Buch & Kritik 2010

Veranstaltungen zur Buchmesse in Frankfurt am Main


1.) Mittwoch, 06.10.10, 20.00 Uhr, Raum NG.1.741a am I.G.Farben-Campus der Uni Frankfurt, Grüneburgplatz 1. „Iran im Weltsystem - Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung “ und “Verratene Freiheit – Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens“ Bücherpräsentation und Vorträge mit den Herausgebern Stephan Grigat (Wien), Oliver Piecha (Wiesbaden) und Thomas von der Osten-Sacken (Frankfurt).


Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht war die “Islamische Republik Iran" in den letzten 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der globalen Machtstruktur, dem von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet wurde. “Iran im Weltsystem" analysiert neben Perspektiven der neu konstituierten iranischen Freiheitsbewegung und dem aktuellen Stand des Nuklearprogramms die globale Bündnispolitik des iranischen Regimes. Die Beiträge beschreiben die europäische, russische und US-amerikanische Iran-Politik, thematisieren die Bedrohung Israels, skizzieren die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz zum Iran und beleuchten die Bündnispolitik des Regimes in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Begeisterung von Neonazis für das iranische Regime wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Bewunderung für das iranische Kino.

Es war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich im Juni 2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand, ja, eine demokratische Revolutionsbewegung: Millionen haben gründlich die Nase voll von den Mullahs. Das gute Leben und die Freiheit. Die zwei uneingelösten Glücksversprechen der bürgerlichen Revolution waren damit auf die Tagesordnung gekommen. Nicht etwa in Europa, sondern in den Straßen des Iran. In Europa und den USA dachte man jedoch noch nicht einmal daran, diesen Aufstand zu unterstützen, man beließ es bei Lippenbekenntnissen. Aber auch in Europa gehören die uneingelösten Glücksversprechen auf die Tagesordnung. Freiheit und ein gutes Leben gibt es nirgendwo umsonst.   
“Verratene Freiheit” ist ein Buch über die Freiheit und den westlichen Verrat an ihr; ein Plädoyer von Autorinnen und Autoren aus Europa, dem Iran und den USA für einenneuen Säkularismus und gegen den »Sozialismus des 21. Jahrhunderts«.

                                                                                                                          Veranstalter: Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: Honestly-Concerned, Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Zionistische Organisation Frankfurt




2.) Samstag, 09.10.10, 20.00 Uhr, Café Kurzschlusz, Gebäude 5 der FH Frankfurt, Kleiststraße 5. „Von Adorno zu Mao - Über die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung„ Buchpräsentation und Vortrag mit Jens Benicke (Freiburg).

Nachdem 1956 sowjetische Panzer den Aufstand gegen das staatskapitalistische Regime in Ungarn niedergeschlagen haben, entsteht aus dem Protest dagegen im Westen eine „Neue Linke“, die sich explizit gegen Stalinismus und Sozialdemokratie wendet. Diese sich zuerst in den USA, Frankreich und Großbritannien entwickelnde Strömung entdeckt dabei auch die dissidenten Traditionen der ArbeiterInnenbewegung, vom Rätekommunismus bis zum westlichen Marxismus, wieder.
Die Besonderheit der Neuen Linken in der Bundesrepublik ist dabei ihr starker Bezug auf die Kritische Theorie. Durch die antiautoritäre Studentenbewegung der Sechziger Jahre kommt diese in Deutschland zum ersten Mal praktisch zur Geltung. An Adorno, Horkheimer und Marcuse orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl, Frank Bökelmann u. a. schaffen es Mitte der sechziger Jahre kurzzeitig im heterogen „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“ (SDS) die Oberhand zu gewinnen und die dort ebenfalls stark vertretene traditionslinke Strömung zurückzudrängen.
Doch dieser erfreuliche Zustand ist nur von kurzer Dauer, denn schon auf dem Höhepunkt der studentischen Proteste entstehen aus der antiautoritären Bewegung heraus neoleninistische Strömungen, die die Kritische Theorie als vermeintlich „kleinbürgerlich“ zurückweisen. Diese Entwicklung fällt zeitlich zusammen mit einerseits erkennbaren Niederlagen der Bewegung, so verabschiedet etwa der Bundestag die Notstandsgesetze und andererseits einer deutlichen personellen Ausweitung der Proteste. Die bis dato überschaubare antiautoritären Gruppen stoßen erkennbar an ihren Grenzen. Die folgende „schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung“ und die Konstitution der Mao-stalinistischen K-Gruppen bedeutet dann die endgültige Abkehr eines großen Teils der Protestbewegung von der Kritischen Theorie und den von ihnen selbst bis vor kurzen vertretenen Positionen. Aus der antiautoritären Bewegung entwickeln sich autoritäre Kaderorganisationen, die sämtliche emanzipatorischen Errungenschaften der Revolte in ihr Gegenteil verkehren. 

