Während es üblich geworden ist, innerhalb der Kulturwaren zu
differenzieren, um so deren vermeintliche Freiheitspotentiale zu entdecken,
läßt sich die Kulturindustrie als das kritisieren, was sie ist: Produkt und
zugleich Produzentin des falschen Ganzen, als das sie Adorno zu seiner Zeit
verurteilte. Konnte er jedoch noch damit rechnen, durch Übertreibung ihre
Wahrheit zu treffen, hat die Kulturindustrie unterdessen ihren eigenen
Superlativismus übertroffen.
Wenn sich die deutsche kulturschaffende Intelligenz mit demjenigen befaßt,
der die Kulturindustrie
zuallererst auf ihren Begriff brachte, wird es finster im Lande. Mit dem
hundertsten Geburtstag Adornos im September 2003 war ein gerne genutzter Anlaß
gefunden, die Kritische Theorie der Gesellschaft auf das eigene Niveau des
unverbindlichen Geschwätzes herunterzuziehen und den Philosophen und Soziologen
Adorno zum »Teddie« sowie das bestehende Elend zur besten aller Welten zu
machen: Kapitalismus, Barbarei, Auschwitz – alles halb so wild und Adorno ein
unverbesserlicher Pessimist und Miesmacher.
Das kurrente
Philosophiegewerbe ist Teil gerade jener Kulturindustrie, die man hierzulande
so gerne in den USA am Werke sieht. Der New-Yorker »Anbruch« registrierte
allerding die deutsche »Adorno-Industrie«, derweil im »Spiegel« hingegen eitel
Freude darüber herrschte, daß die Feierlichkeiten »nun auch den privaten
Theodor Wiesengrund-Adorno« in der Vordergund gerückt hatten. Wird dort Kritik
daran geübt, daß die Appartschiks der Kulturindustrie Adorno schlicht überrannt
und gefleddert haben, wird hier ein Einvernehmen darüber hergestellt, daß das
Private offiziell und das Offizielle, alles, was man ›Werk‹ nennen könnte,
privatistische Angelegenheit spinnerter ›Adorniten‹ sei.
Der Vortrag von Dirk
Braunstein zeigt, wie dieses Einvernehmen hergestellt wird und was das für die
Kritik der Kulturindustrie im besonderen sowie für Gesellschaftskritik im
allgemeinen bedeutet.
Dirk Braunstein promovierte über Adornos Ökonomiekritik, ist
Gastwissenschaftler am Institut für Sozialforschung und lebt in Bochum.
Der
Band Postnazismus revisited
versammelt Beiträge, die grundlegende Überlegungen zum Nachleben des
Nationalsozialismus in den
postfaschistischen Gesellschaften anstellen. Sie setzen sich sowohl mit der
modernisierten Vergangenheitspolitik in Deutschland als auch den Erfolgen der
FPÖ unter und nach Jörg Haider auseinander. Die Aufsätze beinhalten Gedanken
zur Kritik des Postnazismus im Zeitalter des Djihadismus und formulieren eine
Kritik am „Islamophobie“-Begriff vor dem Hintergrund der Diskussionen über den
norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik.
Eine zentrale
These des Bandes lautet, dass eine global orientierte Kritik der
postnazistischen Konstellation konstatieren muss, dass sich das Zentrum der offenen antisemitischen Agitation nach
1945 von Europa in den arabisch-islamischen Raum verschoben hat. Nachdem die
Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen
wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen
Massenmord steigern kann, sondern auch, dass man dafür selbst nach der totalen
militärischen Niederlage keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat, kann
gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, was für eine ungemeine Attraktivität
eine derartig pathologische, sowohl mörderische als auch selbstmörderische
Krisenlösungsstrategie für antisemitische Massenbewegungen und Banden in
anderen Weltregionen haben musste.
Clemens Nachtmanns Beitrag „Von der postnazistischen
Demokratie zum Karneval der Kulturen“ ist eine Anstrengung, der bundesdeutschen
Gesellschaft, die sich immer weiter vom Tatort ihres Gründungsverbrechens,
Auschwitz“, entfernt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die totalitäre
Kulturalisierung aller Lebensbereiche gelegt, vermittels welcher der
postfaschistische „Konsens der Demokraten“ sich runderneuert präsentiert und
zugleich zu seinen Ursprüngen zurückfindet. Enttäuscht werden wird, wer sich
eine „klassisch antideutsche“ Tirade gegen Deutschland und seine angebliche
„Besonderheit“ erhofft: aufgezeigt wird vielmehr, daß der Begriff des
Postfaschismus schon immer auf eine internationale Konstellation zielte, die
heute in seiner Verallgemeinerung zu sich kommt.
Stephan
Grigat hat an der FU Berlin promoviert, war Forschungsstipendiat in Tel Aviv
und ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien.
Clemens
Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas
und lebt als Komponist und Dozent für Musiktheorie in Graz.
„Du müßtest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die,
womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“[1](T. W.
Adorno)
Am11. September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit
2001 der Tag des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der Philosophin
und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler, der Adorno-Preis in
der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut dem dafür zuständigen Kuratorium,
dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des Instituts für Sozialforschung und
des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, ist
Butler „eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit“.
Das
ist wahr und gelogen zugleich, präziser noch: es ist wahr, weil es gelogen ist.
