschwitz seien den Deutschen gegen ihren Willen von
einer
kleinen Clique Wahnsinniger aufgezwungen worden,
wirkungsmächtig werden? Welche
Bedürfnisse bedient die Rede vom “anderen
Deutschland”? Warum wurde die
“Fight-for-Freedom”-Gruppe also trotz ihrer
erfolgreichen publizistischen
Aktivitäten in Großbritannien und der zahllosen
Angriffe, mit denen sie von
Seiten des arbeiterbewegten Exils – vom damaligen SAPler
Willy Brandt über den
Kommunisten Jürgen Kuczynski bis hin zu den Sozialdemokraten
Friedrich Stampfer
und Erich Ollenhauer – bedacht wurde, sowohl in der deutschen
Öffentlichkeit
als auch im Wissenschaftsbetrieb über Jahrzehnte hinweg
ignoriert?
3.)
Sexualität und
Verdrängung – Kritik des islamischen
Anti-Individualismus
Vorträge und Diskussion
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19 Uhr, im Café
Kurzschlusz
der Fachhochschule Frankfurt, Kleiststraße 5
Veranstalter: Gruppe
Morgenthau
Unterstützer: Prozionistische Linke Frankfurt
Referenten: Thomas
Maul Zur
Kritik des Phallozentrismus
Seit dem 11.
September 2001 wird in der westlichen Öffentlichkeit die Frage
diskutiert, was der Islam mit dem weltweit agierenden Suizid- und
Tugendterror
zu tun hat, der in seinem Namen zuförderst gegen Juden, Frauen
und Homosexuelle
sich richtet.
In Thomas Mauls
kritischer Analyse des klassisch-schariatischen
Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden
Sexualpolitik im
Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und
Gesellschaft
(Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin) erweist sich
die
Gemeinschaft der Gläubigen (Umma) als wesenhaft durch einen
Phallozentrismus
konstituiert, der in der Moderne notwendig in die Krise gerät.
Die gegenwärtige
barbarische Gewalt des Kollektivs ist damit nichts anderes denn eine
anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen
Tradition
und gilt in letzter Instanz immer dem (sexuell) selbstbestimmten
Individuum.
Thomas
Maul ist Buchautor, schreibt gelegentlich für die Zeitschrift
"Bahamas", ist Mitglied der Gruppe "Hedonistische
Mitte - Brigade Mondän" und lebt in Berlin.
David
Parnass
Die Hölle grünt - Kritik der
„religiösen“ Toleranz
Nicht
einmal mehr selbstverständlich ist es, am emphatischen
Begriff der Aufklärung und dem mit ihr verbundenen Subjekt
festzuhalten und als
Individuum für dieses zu sprechen. Was im
bürgerlichen Subjekt noch nicht mit
sich identisch war, drängte unter dem Druck der
Verhältnisse über diese hinaus,
schlicht um das Leid zu mindern und das individuelle Glück zu
mehren. Jene
Reflexionsfähigkeit auf das unerhörte Leid und das
ferne Glück ist der
transzendente Moment, dem das Subjekt eingedenkt. Der Anspruch der
Aufklärung
war es, die Religion in die Vernunft aufzuheben, zu der jeder Mensch
befähigt
und deren Mittel die Kritik des Bestehenden ist. Dieser bis heute
unerfüllte
Anspruch ist universell und respektlos.
Aber
unter dem Deckmantel der Religion fordert der Islams
Respekt und Toleranz. Erwarten kann sie das nur von Menschen, die sich
selbst
längst aufgegeben haben und die in der Despotie der
islamischen Hölle eine
Verheißung ersehnen. Warum sie das tun, kann nicht
ergründet werden. Diese
Entscheidung ist individuell und steht außerhalb der Vernunft
und damit
unterhalb aller Kritik. Aber der Zusammenhang der affirmativen Haltung
zum
Islam, der Kritikabwehr und der Verleugnung der Totalität und
der aus ihr
entsprungene Vernichtungszusammenhanges kann aufgeklärt
werden. Im Zentrum, als
Objekt dieser negativen Totalität, standen und stehen die
Juden und ihr Staat
Israel. Das antizionistische Ticket, dessen sich die Freunde des Islam
bedienen
und das sie sich mit diesem teilen, verrät etwas über
das Ressentiment gegen
die Freiheit und Verantwortlichkeit des Individuums. An den Juden und
ihrem
Staat soll gerächt werden, was sie sich selber verbieten: den
Status des
Subjekts und damit das mögliche emphatische und
mündige Individuum, dass sich
im anderen wieder erkennt und damit den Gattungszusammenhang.
Dieser
Zumutung, als Einzelner verantwortlich zu sein,
wollen sich die postmodernen Lohnschreiber und Anwärter auf
Universitätspöstchen erwehren, wenn sie, indem sie
das Subjekt dekonstruieren,
die Hymne auf Verhältnisse singen, in denen jenes zunehmend
keine Rolle mehr
spielt. Auf der Höhe der Zeit folgen diese zynisch, dem
Vernichtungszusammenhang – in Auschwitz begonnen und vom
„modernen“ Islam
übernommen – um ihn theoretisch zu leugnen aber
praktisch zu befördern.
Über
keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über
Israel.
Tilman Tarach zeigt, daß die deutschen Medien, aber auch
Organisationen wie die
Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff
liefern, aus dem diese
diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole
»Die Juden sind
schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig
auf den jüdischen
Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er
sich verhält.
