Zehn
Jahre nach dem Angriff auf das World Trade Center in New York ist es Zeit für
eine Rückschau: Wie einschneidend war dieser »Angriff auf die gesamte westliche
Welt«? Das Ereignis war so außerordentlich, dass es eine Qualität bekommen hat
wie sonst nur etwa die Ermordung John F. Kennedys. Es veränderte nicht nur die
politische und militärische Situation in der Welt, sondern hat sich tief in das
Bewusstsein unserer Gesellschaft eingegraben. Die Autorinnen und Autoren der
Beiträge in diesem Band geben dem Ausdruck. Subjektiv durchwirkte Reflexionen
und Berichte, Träume und Albträume, Bilder und Glossen reagieren auf den elften
September 2001 und das, was er ausgelöst hat. Die historische
Auseinandersetzung hat heute, gerade nach der Tötung Osama Bin Ladens, erst
begonnen.
Der
Offenbarungseid (nicht nur) der Linken - Ein
Resümee, zehn Jahre nach 9/11 "Mir ist erst durch 9/11 wirklich
bewusst geworden, was Antiamerikanismus bedeutet und wie prägend er für eine
Linke ist, die in ihrer ‚antiimperialistischen’ Abneigung gegenüber den USA
bisweilen nicht einmal vor der Annäherung an Islamisten zurückschreckt – getreu
dem Leitsatz ‚Der Feind meines Feindes ist mein Freund’ –, obwohl sie dadurch
genau jene Versprechungen von Glück und Freiheit verrät, die sie sich doch
eigentlich auf ihre Fahnen geschrieben hat. Aus einer vermeintlich
fortschrittlichen Gesinnung heraus wird so ziemlich alles, was die Vereinigten
Staaten tun und lassen, mit unheilbar gutem Gewissen verworfen, verurteilt und
verdammt. Widerfährt den Amerikanern Unheilvolles, dann haben sie es sich
redlich verdient, weil sie es selbst verursacht haben – immer. Die
Argumentation geriert sich dabei als Ausweis von Vernunft, die Kritik gibt sich
als Einsicht in die Notwendigkeit aus. Doch schon die außergewöhnliche Verve,
mit der die Anklagen gegen Amerika präsentiert werden, und die bizarre
Besessenheit, mit der das Gros der Linken sich auf die USA stürzt, verraten das
Ressentiment, das dem stets von vornherein feststehenden Urteil über ‚die Amis’
innewohnt. Dieses Ressentiment – das auch Islamisten, Sozialdemokraten, Grüne,
deutsche Liberale und die Rechten auszeichnet – bringt politische Strömungen
zusammen, die sonst mehr teilt als eint; es ist sinn- und
gemeinschaftsstiftend, nicht zuletzt mit Blick auf die deutsche Geschichte.“
(Auszug aus dem Beitrag von Alex Feuerherdt für das im Conte-Verlag erschienene
Buch „Mein Elfter September“)
Alex
Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Publizist. Er lebt in Köln und schreibt
schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die
Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.
Adornos
Geburtstag
Feierabend.
Am 11. September 2001 fährt ein Werbetexter mit dem Auto von Hannover aufs Dorf
nach Hause. Gut 60 Kilometer, auf denen man Radio hören und sich allerlei
Gedanken machen kann. Am 11. September 1903 wurde Theodor Ludwig
Wiesengrund-Adorno in Frankfurt am Main geboren. Katholisch getauft mit
jüdischem Großvater und assimiliertem Vater.
Jörg W.
Gronius, 1952 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaften und arbeitete
als Dramaturg und Regisseur. Gronius schreibt Texte über und für das Theater,
vor allem Dramen und Libretti. 2002 erschien die Kurzgeschichtensammlung „Das
Wunder“,2003 die Gedichtsammlung
„Beckfeld“. Für die autobiographisch motivierte Romantrilogie „Ein Stück
Malheur“ (2000), „Der Junior“ (2005) und „Plötzlich ging alles ganz schnell“
(2007) erhielt er den Ben-Witter-Preis.