Veranstalter: Autonome Liste Café Kurzschlusz
Unterstützer: JungdemokratInnen/ Junge Linke Rheinland-Pfalz
                                               

      

Solidarität mit Israel - Antisemitismus ist keine Abenteuer-Kreuzfahrt!

- Demonstration gegen das Bündnis aus Rechtsradikalen, Linken und Islamisten –
                                                                                                                                 So., 20.06.10, 13 Uhr: Beginn der Demonstration auf der Berger Straße (U-Bahn-Station Bornheim-Mitte)  

Antisemiten drängt es zur konformistischen Revolte. Der Versuch, die Blockade des Küstenstreifens vor Gaza zu hintertreiben, der am 31. Mai von der israelischen Armee beendet wurde, war als symbolischer Sieg konzipiert, als „ein gestatteter, vielmehr ein gebotener Exzess, ein feierlicher Durchbruch eines Verbotes.“ (Freud) Was Rechte, Linke und Moslems in sechs Schiffen, von denen jedes einzelne als Miniaturausgabe des internationalen antisemitischen Gruselbündnisses betrachtet werden kann, ins Mittelmeer trieb, war die Lust am Ausnahmezustand, den man durch die feierliche Verletzung der israelischen Schutzzone herbeizuführen trachtete, um sich als Opfer zu inszenieren und die Weltöffentlichkeit gegen Israel aufzuwiegeln. Nichts anderes war das Ziel der Flotte nach Gaza und hierfür war man zu allem bereit.

Der Wahn, der zur antizionistischen Aktion drängt, ist nicht ohne Kalkül. Diejenigen, die den Schiffskonvoi gegen Israel zu verantworten haben, wussten, dass die israelische Armee den Einfall nicht würde dulden können und haben die Eskalation gesucht. Daraus, dass die humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza lediglich als Vorwand diente, machen die Beteiligten folglich keinen Hehl. Kurz nachdem einige ihrer Parteigenossen mit noch halb nassen Trekkingsandalen die opfergemäße Variante des Frontberichts in die Welt zürnten, brachte die friedenspolitische Sprecherin der Partei die Linke, Christine Buchholz, die Absicht der antizionistischen Aktion auf den Punkt: „Natürlich wußten alle Beteiligten, daß es eine riskante Aktion ist. Die »Free Gaza«-Bewegung hat versucht, den politischen Preis hochzutreiben.“

Für die Antizionisten und Antizionistinnen stand der Erfolg der Aktion von Anfang an fest: würden sie Gaza erreichen, hätten sie einen Präzedenzfall geschaffen; würden sie gestoppt, würde Israel von allen Seiten dafür verurteilt werden, gegen friedliche Demonstranten militärisch vorzugehen. „Hitler hat Konzentrationslager in Europa errichtet. Jetzt errichtet der Zionismus Konzentrationslager in Palästina. Daher wende ich mich an Israel: bedenkt, wie ihr diese Krise richtig löst. Wenn ihr unsere Kampagne zu stoppen versucht, werdet ihr von der ganzen Welt isoliert. Ihr werdet euch nur selbst Schaden zufügen. Das sind humanitäre Hilfsschiffe. Wir haben nicht ein einziges Klappmesser an Bord”, erläuterte der Chef der IHH, Bülent Yildirim, im Hafen von Istanbul die Taktik. Auch der Hamasführer Ismail Hanyieh wusste um die vorteilhafte Situation: „Wenn die Schiffe Gaza erreichen, ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten terrorisiert werden, ist das ebenfalls ein Sieg.“