Weit
oben auf der Tagesordnung der »Israelkritiker«
steht
seit langem die israelische Siedlungspolitik. Alex Feuerherdt
beleuchtet die
Frage, warum viele nicht die Hamas und die Fatah, sondern die
israelischen
Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als »Haupthindernis
für den Frieden im
Nahen Osten« betrachten und hellauf empört sind,
wenn sie gefragt werden, warum
es offenbar nicht sein soll, daß Juden auch in einem
prospektiven
palästinensischen Staat leben dürfen.
Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit. Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10.[mehr]
Do., 29.07.10, 13.30 Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort: Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]
Solidarität mit Israel" - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille. Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom 24.06.10.[mehr]
Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und die Islamische Republik Iran - Vortrag von Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI, Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]
"Nichts
gelernt und nichts vergessen" - Geschichte und Zukunft des Antizionismus in
Deutschland Sa.,
19.06.10, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative
Sozialistisches Forum) im Institut
für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130,
Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist
keine Kreuzfahrt"
Irgendwann
zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels
verliert
der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine
Antisemiten
mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum
historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der
Deutschen.
Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den
prinzipiellen
Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der
erpreßten Versöhnung. So
findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder
antizionistisch
ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem
manischen
Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers
gesammelt
vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das
seitdem
abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum
und seinen
Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür
immer wieder aufs Neue im
deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in
sich aufhebende
Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv,
das in erlogener
präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß
"die Völker Europas wieder
nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und
Finanzverschwörer
angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten
(BRD), die
genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den
Antizionisten
(DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu
hassen,
unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen
Souveränität wiederhergestellt, die es
möglich machen, Hitlers Testament doch
noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung,
Überbietung und
restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der
Rechtsnachfolger
rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn
erst der Tag, an dem
es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals
gegeben haben wird, wird der
Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So
trifft
das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus
dem Verhältnis
der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es
ist
diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts
materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang
sich breitmacht. –
Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der
Initiative
Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten.
Israel
und die linksdeutsche Ideologie"
So., 13.06.10, 14
Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und
Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz
mit anschließender Demonstration durch die Kölner
Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt
organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren
werden. Interessierte wenden sich bitte
an: mailto@jg-ffm.de [mehr]
Sa.,
12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber
von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel !
- Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz,
Berlin-Mitte. [mehr]
Studieren
nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:Veranstaltungsreihe
der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]
Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa - Vortrag
von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt
und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim,
Schwälmer Str.
28 in Frankfurt a. M. [mehr]
Fr., 14.05.10, 11 - 17 Uhr:
Israel-Tag - Feier
von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten,
Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum
Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache
in
Frankfurt a. M. [mehr]
Mo.,
26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel - Filmvorführung
des Claude Lanzmann Filmes
durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in
Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut
im
Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni
Frankfurt. [mehr]
Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism! -
Diskussionsveranstaltung
der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh
(Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im
Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]
"Der
Professor und sein Prophet"
- Text von Henryk M. Broder zu Micha Brumlik und Avraham Burg,
15.11.09 [mehr]
"Hitler
hat
gewonnen" - Text der Gruppe
Morgenthau zur
Veranstaltung vom Fritz Bauer-Institut mit Avraham Burg, 05.11.09 [mehr]
"Wann ist
ein Jude Semit?" - Um den vor sich
hin dümpelnden Club Voltaire in Frankfurt entwickelt sich ein
kleiner Skandal, Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken,
08.10.09 [mehr]
"Der Sound
des deutschen Schweinestalls" -
Text der Antideutschen Koalition Rhein/Main, 01.08.09[mehr]
"Worte
ohne Antifa" -
Text
der Gruppe Morgenthau, 23.07.09[mehr]
Mi.,
01.07.09: "Zusammenstoß der Zivilisationen - Iran und die
westliche Welt
zwischen 1978 und 2007" Zwei Veranstaltungen mit
Dr. Ronen Bergman, israelischer
Journalist und Buchautor von "The Secret War with
Iran": Um 14
Uhr Gespräch im Haus der ZJD,
Falkensteiner Str. 1 organisiert vom Jüdischen Jugend- und
Studentenverband
Hessen und der Prozionistischen Linken Frankfurt und um 19 Uhr
Vortrag im
Saalbau Bornheim, Arnsburger Str. 24 organisiert von der Initiative
Honestly-Concerned und der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG.
Do.,
07.05.09, von 11 bis 18 Uhr: Infostand zum Yom Haatzmaut, dem
israelischen Unabhängigkeitstag, auf der Frankfurter
Zeil (am westlichen Ausgang
der U-Bahn - Station
Konstablerwache). Offizielles Thema für den
diesjährigen
Israel-Tag ist der 100. Geburtstag Tel Avivs,
der Partnerstadt Frankfurts. Veranstalter ist die
Frankfurter
Arbeitsgemeinschaft der DIG.
RALLY
AT
DURBAN II IN SUPPORT OF ISRAEL “Israel
Wants Peace” - Geneva, Wednesday, 22 April 2009 [more]
"Emanzipation
in der politischen Bildung - Theorien, Konzepte,
Möglichkeiten" -
Buchvorstellung mit Janne Mende und Stefan Müller am Mi.,
08.04.09, 20 Uhr, Café 1, Gebäude 1 der FH
Frankfurt. [mehr]
"Das
Schweigen brechen" -
Öffentliche Versammlung zur
Untersuchung
des
LaRouche-Netzwerks am Fr., 27.03.09, 11 Uhr,
Konferenzraum: Bach
des Crowne Plaza, Bahnhofstr.
10, Wiesbaden [mehr]