Einst
für ihren naiven Geist gepriesen oder geschmäht, gilt Else Lasker-Schüler heute
als Zeitgenossin in fast jeder Hinsicht. Demgegenüber zeigt die vorliegende
Studie, dass der radikale Impuls ihres Œuvres nur erfasst werden kann, wenn die
vermeintlich trivialen Gehalte ernst genommen werden, die ihrem Werk bis an die
Schwelle des Exils zugrunde liegen und sich als Ästhetik der Kolportage
beschreiben lassen. Lasker-Schülers Grundgestus einer polemischen Negation
bürgerlicher Hoch- wie populärer Massenkultur wird anhand ihrer Poetik der
Kindheit, der Kritik des Kindheitskults Peter Hilles, der Affinität zum
Dichtungskonzept Gustav Landauers, der Auffassung von Kitsch und Nonsenspoesie
sowie ihrer Poetik der Urbanität nachgezeichnet.
In
seiner "Berliner Kindheit um neunzehnhundert" sowie in der
"Einbahnstraße" beschreibt Walter Benjamin Erfahrungen bürgerlicher
Kindheit, die sich auf keine bürgerliche Pädagogik und keine romantische
Kindheitsideologie reduzieren lassen. Diese kreisen immer wieder um das Glück
einsamen Lesens und Spielens - Szenen einer Selbstvergessenheit, in der
Alleinsein nicht Privation, sondern Erfüllung bedeutet und die eine Sehnsucht
weckt, an die der Erwachsene sich nicht mehr erinnern darf, will er nicht der
universalen Lüge gewahr werden, auf der seine Existenz beruht. An solche
kindlichen Lese- und Spielszenen knüpft auch Else Lasker-Schüler an, die von
sich behauptet hat, ihre gesamte Dichtung sei im Grunde dem kindlichen
Knopfspiel entsprungen. Der Vortrag entfaltet diese Poetik der Kindheit bei
Lasker-Schüler in Rekurs auf Benjamin, aber auch in Absetzung zu damaligen
pädagogischen und psychologischen Diskussionen über Kindheit.
Magnus
Klaue hat sich mit der Arbeit "Poetischer Enthusiasmus. Else
Lasker-Schülers Ästhetik der Kolportage" an der FU Berlin promoviert und
lebt derzeit als freier Autor in Berlin.
“Nie wieder Deutschland!”
– Unter diesem Motto mobilisierte die außerparlamentarische Linke im Mai 1990
nahezu strömungsübergreifend auf den Frankfurter Opernplatz, um gegen die
Wiedervereinigung zu demonstrieren. Als wenige Monate später der Zweite
Golfkrieg begann, war diese ungewohnte Harmonie vorbei. Eine Minderheit
solidarisierte sich unter Verweis auf die Bedrohung Israels durch irakische
Scud-Raketen mit den alliierten Truppen am Golf; die Mehrheit versuchte die
Gewißheiten, die sie durch den Untergang des Ostblocks verloren hatte, durch
die Parteinahme für das Baath-Regime zu retten. In den Monaten zwischen dem
Fall der Mauer und dem Zweiten Golfkrieg verloren nicht nur die dominanten
innerlinken Abgrenzungsbedürfnisse des 20. Jahrhunderts ihre zentrale
Bedeutung. Es wurden zugleich die Grundlagen der Auseinandersetzungen gelegt,
die die außerparlamentarische Linke die nächsten zwanzig Jahre prägen sollten.
Veranstalter: Autonome Liste Café Kurzschlusz Unterstützer: AStA der FH Frankfurt
Di., 24.05., 20 Uhr,
I.G. Farben Campus der Universität Frankfurt, Hörsaalzentrum HZ 4, Grüneburgplatz 1: "Gegenaufklärung - Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der
Gesellschaft" - Buchvorstellung mit den Herausgebern Alex Gruber aus Wien
und Philip Lenhard aus München.