Während der Islamismus die Strategie bestimmt, kommt den linken Knechten die Aufgabe zu, handfeste Kriegsabsichten in den Jargon der Demokratie zu kleiden, dessen schöner Schein genauso durchsichtig ist wie der Schleier humanitärer Hilfe, mit dem die Aufgebrachten ihren Akt antizivilisatorischen Ungehorsams notdürftig bedeckten. Der Lohn im interkulturellen Austausch: ein Platz an Bord einer Abenteuerkreuzfahrt, separierte Decks für Frauen inklusive. Wie es in diesen Linken tickt, konnte man in einem Beitrag der Sendung „Report Mainz“ vom 07.06.2010 bestaunen. Drei besonders finstere Gestalten der Linkspartei, von denen zwei im Deutschen Bundestag vertreten sind, demonstrierten darin den absonderlichen ästhetischen und seelischen Zustand antiisraelischer Linker.

Was den Islam und die Linke außer der Tatsache, dass ihre Darbietungen ausnahmslos hässliche Erscheinungen sind, miteinander verbindet, ist die kollektivnarzisstische Disposition dieser beiden Opfergemeinschaften. Das Gekränktsein der Linken ist evident: es gibt kein einziges Projekt, das sie nicht politisch und moralisch in den Sand gesetzt haben. Ihre Einfühlung in die reine Opferideologie, den Islam, wird durch den eigenen Bankrott begünstigt und manifestiert sich in einer Praxis, die zeigt, dass Lustgewinn, kurz: Abenteuerfeeling nur mehr als Destruktivität möglich ist, als  Antietatismus der dummen Kerls, der sich insbesondere am Staat der Juden ausagiert.  

Kern der konformistischen Revolte ist das Selbstopfer im autoritären Kollektiv. Mitglieder einer der autoritärsten Gesellschaften der Welt, der Türkei, eignen sich ganz offensichtlich in besonderer Weise für den globalen Kampf gegen Israel. Die türkischen Schiffsgenossen mussten nicht, sie wollten sterben. Von mindestens drei der neun Opfer der israelischen Militäraktion vor der Küste Gazas ist bekannt, dass sie ihr Testament verfassten, bevor sie mit der Marvi Marmara in See stachen. Über Ali Ekber Yaratilmis, einen türkischen Spendensammler für die IHH, der bei dem Einsatz der israelischen Marine ums Leben kam, wusste ein Freund zu berichten: „Er widmete sein Leben der Wohltätigkeitsarbeit. Das ist der Grund, warum er nach Gaza ging. Er wollte schon immer ein Märtyrer werden.” 

Was die Lage bedrohlich werden lässt, ist, dass in den europäischen Zeitungen der eine so schreibt, wie der andere, dass immer wieder klar ist, wer Schuld hat und die Berichterstattung zum „Nahen Osten“ ein ums andere mal nichts anderes ist, als die Anstiftung zur nächsten Attacke gegen Israel. Im Spiegel-Jargon heißt das dann: „Selten war die internationale Empörung über Israel so groß.“ Ein Blick in die Tageszeitungen nach der israelischen Erstürmung des Schiffes verrät das ganze Ausmaß der ideologisierten Geistlosigkeit und Lügenhaftigkeit der so genannten Welt-Öffentlichkeit. Erschreckend ist die Unbildung im Umgang mit der Berichterstattung. Kaum jemand hat sich daran gestört, dass nicht einmal die Fakten auf den Tisch gekommen sind. Die Faktenresistenz und Realitätsverleugnung, mit der in deutschen Medien gegen Israel Stellung bezogen wird, ist nur ein anderer Ausdruck des antizionistischen Konsenses, in dessen Mitte sich todesmutige Gotteskrieger und linke friedensbewegte Ideologen die Hand reichen.