Gelogen – weil der Sachgehalt von Butlers Denken in derart evidenter und
eklatanter Weise unmaßgeblich ist, daß es sich vorab verbieten müßte, es in
einem Atemzug mit der kritischen Theorie Adornos zu erwähnen.[2]
Ein Denken nämlich, das erklärtermaßen und für einen jeden Alphabetisierten
nachlesbar jeden einzelnen Begriff und ausgeführtes Denken erst recht vorab in
eine übergreifende Ursprungsmacht auflöst, die der philosophierende Faschist
Heidegger – Butlers denkerische Referenz – das „Sein“ nannte und die bei Butler
postfaschistisch runderneuert als machtgestützter „Diskurs“ wiederkehrt; ein
Denken, in dem es folglich keine Differenz, damit aber auch keine bestimmbare
Vermittlung zwischen Begriff und Sache gibt und das deshalb bereits die
einfachen logischen Formen von Urteil und Kritik, die solcher Differenz sich
verdanken, aus sich verbannen muß – ein solches Denken hat es sich mit Fug und
Recht verdient, eine unkritische Theorie par excellence genannt zu werden.
Butlers
Ansatz, das Denken mithilfe des Denkens
abzuschaffen, hat mit Adornos Versuch, mit dem Begriff gegen den
Begriff um des
Nicht-Identischen willen zu denken, ungefähr soviel zu tun wie
Jean Sibelius
mit klassischer oder Arvo Pärt mit neuer Musik: nämlich gar
nichts. Das
zutiefst Primitive und Gewalttätige von Butlers Unternehmung
manifestiert sich
in der Sprache, die ihr notwendig zu einem gespreizten und gezierten
Jargon
gerät, zu einer Art Ästhetisierung der Behördensprache,
mit deren Hilfe die
bürokratisch-verfügende Selbstauslöschung des Denkens
zum Genuß und inneren
Erlebnis wird. Statt zu erzählen, statt in Begriffen sich
prozessual zu
entfalten und diese im Laufe ihres Fortgangs zu erhellen, ist Butlers
Sprache
schlicht eine Aneinanderreihung von Imponiervokabeln wie
„Performanz“,
„Diskurs“, „Macht“, „Gender“,
„Dekonstruktion“ – allesamt verdinglichte und
appellative Schlagworte, „Tickets“ im Sinne Adornos, deren
Gehalt gleichgültig
ist und die der Philosophin und ihrer Gemeinde vielmehr als
Erkennungszeichen
dafür dienen, daß beide denkerisch up to date sind und zum
Kreis der
Eingeweihten gehören. Butlers affirmative Sprache und ihr
miserabler Stil
hätten allein schon hinreichen müssen, ihr auf keinen Fall
einen Preis zu
überreichen, der nach einem Philosophen benannt ist, der zu den
brilliantesten
Stilisten nicht zuletzt deswegen gehörte, weil er, an Karl Kraus
geschult, nur
zu gut wußte, daß Phrase und Jargon die geistige
Abschlagszahlung auf Gewalt
und Barbarei darstellen.
Aber seien wir gerecht: die Begründung der Jury ist
nur allzu wahr, in einer Weise allerdings, wie die Juroren es wohl nicht gemeint
haben – denn in der Tat hat Butler mit ihrem primitiven Denken und ihrem
schlechten Stil „maßgeblich“ dazu beigetragen, diesen postmodernen Jargon zu
etablieren, der mittlerweile nicht mehr an der Akademie, wo er alle
Fachbereiche rettungslos durchtränkt hat, gepflegt wird, sondern von den
Kommandohöhen des Staates bis tief hinunter zu Erna und Otto Normalvergaser
nachgeplappert wird. Kein Wunder, daß gerade die von Butler maßgeblich geprägte
„Postmoderne“ zur wahren Popularphilosophie unserer Zeit avanciert ist – denn
sie hat den Einspruchscharakter des kritischen Denkens aufgegeben und eignet
sich deshalb bestens als Legitimationsinstrument im Verdrängungswettbewerb
panischer Subjekte. Was Butler und ihre Brüder und Schwestern im Geiste von
jedwedem Denken behaupten: daß über dessen Geltung lediglich das Recht des
Stärkeren entscheidet, weil jegliche „Wahrheit“ bloß ein Jeton im ewigen Kampf
um Benennungsmacht ist – auf ihr
Denken trifft diese These tatsächlich und ganz ungeschmälert zu.