Die postmoderne
Philosophie ist nichts anderes als “das Nachleben des Nationalsozialismus in
der Demokratie” (Adorno). Weil der radikale Bruch mit dem Denken, das zu
Auschwitz führte, ausblieb, weil vielmehr bereits in den sechziger Jahren
gerade von links in vermeintlich tabubrecherischer Weise versucht wurde, die
nationalsozialistische Philosophie für scheinbar “emanzipatorische” Projekte
nutzbar zu machen, erscheint die deutsche Ideologie heute als links und
progressiv. Diese neueste deutsche Ideologie ist nicht nur eine philosophische
Strömung, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz. Die postmoderne Übung,
jede allgemeine Begriffsbestimmung als “logozentrisch” und jede Betrachtung der
Gesellschaft unter Vernunftkriterien als totalitär zu denunzieren, ist sowohl
Reflex der objektiven Unbrauchbarkeit der Welt unter den Verhältnissen
spätkapitalistischer Vergesellschaftung als auch der Versuch einer Sinnstiftung
ebendieser Verhältnisse. In seinem Kult der Unmittelbarkeit schließlich sucht
der Poststrukturalismus den Schulterschluß mit dem radikalen Islam und verrät
jede Idee von Versöhnung.
Veranstalter: Prozionistische Linke Frankfurt Unterstützer:
Honestly-Concerned, Initiative Studierender am IG Farben Campus, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen
und Zionistische Organisation Frankfurt
Buch
& Kritik 2010
Veranstaltungen zur Buchmesse in Frankfurt am Main
Hätte
das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus
Europa,
Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten,
und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht,
mit ihm
zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl
nicht
mehr existieren. Als eines der maßgeblichen
Schwellenländer
und eine regionale Großmacht war die “Islamische
Republik
Iran" in den letzten 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der globalen
Machtstruktur, dem von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit
Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet
wurde.
“Iran
im Weltsystem" analysiert neben Perspektiven der neu konstituierten
iranischen Freiheitsbewegung und dem aktuellen Stand des
Nuklearprogramms die globale Bündnispolitik des iranischen
Regimes. Die Beiträge beschreiben die europäische,
russische
und US-amerikanische Iran-Politik, thematisieren die Bedrohung Israels,
skizzieren die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen Österreichs,
Deutschlands und der Schweiz zum Iran und beleuchten die
Bündnispolitik des Regimes in Asien, Afrika und Lateinamerika.
Die
Begeisterung von Neonazis für das iranische Regime wird ebenso
unter die Lupe genommen wie die Bewunderung für das iranische
Kino.
Es
war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich im
Juni 2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand, ja, eine
demokratische Revolutionsbewegung: Millionen haben gründlich
die
Nase voll von den Mullahs. Das gute Leben und die Freiheit. Die zwei
uneingelösten Glücksversprechen der
bürgerlichen
Revolution waren damit auf die Tagesordnung gekommen. Nicht etwa in
Europa, sondern in den Straßen des Iran. In Europa und den
USA
dachte man jedoch noch nicht einmal daran, diesen Aufstand zu
unterstützen, man beließ es bei Lippenbekenntnissen.
Aber
auch in Europa gehören die uneingelösten
Glücksversprechen auf die Tagesordnung.
Freiheit und ein gutes Leben gibt es nirgendwo umsonst.
“Verratene Freiheit” ist ein Buch über die
Freiheit
und den westlichen Verrat an ihr; ein Plädoyer von Autorinnen
und
Autoren aus Europa, dem Iran und den USA für einenneuen
Säkularismus und gegen den »Sozialismus des 21.
Jahrhunderts«.
Nachdem
1956 sowjetische Panzer den Aufstand gegen das staatskapitalistische
Regime in Ungarn niedergeschlagen haben, entsteht aus dem Protest
dagegen im Westen eine „Neue Linke“, die sich
explizit
gegen Stalinismus und Sozialdemokratie wendet. Diese sich zuerst in den
USA, Frankreich und Großbritannien entwickelnde
Strömung
entdeckt dabei auch die dissidenten Traditionen der
ArbeiterInnenbewegung, vom Rätekommunismus bis zum westlichen
Marxismus, wieder.
Die
Besonderheit der Neuen Linken in der Bundesrepublik ist dabei ihr
starker Bezug auf die Kritische Theorie. Durch die
antiautoritäre
Studentenbewegung der Sechziger Jahre kommt diese in Deutschland zum
ersten Mal praktisch zur Geltung. An Adorno, Horkheimer und Marcuse
orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl,
Frank
Bökelmann u. a. schaffen es Mitte der sechziger Jahre
kurzzeitig
im heterogen „Sozialistischen Deutschen
Studentenbund“
(SDS) die Oberhand zu gewinnen und die dort ebenfalls stark
vertretene
traditionslinke Strömung zurückzudrängen.