Inzwischen macht sich im Übrigen eine weitere “Hilfsorganisation” auf den Weg nach Gaza: der iranische rote Halbmond will zwei mit Hilfsgütern beladene Schiffe, eskortiert von den paramilitärischen Pasdaran, Richtung Gaza entsenden. Derweil trifft sich Tayyip Erdogan mit Mahmud Ahmadinejad, um über „das Verhältnis der islamischen Staaten zu Israel“ zu sprechen und Möglichkeiten zu erörtern, aktiv gegen die Gaza-Blockade vorzugehen. Die Reihen der Feinde Israels schließen sich. 
Sie zumindest allesamt als das kenntlich zu machen, was sie sind: Kriegstreiber und potentielle Mörder, die sich hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen; zu diesem Zwecke findet heute diese eine Demonstration für Israel statt, die vor allem eine Demonstration gegen das antisemitische Bündnis, das von der Linkspartei bis zur Hamas reicht, sein soll. 

Free Gaza from Hamas! Support Israel!

Veranstalter & Unterstützer (Stand 15.06.10): Antideutsche Koalition Rhein/Main, Casual CommunistsComité LibertéGruppe MorgenthauGruppe NirgendwoJungdemokratinnen/Junge Linke Rheinland-Pfalz, Neocommunistinnen, Prozionistische Linke Frankfurt & Redaktion Pólemos 



Veranstaltungsreihe zur Kritik der praktischen Unvernunft

1.) Der Mensch als Partisan - Carl Schmitt als Theoretiker der Menschenrechte 
Vortrag und Diskussion mit Niklaas Machunsky 
Donnerstag, 29. April 2010 
Achtung: Die Veranstaltung wird erst um 20 Uhr beginnen!
Campus Westend  (IG Farben-Campus) 
Raum IG 0.454  

Veranstalter: Gruppe Morgenthau
Unterstützer: Initiative Studierender am IG Farben Campus

Während die ersten modernen Terroristen in Russland in ihrem Kampf gegen den Zaren alles bis hin zum Selbstopfer unternahmen, um unschuldige Opfer zu vermeiden, ist das Opfer des Selbst im Kampf gegen die Unschuldigen, die es nicht mehr geben soll, zur wirksamsten Waffe im Arsenal der islamischen Terroristen geworden. Was sich heute im suicide bombing Bahn bricht, war schon in den Befreiungskriegen gegen Napoleon angelegt. Darin hat die antiimperialistische Ideologie, der jede irreguläre Gewalt gegen das Imperium als Akt der Befreiung erscheint, recht behalten: die Leidenschaft für den Aufstand war bis heute nur im Namen der Nation oder Gottes erfolgreich. Soll sie jedoch nicht nur zur Legitimation des Bestehenden dienen, ist es nötig die Geschichte gegen den Strich zu lesen. Nur wenn man begreift, dass Geschichte immer auch hätte anders verlaufen können, ist auch die Hoffnung begründet, die Gegenwart könne auf eine andere Zukunft zulaufen, als es die objektive Tendenz befürchten lässt.

Niklass Machunsky ist Redakteur bei der Zeitschrift Prodomo und lebt in Köln.

2.) "Fight for Freedom!" - Die Legende vom "anderen Deutschland" 
Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber 
Freitag, 07. Mai 2010, 19 Uhr, im Café Kurzschlusz der Fachhochschule Frankfurt, Kleiststraße 5 
Veranstalter: Autonome Liste Café Kurzschlusz 
Unterstützer: AStA der Fachhochschule Frankfurt

 “Nach der ersten deutschen Niederlage”, so erklärten Curt Geyer und Walter Loeb 1942, “wurde der Welt die Lüge von der deutschen Unschuld aufgetischt. Die Welt wurde eingeladen zu glauben, dass Deutschland angegriffen wurde und dass es das Schwert zu seiner eigenen Verteidigung gezogen hat. Eine zweite Lüge wird derzeit für den universellen Gebrauch vorbereitet, die Lüge, dass das deutsche Volk an diesem Krieg unschuldig ist.” Während die erste Lüge inzwischen weitgehend vergessen ist, hat die zweite nach wie vor Bestand. Die Legende vom “anderen Deutschland” war eine der ideologischen Gründungsvoraussetzungen der Bundesrepublik und der DDR. Sie gehört bis heute zum geschichtspolitischen Repertoire der Berliner Republik.