Ein Denken, das so konzipiert ist und sich explizit
dazu hergibt, als Beute des Stärkeren zu fungieren, ist aber der adäquate
geistige Überbau von Rackets, zu denen sich krisengeschüttelte Subjekte
zusammenrotten, die es danach drängt, unter Berufung auf die ewigen Ursprungsmächte
ihren Haß auf jedwede Vermittlung an denjenigen auszuagieren, die traditionell
als Agenten der Vermittlung identifiziert werden. Kein Wunder daher, daß
Butler, ganz der Logik ihres Denkens folgend, für die schlimmsten unter diesen
Banden nichts als Solidarität und Empathie übrig hat:
“Yes,
understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that
are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important.”[3](J. Butler)
Hamas
und Hisbollah sind antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist Israel zu
zerstören: Butler weiß das, sonst müßte sie nicht dafür werben,
sie endlich als „soziale Bewegungen“ anzuerkennen. Dabei ist es aber keineswegs
so, daß sie das mörderische Treiben von Hamas und Hisbollah um des „Sozialen“
willen nur billigend in Kauf nimmt – ihre eigenen politischen Aktivitäten
sprechen vielmehr dafür, daß sie im Töten von Juden den eigentlich progressiven
sozialen Gehalt dieser Banden erblickt, weil er die praktische Umsetzung dessen
ist, was sie einstweilen nur ideologisch propagiert: die Delegitimierung
Israels. Anstatt nämlich gegen die tatsächliche Unterdrückung etwa von Frauen
und Schwulen in arabischen Ländern zu agitieren, hetzt sie gegen Israel als ein
angebliches „Apartheidsregime“, wie es in Südafrika bestand[4],
unterstützt das Russell-Tribunal on Palestine[5]
und wirft Israel „Pinkwashing“ vor: Die Unterstützung der Rechte von
Homosexuellen allein der Propaganda wegen.[6]Den War on Terror
nach dem 11. September vergleicht sie mit dem Krieg der Nazis gegen die Juden [7]
und empört sich über die Tötung Bin-Ladens.[8]
Sie publiziert auf der antisemitischen Homepage Mondoweiss[9]und ist eine der prominentesten Aktivistinnen der
Campaign of Boycotts, Divestment and Sanctions against Israel, der
sogar ausgewiesene Israel-Hasser wie Noam Chomsky oder Norman Finkelstein
mittlerweile Antisemitismus vorwerfen.[10]Innerhalb dieser
Kampagne ruft sie ganz unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und
kulturellen Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die
Forderung auf Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge, die geplante
Zerstörung des jüdischen Staates.[11]
Dies propagiert sie dann bei Gastauftritten u.a. an der palästinensischen Bir Zeit
Universität, wo sonst Terroristen rekrutiert und geehrt werden[12]
oder in einer Traueranzeige im International Herald Tribune am israelischen
Unabhängigkeitstag.[13]
„Wir machen uns
schreckliche Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis
einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind, dass sie
die Situation halten können.“[14](T. W.
Adorno)
Es ist sehr einfach: es ist der blanke Hohn, einer
Denkerin, die sich für den Boykott des jüdischen Staates engagiert und zu
diesem Zweck mit antisemitischen Terrorbanden fraternisiert, einen Preis zu
verleihen, der nach jemand benannt ist, dessen Denken wie kein anderes die
unbedingte Gegnerschaft zum Antisemitismus und zum antijüdischen Terror
vertritt und für den
deswegen die Existenz Israels als "Heimstätte zahlloser vor dem Grauen
geflohener Juden" (T.W. Adorno) und damit auch die Notwendigkeit seiner
bewaffneten Selbstbehauptung außer Frage stand, d.h. niemals
Verhandlungsgegenstand eines sogenannten "Diskurses" war.
Initiative
„Adorno gegen seine Preisträger verteidigen!“
[1]Adorno in einem Brief an Marcuse,
indem er sich auf das Niederbrüllen des israelischen Botschafters durch
Studenten an der Universität Frankfurt bezieht. Kraushaar (Hrsg.) 1998:
Frankfurter Schule und Studentenbewegung. Bd. 2, 652
[2] Ebenso wie andere Preisträger und
Israel-Hasser vor ihr, z.B. Jean-Luc Godard:http://jungle-world.com/jungleblog/1779/
Alex Gruber: Zur Austreibung des Objekts - Judith Butlers postmoderne Affirmation des Bestehenden
Was Adorno in Bezug auf die Semantik der analytischen Philosophie, an
die Judith Butler etwa in "Haß spricht" kritisch anschließt, bezogen
feststellt, gilt in verstärktem Maße auch für die Diskurs- und
Anredetheorie der poststrukturalistischen Denkerin: Ihre isolierende
Sprachkritik ist durch den Charakter des Fetischismus bestimmt. Butler
glaubt im Rückgriff auf John L. Austins Sprechakttheorie, dass
„Trübungen und Trugtendenzen, die an der Sprache zu beobachten sind“ in
der zum Diskurs ontologisierten Struktur der Sprache angelegt sind,
„anstatt dass die Worte stets gesehen werden als ein Wechselspiel, als
ein Kraftfeld zwischen dem was sie in der Sprache sind, und dem was sie
bedeuten, was eben die reale Gesellschaft ist“ (Adorno). Vielmehr ist
von Butler das Kommunikationsmittel Sprache gleichsam absolut gesetzt;
so absolut dass sie keinerlei Gegenständlichkeit außerhalb der Sprache
gelten lassen und jede Annahme eines Außersprachlichen als unzulässige
Essentialisierung oder Substantialisierung austreiben möchte. Diese
dekonstruktivistische Jagd auf den Vorrang des Objekts ist es zugleich
auch, worin jenes Drängen zur Praxis fundiert ist, welches Judith
Butlers Theorie charakterisiert und ihr das Flair der Kritikerin
verschafft - während es doch nur die zur Tat schreitende Verdopplung der
gesellschaftlichen Naturbeherrschung darstellt.