Doch
dieser erfreuliche Zustand ist nur von kurzer Dauer, denn schon auf dem
Höhepunkt der studentischen Proteste entstehen aus der
antiautoritären Bewegung heraus neoleninistische
Strömungen,
die die Kritische Theorie als vermeintlich
„kleinbürgerlich“ zurückweisen.
Diese Entwicklung
fällt zeitlich zusammen mit einerseits erkennbaren Niederlagen
der
Bewegung, so verabschiedet etwa der Bundestag die Notstandsgesetze und
andererseits einer deutlichen personellen Ausweitung der Proteste. Die
bis dato überschaubare antiautoritären Gruppen
stoßen
erkennbar an ihren Grenzen. Die folgende „schlechte Aufhebung
der
antiautoritären Bewegung“ und die Konstitution der
Mao-stalinistischen K-Gruppen bedeutet dann die endgültige
Abkehr
eines großen Teils der Protestbewegung von der Kritischen
Theorie
und den von ihnen selbst bis vor kurzen vertretenen Positionen. Aus der
antiautoritären Bewegung entwickeln sich autoritäre
Kaderorganisationen, die sämtliche emanzipatorischen
Errungenschaften der Revolte in ihr Gegenteil verkehren.
Solidarität
mit Israel - Antisemitismus
ist keine Abenteuer-Kreuzfahrt!
-
Demonstration gegen das Bündnis aus Rechtsradikalen,
Linken und Islamisten –
So., 20.06.10, 13 Uhr: Beginn
der Demonstration auf der Berger Straße (U-Bahn-Station
Bornheim-Mitte)
Antisemiten
drängt es zur
konformistischen Revolte. Der Versuch, die Blockade des
Küstenstreifens vor Gaza
zu hintertreiben, der am 31. Mai von der israelischen Armee beendet
wurde, war
als symbolischer Sieg konzipiert, als „ein gestatteter,
vielmehr ein gebotener
Exzess, ein feierlicher Durchbruch eines Verbotes.“ (Freud)
Was Rechte, Linke
und Moslems in sechs Schiffen, von denen jedes einzelne als
Miniaturausgabe des
internationalen antisemitischen Gruselbündnisses betrachtet
werden kann, ins
Mittelmeer trieb, war die Lust am Ausnahmezustand, den man durch die
feierliche
Verletzung der israelischen Schutzzone herbeizuführen
trachtete, um sich als
Opfer zu inszenieren und die Weltöffentlichkeit gegen Israel
aufzuwiegeln.
Nichts anderes war das Ziel der Flotte nach Gaza und hierfür
war man zu allem
bereit.
Der
Wahn, der zur
antizionistischen Aktion drängt, ist nicht ohne
Kalkül. Diejenigen, die den
Schiffskonvoi gegen Israel zu verantworten haben, wussten, dass die
israelische
Armee den Einfall nicht würde dulden können und haben
die Eskalation gesucht.
Daraus, dass die humanitäre Hilfe für die Menschen in
Gaza lediglich als
Vorwand diente, machen die Beteiligten folglich keinen Hehl. Kurz
nachdem
einige ihrer Parteigenossen mit noch halb nassen Trekkingsandalen die
opfergemäße Variante des Frontberichts in die Welt
zürnten, brachte die
friedenspolitische Sprecherin der Partei die Linke, Christine Buchholz,
die
Absicht der antizionistischen Aktion auf den Punkt:
„Natürlich wußten alle
Beteiligten, daß es eine riskante Aktion ist. Die
»Free Gaza«-Bewegung hat
versucht, den politischen Preis hochzutreiben.“
Für
die Antizionisten
und Antizionistinnen stand der Erfolg der Aktion von Anfang an fest:
würden sie
Gaza erreichen, hätten sie einen Präzedenzfall
geschaffen; würden sie gestoppt,
würde Israel von allen Seiten dafür verurteilt
werden, gegen friedliche Demonstranten
militärisch vorzugehen. „Hitler hat
Konzentrationslager in Europa errichtet.
Jetzt errichtet der Zionismus Konzentrationslager in
Palästina. Daher wende ich
mich an Israel: bedenkt, wie ihr diese Krise richtig löst.