Curt Geyer, Walter Loeb und die Mitglieder der “Fight-for-Freedom”-Gruppe zählen zu den Wenigen, die dieser Legende schon in den frühen 1940er Jahren, im britischen Exil, entgegentraten. Mit antideutschen Schriften unterstützten sie Sir Robert Vansittart, Mitglied des britischen Oberhauses und Publizist – und neben Henry Morgenthau bis heute einer der meistgehassten Männer in Deutschland.

Jan Gerber und Anja Worm, die die zentralen Texte des “Fight-for-Freedom”-Kreises erstmals in deutscher Übersetzung herausgegeben haben, stellen in ihrem Vortrag nicht nur die Aktivitäten, Schriften und Reflexionen dieser Gruppe vor. Sie hinterfragen zugleich die Rede vom “anderen Deutschland”. Warum konnte die Vorstellung, der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und Auschwitz seien den Deutschen gegen ihren Willen von einer kleinen Clique Wahnsinniger aufgezwungen worden, wirkungsmächtig werden? Welche Bedürfnisse bedient die Rede vom “anderen Deutschland”? Warum wurde die “Fight-for-Freedom”-Gruppe also trotz ihrer erfolgreichen publizistischen Aktivitäten in Großbritannien und der zahllosen Angriffe, mit denen sie von Seiten des arbeiterbewegten Exils – vom damaligen SAPler Willy Brandt über den Kommunisten Jürgen Kuczynski bis hin zu den Sozialdemokraten Friedrich Stampfer und Erich Ollenhauer – bedacht wurde, sowohl in der deutschen Öffentlichkeit als auch im Wissenschaftsbetrieb über Jahrzehnte hinweg ignoriert?

Jan Gerber und Anja Worm sind Herausgeber des Bandes Curt Geyer, Walter Loeb u.a.: Fight for Freedom! Die Legende vom “anderen Deutschland” (Freiburg: Ça Ira 2009) und leben beide in Halle.

Im Anschluss an die Buchvorstellung findet im Café Kurzschlusz eine Party zum 8. Mai statt.

3.) Sexualität und Verdrängung – Kritik des islamischen Anti-Individualismus 
Vorträge und Diskussion 
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19 Uhr,  im Café Kurzschlusz der Fachhochschule Frankfurt, Kleiststraße 5 
Veranstalter: Gruppe Morgenthau
Unterstützer: Prozionistische Linke Frankfurt

Referenten: 
Thomas Maul
Zur Kritik des Phallozentrismus

Seit dem 11. September 2001 wird in der westlichen Öffentlichkeit die Frage diskutiert, was der Islam mit dem weltweit agierenden Suizid- und Tugendterror zu tun hat, der in seinem Namen zuförderst gegen Juden, Frauen und Homosexuelle sich richtet.

In Thomas Mauls kritischer Analyse des klassisch-schariatischen Geschlechterverhältnisses und der ihm entsprechenden Sexualpolitik im Spannungsfeld von Religion (Eschatologie, Ritualpraxis) und Gesellschaft (Patriarchalismus, orientalische Despotie, Djihad-Doktrin) erweist sich die Gemeinschaft der Gläubigen (Umma) als wesenhaft durch einen Phallozentrismus konstituiert, der in der Moderne notwendig in die Krise gerät. Die gegenwärtige barbarische Gewalt des Kollektivs ist damit nichts anderes denn eine anachronistisch-pathologische Verteidigung der im Verfall begriffenen Tradition und gilt in letzter Instanz immer dem (sexuell) selbstbestimmten Individuum.