Magnus Klaue: Leib ohne Gewicht - Judith
Butlers Körperpolitik
Zu Beginn ihres Buches "Das Unbehagen der
Geschlechter" stellt Judith Butler ausdrücklich fest, sie verstehe sich
nicht als "Feministin". Feminismus ist für sie Ausdruck einer
repressiven "Identitätspolitik", die letztlich nichts anderes als die
Durchsetzung schnöder Interessen betreibe und die einzelnen Frauen zu
diesem Zweck auf ein gemeinsames, vermeintlich ontologisches Prinzip des
"Frauseins" verpflichte. Butler selbst setzt dem jedoch keinen Begriff
von Individualität entgegen, der über die Ontologie des
Geschlechtscharakters hinausweist, sondern plädiert in letzter
Konsequenz für den Rückbau selbst noch der Residuen von Individualität,
die im bürgerlichen Geschlechtscharakter angelegt sind, zugunsten einer
partikularistischen "Vielheit" fluider Rollenmuster. Die regressiven
Implikationen dieser "Körperpolitik" lassen sich besonders anschaulich
an Butlers Exorzismus des Leibbgeriffs zeigen: Indem sie den pauschal
als theologisch oder zumindest metaphysisch denunzierten Begriff des
Leibs zugunsten eines als krudes Material gesellschaftlicher Zurichtung
aufgefassten "Körpers" preisgibt (geschlechtertheoretisch zeigt sich
dies an der Ersetzung des Sexus durch "Gender"), tilgt sie jede
Möglichkeit der reflektierenden Erinnerung an die erste Natur im
Menschen durch blinde Affirmation der zweiten Natur, der auch
ausgeliefert sei, wer der schlechten Vergesellschaftung widerstehen
wolle.
„Du müßtest nur einmal in die manisch
erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns
selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“ (T. W. Adorno)
Am 11.
September 2012, dem Geburtstag Theodor W. Adornos und seit 2001 dem Tag
des bislang schlimmsten islamistischen Terroranschlages, soll der
Philosophin und Professorin an der Universität Berkeley, Judith Butler,
der Adorno-Preis in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden. Laut
dem Kuratorium, dem u.a. die Oberbürgermeisterin, die Leiter des
Instituts für
Sozialforschung und des Sigmund-Freud-Instituts angehörten, eine
der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit.
“Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are
progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is
extremely important.” (J. Butler)
Hamas und Hisbollah sind
antisemitische Terrorbanden, deren Ziel es ist, Israel zu zerstören.
Butler bevorzugt jedoch, Israel mit der Apartheid in Südafrika zu
vergleichen, anstatt die tatsächlich undemokratischen und Minderheiten
unterdrückenden arabischen Nachbarstaaten und Rackets anzugreifen. Den
War on Terror nach dem 11. September vergleicht sie dafür mit dem Krieg
der Nazis gegen die Juden, so daß aus den eigentlichen antisemitischen
Tätern die „Juden von heute“ werden. Butler ist zudem eine der
prominentesten Aktivistinnen der Campaign of Boycotts, Divestment and
Sanctions against Israel. Innerhalb dieser Kampagne ruft sie ganz
unverhohlen zu einem Boykott der akademischen und kulturellen
Institutionen des jüdischen Staates auf und unterstützt durch die
Forderung nach Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge die geplante
Zerstörung des jüdischen Staates. Adorno musste vor dem Boykott und
der Verfolgung der Juden durch die Nazis fliehen, um der Ermordung zu
entgehen. Butler unterstützt heute den Boykott des jüdischen Staates und
verharmlost Gruppen, deren Ziel es ist, möglichst viele Juden zu töten.
So jemandem darf kein Preis verliehen werden, der nach einem
Philosophen benannt ist, welcher wie kein anderer für die Kritik des
antisemitischen Terrors steht.
„Wir machen uns schreckliche
Sorgen wegen Israel. (…) Man kann nur hoffen, dass die Israelis
einstweilen immer noch militärisch den Arabern soweit überlegen sind,
dass sie die Situation halten können“ (T. W. Adorno)
Veranstalter: Bündnis "Kein Adorno-Preis für Judith Butler!"
Arno Lustiger (07.05.1924 - 15.05.2012)
Veranstaltungsreihe „Kunst
& Kritik“
„Das
perennierende
Leiden hat soviel Recht auf Ausdruck wie der Gemarterte zu
brüllen. Deshalb mag
falsch gewesen sein, nach Auschwitz ließe kein Gedicht mehr
sich schreiben.
Nicht falsch aber ist die minder kulturelle Frage, ob nach Auschwitz
noch sich
leben lasse (...).“ (Adorno, Negative Dialektik)
„Was
ist das Kino?“ lautet eine im
Zwischentitel eingeblendete Frage in Jean-Luc Godards Histoire(s)
du cinéma; gestellt
in Anspielung nicht nur auf die
Frage des Abbé Sieyès nach dem Dritten Stand am
Beginn der Französischen
Revolution, sondern auch auf ein gleichnamiges Buch des Filmkritikers
André
Bazin, ohne den Godard wohl nie im Leben einen Film gemacht
hätte. Antwort:
„Nichts. – Was will es? Alles. – Was kann
es? Etwas.“ Was dieses Etwas sei, das
der Film im Unterschied etwa zum Denken und Schreiben vermag,
darüber
zerbrechen sich Theoretiker die Köpfe, während das
Filmpublikum offenbar genau
weiß, warum es Bilder und Töne den
umständlich vorgetragenen Worten und
Gedanken vorzieht. Godard
selbst begann
darüber eine Auseinandersetzung mit Claude Lanzmann, der in Shoah gezeigt
hatte, was ein Film – vor
die scheinbar unlösbare Aufgabe einer Darstellung von
Auschwitz gestellt –
könne und was nicht. Godard hielt dagegen, Lanzmann habe in
diesem Film
überhaupt nichts gezeigt. Wie die seither fortgesetzte
Kontroverse immerhin
zeigt, geht es bei dem gegen Lanzmann erhobenen Vorwurf eines
Bilderverbots um
etwas anderes als filmtheoretische Spitzfindigkeiten. Der Partisan des
Bildes
und der des Wortes, wie Godard es nannte, haben sich in vertauschten
Rollen
schon in den frühen 1970er Jahren zu erkennen gegeben, als
Lanzmann ein Bild Israels
entwarf und Godard das Wort ergriff, um die von ihm selbst
aufgenommenen Bilder
der gescheiterten palästinensischen Revolution lesbar zu
machen. Di., 15.05., 20 Uhr,
„Quälbarer Leib – Adornos
kategorischer Imperativ nach Auschwitz und die Kunst“,
Buchpräsentation mit Gerhard
Scheit (Wien), I.G.Farben-Campus der Universität
Frankfurt,
Casino Raum 1.811,
Grüneburgplatz 1.
Es hätte der literarischen
„Vernichtungsgewinnler“ (Carl Wiemer) nicht
bedurft, um zu verstehen, warum Adorno Sartres Erkenntnis emphatisch
zustimmen
musste: „Niemand aber sollte auch nur einen Moment glauben,
man könnte einen
guten Roman zum Lobe des Antisemitismus schreiben.“ Der
Umkehrschluss
allerdings wäre falsch: Ein Roman gegen den Antisemitismus ist
darum noch kein
guter Roman.
Es ist nicht die Frage, ob der kategorische Imperativ nach Auschwitz in
der
Kunst sozusagen ausgeknipst werden kann oder nicht – das ist
der Modus der
Kulturindustrie (aus: Jurassic Park;
ein: Schindlers Liste) –,
sondern
inwiefern er ihr als Bedingung der Möglichkeit, der
Möglichkeit ihrer
Autonomie, zugrunde liegt. „Nach Auschwitz ist kein Gedicht
mehr möglich, es
sei denn auf Grund von Auschwitz.“ (Peter Szondi) Dieser
Grund aber ist die
potentielle Form des Gedichts oder er ist nirgendwo. Kunstwerke, soweit
sie heute
ihrem eigenen Begriff noch gerecht werden können –schon darin fällt
es schwer, Gedicht, Roman, Musik, Bild … in
eins zu setzen, so sehr ist dieses „auf Grund von
Auschwitz“ mit dem je
eigenen, unübertragbaren Gefüge verschmolzen
– sind gleichsam von sich aus
„eingerichtet“, dass es nicht sich wiederhole, wenn
sie nur endlich beim Wort
genommen würden, was weder in der Hand des Künstlers
liegt noch an dessen
Intentionen unmittelbar abzulesen ist.
Die Konstellation gilt in bestimmtem, zu bestimmenden Sinn auch
für den
Imperativ Kants und den von Marx. Nur: im Ästhetischen wird
immer auch die
bloße Armatur des Imperativs überschritten, die
Abstraktheit seiner
Formulierung, in Richtung auf eine Versöhnung, die den
Imperativ überflüssig
machte. Daher der Eindruck, dass es ihn gerade hier nicht geben
könne, er hier
nicht zugrunde liegen würde.
Symptomatisch darum, wie man heute Adornos kategorischen Imperativ
zumal in
den Fragen des Ästhetischen auseinanderbrechen
möchte: Wird auf der einen Seite
das Moment des Hinzutretenden als „Leibhaftes“
fallengelassen, findet sich auf
der anderen auch der Freiheitsbegriff, den ein Imperativ immer schon
voraussetzt, unterschlagen.
Musikwissenschaftler
denken einen ihrer bevorzugten
Gegenstände, die Musik in der Epoche der harmonischen
Tonalität, ebenso wie die
Ökonomen den ihren, die Wirtschaft: nämlich als ein
„an sich“ harmonisches
Ganzes, in dem alle Widersprüche sich am Ende gegenseitig
ausgleichen und der
deswegen nur durch äußerliche,
„hinzutretende“, Faktoren in die Krise geraten
kann. Die harmonische Tonalität jedoch ist gerade kein mit
sich identisches, in
Selbstbestätigung verharrendes, sondern ein nicht-identisches,
seine eigene
Auflösung vorantreibendes System musikalischer Beziehungen:
eben ein
fundamentaler Krisenzusammenhang.