Thomas Maul ist Buchautor, schreibt gelegentlich für die Zeitschrift "Bahamas", ist Mitglied der Gruppe "Hedonistische Mitte - Brigade Mondän" und lebt in Berlin.

David Parnass 
Die Hölle grünt - Kritik der „religiösen“ Toleranz

Nicht einmal mehr selbstverständlich ist es, am emphatischen Begriff der Aufklärung und dem mit ihr verbundenen Subjekt festzuhalten und als Individuum für dieses zu sprechen. Was im bürgerlichen Subjekt noch nicht mit sich identisch war, drängte unter dem Druck der Verhältnisse über diese hinaus, schlicht um das Leid zu mindern und das individuelle Glück zu mehren. Jene Reflexionsfähigkeit auf das unerhörte Leid und das ferne Glück ist der transzendente Moment, dem das Subjekt eingedenkt. Der Anspruch der Aufklärung war es, die Religion in die Vernunft aufzuheben, zu der jeder Mensch befähigt und deren Mittel die Kritik des Bestehenden ist. Dieser bis heute unerfüllte Anspruch ist universell und respektlos.

Aber unter dem Deckmantel der Religion fordert der Islams Respekt und Toleranz. Erwarten kann sie das nur von Menschen, die sich selbst längst aufgegeben haben und die in der Despotie der islamischen Hölle eine Verheißung ersehnen. Warum sie das tun, kann nicht ergründet werden. Diese Entscheidung ist individuell und steht außerhalb der Vernunft und damit unterhalb aller Kritik. Aber der Zusammenhang der affirmativen Haltung zum Islam, der Kritikabwehr und der Verleugnung der Totalität und der aus ihr entsprungene Vernichtungszusammenhanges kann aufgeklärt werden. Im Zentrum, als Objekt dieser negativen Totalität, standen und stehen die Juden und ihr Staat Israel. Das antizionistische Ticket, dessen sich die Freunde des Islam bedienen und das sie sich mit diesem teilen, verrät etwas über das Ressentiment gegen die Freiheit und Verantwortlichkeit des Individuums. An den Juden und ihrem Staat soll gerächt werden, was sie sich selber verbieten: den Status des Subjekts und damit das mögliche emphatische und mündige Individuum, dass sich im anderen wieder erkennt und damit den Gattungszusammenhang.

Dieser Zumutung, als Einzelner verantwortlich zu sein, wollen sich die postmodernen Lohnschreiber und Anwärter auf Universitätspöstchen erwehren, wenn sie, indem sie das Subjekt dekonstruieren, die Hymne auf Verhältnisse singen, in denen jenes zunehmend keine Rolle mehr spielt. Auf der Höhe der Zeit folgen diese zynisch, dem Vernichtungszusammenhang – in Auschwitz begonnen und vom „modernen“ Islam übernommen – um ihn theoretisch zu leugnen aber praktisch zu befördern.  

Der Referent ist Redakteur der Zeitschrift Pólemos und lebt in Nürnberg.

4.) Feindbild Israel – der ewige Sündenbock 
Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt und Tilman Tarach 
Dienstag, 25. Mai 2010, 19 Uhr 
Gemeinderatssaal der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Westendstraße 43 
Veranstalter: Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: Deutsch-Israelische Gesellschaft Frankfurt, Honestly-Concerned, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Zionistische Organisation Deutschland

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, daß die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Weit oben auf der Tagesordnung der »Israelkritiker« steht seit langem die israelische Siedlungspolitik. Alex Feuerherdt beleuchtet die Frage, warum viele nicht die Hamas und die Fatah, sondern die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten als »Haupthindernis für den Frieden im Nahen Osten« betrachten und hellauf empört sind, wenn sie gefragt werden, warum es offenbar nicht sein soll, daß Juden auch in einem prospektiven palästinensischen Staat leben dürfen.

Alex Feuerherdt ist freier Autor und schreibt regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zum Thema Nahost. Er ist Co-Autor des Buches »Verratene Freiheit - Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens«.

Tilman Tarach ist Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die 'Protokolle der Weisen von Zion' und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt«.










 


 

Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit. Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10. [mehr]

Do., 29.07.10, 13.30 Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort: Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]

"Solidarität mit Israel" - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille. Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom  24.06.10. [mehr]  

Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und die Islamische Republik Iran - Vortrag  von Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI, Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]

"Nichts gelernt und nichts vergessen"  - Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland                                                                                          
Sa., 19.06.10, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum) im Institut für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130, Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist keine Kreuzfahrt"

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum und seinen Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß "die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht. – Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der Initiative Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie"


So., 13.06.10, 14 Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz mit anschließender Demonstration durch die Kölner Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren werden. Interessierte wenden sich bitte an: mailto@jg-ffm.de [mehr]

Sa., 12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel ! - Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte. [mehr]





Studieren nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:
Veranstaltungsreihe der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]

Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa -
Vortrag von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim, Schwälmer Str. 28 in Frankfurt a. M. [mehr]    

Fr., 14.05.10,  11 - 17 Uhr:
Israel-Tag -
Feier von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten, Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache in Frankfurt a. M. [mehr]

Mo., 26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel -
Filmvorführung des Claude Lanzmann Filmes durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut im Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni Frankfurt. [mehr]

Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism!
- Diskussionsveranstaltung der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh (Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]    








"Der Professor und sein Prophet" - Text von Henryk M. Broder zu Micha Brumlik und Avraham Burg, 15.11.09 [mehr]

"Hitler hat gewonnen" - Text der Gruppe Morgenthau zur Veranstaltung vom Fritz Bauer-Institut mit Avraham Burg, 05.11.09 [mehr]

   


"Wann ist ein Jude Semit?" - Um den vor sich hin dümpelnden Club Voltaire in Frankfurt entwickelt sich ein kleiner Skandal, Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken, 08.10.09 [mehr]

"Der Sound des deutschen Schweinestalls" - Text der Antideutschen Koalition Rhein/Main, 01.08.09 [mehr] 

"Worte ohne Antifa" - Text der Gruppe Morgenthau, 23.07.09  [mehr]

Mi., 01.07.09: "Zusammenstoß der Zivilisationen - Iran und die westliche Welt zwischen 1978 und 2007" Zwei Veranstaltungen mit Dr. Ronen Bergman, israelischer Journalist und Buchautor von "The Secret War with Iran": Um 14 Uhr Gespräch im Haus der ZJD, Falkensteiner Str. 1 organisiert vom Jüdischen Jugend- und Studentenverband Hessen und der Prozionistischen Linken Frankfurt und um 19 Uhr Vortrag im Saalbau Bornheim, Arnsburger Str. 24 organisiert von der Initiative Honestly-Concerned und der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG.

 FREE IRAN NOW!


Do., 07.05.09, von 11 bis 18 Uhr: Infostand zum Yom Haatzmaut, dem israelischen Unabhängigkeitstag, auf der Frankfurter Zeil 
(am westlichen Ausgang der U-Bahn - Station Konstablerwache). Offizielles Thema für den diesjährigen Israel-Tag ist der 100. Geburtstag Tel Avivs, der Partnerstadt Frankfurts. Veranstalter ist die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG.   

RALLY AT DURBAN II IN SUPPORT OF ISRAEL
“Israel Wants Peace” - Geneva, Wednesday, 22 April 2009 [more]

"Emanzipation in der politischen Bildung - Theorien, Konzepte, Möglichkeiten" - Buchvorstellung mit Janne Mende und Stefan Müller am Mi., 08.04.09, 20 Uhr, Café 1, Gebäude 1 der FH Frankfurt. [mehr]

"Das Schweigen brechen" - Öffentliche Versammlung zur Untersuchung des LaRouche-Netzwerks am Fr., 27.03.09, 11 Uhr, Konferenzraum: Bach des Crowne Plaza, Bahnhofstr. 10, Wiesbaden [mehr]