Wenn Ludwig van Beethoven in seiner Musik nach einer zentralen
Beobachtung
Adornos „Tonalität aus subjektiver Freiheit
reproduziert“, dann führt dieses
reine musikalische Auskonstruieren elementarer tonaler
Grundbestimmungen
deshalb virtuell und doch bereits hörbar bereits an die
Grenzen jener Tonalität,
die als solche dann am Ende des 19.Jahrhunderts tatsächlich
außer Kraft gesetzt
wird. Auf
der Musik Beethovens liegt der erste Schwerpunkt des
Vortrages, weil sie einen musikgeschichtlichen „point of no
return“ und
virtuell bereits den Umschlagspunkt zur musikalischen Moderne
markiert. In der 3.Symphonie, der sogenannten
„Eroica“, namentlich im ersten Satz, gelingt es der
Kunstform Musik, am Beginn
des bürgerlichen Zeitalters zum ersten Mal in der Geschichte
das ungeschmälert
einzulösen, was doch seit jeher eine ihrer Grundbestimmungen
ist,
„weiterzugehen, ein Neues zu werden, sich zu
entwickeln… Seit Musik existiert,
war sie der wie immer auch ohnmächtige Einspruch gegen Mythos
und immergleiches
Schicksal, gegen den Tod selber.“ (T. W. Adorno) In Beethoven
etabliert sich
ein neues emanzipatorisches Zeitgefühl und
Zeitbewußtsein, das nichts Gesetztes
– kein Motiv, kein Thema, keinen Klang – unbefragt
stehen und sich ausbreiten
läßt, sondern es durch „Arbeit“
zur fortwährenden Entäußerung, zum
permanenten
Gestaltwandel anstachelt; was der Musik qua Existenzform als Zeit-Kunst
ohnehin
zukommt, wird hier auskomponiert: ihr Prozeßcharakter, der
nur deswegen an ein
Ende kommt, weil die Musik nun einmal auch aufhören
muß, „an sich“ jedoch auch
weitergehen könnte. Musik wird hier aus ihrer materialen
Beschaffenheit heraus,
nicht durch Parolen, Programme oder ihr äußerliche
weltanschauliche
Behauptungen zu einer Spiegelung gesellschaftlicher Vorgänge,
indem sie diese
überschreitet: einer Spiegelung der bürgerlichen
Gesellschaft, die nach Marx
nur existieren kann, indem sie ihre eigenen Produktionsbedingungen
fortwährend
umwälzt. Radikal
prozeßhafte Musik, wie sie in Beethovens
„Eroica“
auf unwiderstehlichste Weise realisiert ist, befreit die Musik von dem
ihr konstitutiv
fremden Zwang zum Verharren und bringt das musikalische Material zum
ersten Mal
„zu sich selbst“ – und doch gelingt ihr
die
Versöhnung des Einzelnen und des
Allgemeinen nicht bruchlos: gerade in den auftrumpfenden und
beschwörenden scheint etwas von der
Gefährdung und der
Angst des Subjekts auf, die es im scheinbar so ungebrochenen
„Hochgefühl“
umtreibt. Für
Franz Schubert und Hector Berlioz, deren Komponieren
in Zeitgenossenschaft zu Beethoven bzw. sich unmittelbar nach seinem
Tod
entfaltet, ist diese fragile Versöhnung bereits technisch
unmöglich geworden.
Beide bewahren den von Beethoven etablierten Stand der Musik gerade
dadurch,
daß sie ihn nicht konservieren, sondern eingreifend
verändern. Namentlich in
Berlioz´ Musik, deren Reflexion den zweiten Schwerpunkt des
Vortrages bildet,
explodiert die musikalische Moderne „im Nu“ noch
auf dem Boden der Tonalität.
In seiner Musik wird die prozeßhafte
Entäußerung des Transzendentalsubjekts in
der Zeit, dessen Apologie Beethoven betreibt, durchsichtig aufs
empirische
Subjekt, wie die literarischen „Programme“ zur
seiner Musik bezeugen – ein
Subjekt, das die Zeit nicht mehr als linear fortschreitende und
sinnerfüllte,
sondern als eine Folge von Schocks und disparaten Ereignissen erlebt,
die
Berlioz etwa mit höchst avancierten musikalischen
Schnittechniken und kühnen
Überblendungen verschiedener Zeitmaße auskomponiert.
Insbesondere in seiner
Stellung zur Zeit ist Berlioz seiner Zeit weit voraus und deshalb so
gut wie
Beethoven, den er beerbt, ein Zeitgenosse. Die Musik beider ist, wie
darzustellen sein wird, eine „mit Jetztzeit
erfüllte“.
Wer eine zeitgenössische
Ausstellung, Theateraufführung
oder ein Konzert besucht, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Die
Ausstellungen
warten mit den immergleichen Installationen aus Metallschrott,
Plastik-Holz-Kombinationen oder flimmernden Bildschirmen auf. Das
Theater kommt
nicht ohne die permanente Kritik des Dreiklangs aus Medien, Konsum und
Globalisierung aus: Es präsentiert sich als kunstgewerbliche
Variante der
Occupy-Bewegung. Und zeitgenössischen Konzerten gelingt es
sogar, den Anspruch
der Neuen Musik zu verhunzen – wenn etwa der Starschlagzeuger
Martin Grubinger
bei seinen Massenevents ein Potpourri aus Schlager, Neuer Musik, Swing,
Jazz,
Klassik, Welt- und Volksmusik zum Besten gibt. Die
zeitgenössischen Kunstwerke
sind weder eine Allegorie „scheinlos gegenwärtigen
Glücks“, die ihre
Sprengkraft, wie Adorno schreibt, gerade daraus zieht, dass sie mit der
„tödlichen Klausel des
Schimärischen“ behaftet ist: „dass es
nicht ist“. Noch
findet ein Abarbeiten an der Erfahrung von Leid statt. Stattdessen
werden die
Verhältnisse bestenfalls verdoppelt. Vom Wahrheitsanspruch des
Kunstwerks, der
im besten Sinn autoritär war, bleibt nur der
Größenwahn des Künstlers – des
Malers, Regisseurs, Autors usw. –, der sich in der Regel
entweder als Ratgeber
des Staates oder gleich ganz als prospektiver Philosophenkönig
geriert. Die
einschlägigen Produkte ziehen ihren politischen Gehalt weniger
aus der
Materialgestaltung als aus den aufdringlichen Bekenntnissen ihrer
Macher.
Selbst die wenigen Werke, die sich dieser Entwicklung entziehen,
verdeutlichen
aufgrund ihrer schreienden Marginalität, wie sehr die Kunst
auf den Hund
gekommen ist. So hat sich die Mehrzahl der zeitgenössischen
Kunstwerke längst
ununterscheidbar von den Produkten der Kulturindustrie gemacht. Es gibt
allerdings einen Unterschied: Fernsehen, Kino und Popmusik liefern die
Verdopplung der Realität, mit der auch die
einschlägigen Theateraufführungen
oder Ausstellungen aufwarten, bei aller dringend erforderlichen Kritik
in einer
anspruchsvolleren Weise. Sie erheben im Unterschied zum
zeitgenössischen
Kunstbetrieb zumindest noch den Anspruch, das Publikum zu unterhalten.
Dieses
Amüsement scheitert zwar notwendigerweise. Dennoch ist selbst
jede Folge des
Marienhofes, der Verbotenen Liebe oder des Großstadtreviers
– ganz zu schweigen
von den Produkten der viel geschmähten amerikanischen
Kulturindustrie –
zumindest unterhaltsamer als die neuesten Werke Daniel Kehlmanns,
Günther
Grass’, Claus Peymanns oder Neo Rauchs.
Butler rennt - Text von Matthias Küntzel, 13.09.12 [mehr].
"Kein Adorno-Preis für Judith Butler" - Video-Aufzeichnung der Kundgebung am 11.09.12 vor der Frankfurter Pauslkirche [mehr].
Hinter dem Ruf nach kommunikativer Verständigung verschanzen sich die Vollidioten - Redebeitrag der Gruppe Morgenthau auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr].
Judith Butler und der neue antijüdische Diskurs - Redebeitrag von Matthias Küntzel auf der Kundgebung "Kein Adorno-Preis für Judith Butler" am 11.09.12 [mehr].
Hat sich Butler neu positioniert? - Text von Matthias Küntzel, 07.09.12 [mehr].
Kein Objekt nirgends. Judith Butler, Adorno und Israel - Text von Alex Gruber und Tjark Kunstreich in der Jungle World, 06.09.12 [mehr].
Ein schlechter Scherz: Adorno, Butler & der Zionismus - Text von Stephan Grigat zur Preisverleihung an Judith Butler, 31.08.12 [mehr].
Judith Butler, the Adorno Prize and the Moral State of the "Global Left" - Reflections from Richard Landis, member of SPME, 31.08.12 [more].
SPME zur Erwiderung von Judith Butler auf die SPME-Erklärung, 31.08.12 [mehr].
SPME-Erklärung zur Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler, 14.08.12 [mehr].
Kalkulierte Kränkung - Zur Verleihung des Adornopreises an Judith Butler - Text der Association Antiallemande Berlin, 08.08.12 [mehr].
Never mind the Adorno, here's the Judith Butler - Text der Gruppe Morgenthau, 08.08.12 [mehr].
Die
Hisbollah wurde Anfang der 80er Jahre im Libanon während des
libanesischen Bürgerkriegs und des israelischen Libanonkriegs
gegründet. Sie ist der bislang einzig erfolgreiche "Export"
der islamischen Republik Iran, als deren verlängerter Arm im
Kampf gegen Israel und den Westen die weltweit
agiert. Sie hat für islamistische Organisationen immer wieder
Maßstäbe gesetzt. Ihr Generalsekretär Hassan Nasrallah
war lange der populärste Führer im Nahen
Osten, über den Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar werden seine
Reden weltweit ausgestrahlt. Doch auch die „Partei Gottes“
wurde durch die Umbrüche in der arabischen Welt
erschüttert, wo plötzlich die Bilder und Fahnen
Nasrallahs, Assads und der Islamischen Republik Iran brannten. Dabei
hat Hisbollah sich nicht gewandelt, sondern im Gegenteil die
mörderische und selbstdestruktive Dynamik des "Widerstands"
gegen Israel konsequent weiterverfolgt. Die
„Befreiungsbewegung“ ist dadurch selbst zur
größten Gefahr für den Libanon geworden, die oft
prognostizierte demokratische Integration der Islamisten ist vollkommen
gescheitert, und der nächste Krieg mit Israel mit noch viel
größeren Verwüstungen als 2006 wird nicht zuletzt durch
die Krise um das iranische Atomprogramm immer wahrscheinlicher.
Jonathan Weckerle ist Politikwissenschaftler und Autor aus Berlin. Er ist
Sprecher der Kampagne STOP THE BOMB, Mitglied im Mideast Freedom Forum
Berlin und schreibt u.a. für Konkret, Jungle World, Tagesspiegel,
Iz3W und Phase2.
Die Revolte der Enthemmten - Konferenz der Redaktion Bahamas am 25./26.05. in Berlin. [mehr]
Israeltag 2012 - Mo., 14.04., 13.00 - 18.30 Uhr am Börsenplatz 4 in Frankfurt a. M. [mehr]
"Frieden durch Sicherheit -
Sicherheit durch Frieden" - 2. Deutscher Israel-Kongress
im Congress Center, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt a. M. am
22./23.10.11. [mehr]
"Die Kunst
der Freiheit. Autonomie und Engagement nach Sartre und
Adorno" -
Konferenz der
Sonntagsgesellschaft im Institut
Francais de Vienne und der Volkshochschule Hietzing in Wien vom
30.09.-02.10.11.[mehr]
"Ein
denkwürdiger Geburtstag: Gilad wird 25" -
Kundgebung der Pro-Israel-Initiative "Never again" auf dem
Maria-Rubens-Platz in Siegen am So., 28.08.11, 15 Uhr.[mehr]
"Die
Bedeutung des Staates Israel für die jüdische
Diaspora" -
Vortrag von Dr. Shear-Yashuv aus Jerusalem am IG Farben Campus der
Universität Frankfurt, Hörsaalzentrum HZ
4, Mo., 27.06.11,
20 Uhr.
Veranstaltung der Zionistischen Organisation Frankfurt mit
Unterstützung der Initiative Studierender am IG Farben Campus
und
der Prozionistischen Linken Frankfurt. Israel-Tag
2011 -
Fest der DIG Frankfurt auf dem
Rossmarkt in Frankfurt am Di., 10.05.11, ab 12 Uhr.[mehr]
"Keine
Geschäfte mit den iranischen Mullahs"-
Kundgebung der Initiative "Never again" und der Kampagne "Stop the
bomb" vor der Firma Bergrohr in der Siegstraße 70 in
Siegen-Weidenau am Sa., 22.01.11, 14 Uhr.[mehr] "Auf den
Abi gekommen" -
Floris Biskamp auf der Achse des Guten zu einer Veranstaltung der GEW
am 25.11.10. mit Abraham Melzer in Frankfurt, 24.11.10.[mehr]
"Die
Schande des 09.11. in Frankfurt" - Ein Teilnehmer
berichtet, Henryk M. Broder antwortet. Text auf die Jüdische
vom 11.11.10.[mehr]
"Selbstgespräch mit
Kronzeuge" -
Text von Lizas Welt zur Einladung von Alfred Grosser
als Redner zur Gedenkveranstaltung zum 9.
November in die Frankfurter Paulskirche, 06.11.10. [mehr]
"Freidenker auf Linie" -
Claudio Casula auf dem Blog Spirit of Entebbe zum offenen Brief des
Deutschen Freidenker Verbandes an die Teilnehmer des Israelkongresses,
25.11.10. [mehr]
Presse über den Israelkongress.[mehr] So., 31.10.10, 12 Uhr: 1.
Deutscher Israelkongress. Ort: Saalbau Titus-Forum,
Walter-Möller-Platz 2, Frankfurt. [mehr]
Eight year of Wiesenthal Center
chasing hate from Frankfurt book fair. [more]
"Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten
erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit." Artikel aus
der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10.[mehr]
Do., 29.07.10, 13.30
Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort:
Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der
Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]
Solidarität
mit Israel - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille." Artikel aus der
Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom 24.06.10.[mehr]
Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der
deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und
die Islamische Republik Iran - Vortrag von
Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity
organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI,
Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]
Sa.,
19.06.10, 19 Uhr: "Nichts gelernt und nichts vergessen - Geschichte und
Zukunft des Antizionismus in Deutschland" Vortrag und
Diskussion
mit Joachim Bruhn (Initiative
Sozialistisches Forum) im Institut
für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130,
Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist
keine Kreuzfahrt"
Irgendwann
zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels
verliert
der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine
Antisemiten
mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum
historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der
Deutschen.
Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den
prinzipiellen
Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der
erpreßten Versöhnung. So
findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder
antizionistisch
ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem
manischen
Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers
gesammelt
vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das
seitdem
abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum
und seinen
Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür
immer wieder aufs Neue im
deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in
sich aufhebende
Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv,
das in erlogener
präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß
"die Völker Europas wieder
nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und
Finanzverschwörer
angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten
(BRD), die
genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den
Antizionisten
(DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu
hassen,
unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen
Souveränität wiederhergestellt, die es
möglich machen, Hitlers Testament doch
noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung,
Überbietung und
restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der
Rechtsnachfolger
rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn
erst der Tag, an dem
es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals
gegeben haben wird, wird der
Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So
trifft
das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus
dem Verhältnis
der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es
ist
diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts
materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang
sich breitmacht. –
Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der
Initiative
Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten.
Israel
und die linksdeutsche Ideologie"
So., 13.06.10, 14
Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und
Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz
mit anschließender Demonstration durch die Kölner
Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt
organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren
werden. Interessierte wenden sich bitte
an: mailto@jg-ffm.de [mehr]
Sa.,
12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber
von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel !
- Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz,
Berlin-Mitte. [mehr]
Studieren
nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:Veranstaltungsreihe
der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]
Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa - Vortrag
von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt
und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim,
Schwälmer Str.
28 in Frankfurt a. M. [mehr]
Fr., 14.05.10, 11 - 17 Uhr:
Israel-Tag - Feier
von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten,
Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum
Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache
in
Frankfurt a. M. [mehr]
Mo.,
26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel - Filmvorführung
des Claude Lanzmann Filmes
durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in
Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut
im
Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni
Frankfurt. [mehr]
Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism! -
Diskussionsveranstaltung
der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh
(Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im
Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]