Wenn ihr unsere
Kampagne zu stoppen versucht, werdet ihr von der ganzen Welt isoliert.
Ihr
werdet euch nur selbst Schaden zufügen. Das sind
humanitäre Hilfsschiffe. Wir
haben nicht ein einziges Klappmesser an Bord”,
erläuterte der Chef der IHH,
Bülent Yildirim, im Hafen von Istanbul die Taktik. Auch der
Hamasführer Ismail
Hanyieh wusste um die vorteilhafte Situation: „Wenn die
Schiffe Gaza erreichen,
ist das ein Sieg – und wenn sie von den Zionisten
terrorisiert werden, ist das
ebenfalls ein Sieg.“
Während
der Islamismus
die Strategie bestimmt, kommt den linken Knechten die Aufgabe zu,
handfeste
Kriegsabsichten in den Jargon der Demokratie zu kleiden, dessen
schöner Schein
genauso durchsichtig ist wie der Schleier humanitärer Hilfe,
mit dem die
Aufgebrachten ihren Akt antizivilisatorischen Ungehorsams
notdürftig bedeckten.
Der Lohn im interkulturellen Austausch: ein Platz an Bord einer
Abenteuerkreuzfahrt, separierte Decks für Frauen inklusive.
Wie es in diesen
Linken tickt, konnte man in einem Beitrag der Sendung „Report
Mainz“ vom
07.06.2010 bestaunen. Drei besonders finstere Gestalten der
Linkspartei, von
denen zwei im Deutschen Bundestag vertreten sind, demonstrierten darin
den
absonderlichen ästhetischen und seelischen Zustand
antiisraelischer Linker.
Was
den Islam und die
Linke außer der Tatsache, dass ihre Darbietungen ausnahmslos
hässliche
Erscheinungen sind, miteinander verbindet, ist die
kollektivnarzisstische
Disposition dieser beiden Opfergemeinschaften. Das
Gekränktsein der Linken ist
evident: es gibt kein einziges Projekt, das sie nicht politisch und
moralisch
in den Sand gesetzt haben. Ihre Einfühlung in die reine
Opferideologie, den
Islam, wird durch den eigenen Bankrott begünstigt und
manifestiert sich in
einer Praxis, die zeigt, dass Lustgewinn, kurz: Abenteuerfeeling nur
mehr als
Destruktivität möglich ist, als
Antietatismus der dummen Kerls, der sich
insbesondere am Staat der Juden ausagiert.
Kern
der
konformistischen Revolte ist das Selbstopfer im autoritären
Kollektiv.
Mitglieder einer der autoritärsten Gesellschaften der Welt,
der Türkei, eignen
sich ganz offensichtlich in besonderer Weise für den globalen
Kampf gegen
Israel. Die türkischen Schiffsgenossen mussten nicht, sie
wollten sterben. Von
mindestens drei der neun Opfer der israelischen Militäraktion
vor der Küste
Gazas ist bekannt, dass sie ihr Testament verfassten, bevor sie mit der
Marvi
Marmara in See stachen. Über Ali Ekber Yaratilmis, einen
türkischen
Spendensammler für die IHH, der bei dem Einsatz der
israelischen Marine ums
Leben kam, wusste ein Freund zu berichten: „Er widmete sein
Leben der
Wohltätigkeitsarbeit. Das ist der Grund, warum er nach Gaza
ging. Er wollte
schon immer ein Märtyrer werden.”
Was
die Lage bedrohlich
werden lässt, ist, dass in den europäischen Zeitungen
der eine so schreibt, wie
der andere, dass immer wieder klar ist, wer Schuld hat und die
Berichterstattung zum „Nahen Osten“ ein ums andere
mal nichts anderes ist, als
die Anstiftung zur nächsten Attacke gegen Israel. Im
Spiegel-Jargon heißt das
dann: „Selten war die internationale Empörung
über Israel so groß.“ Ein Blick
in die Tageszeitungen nach der israelischen Erstürmung des
Schiffes verrät das
ganze Ausmaß der ideologisierten Geistlosigkeit und
Lügenhaftigkeit der so
genannten Welt-Öffentlichkeit. Erschreckend ist die Unbildung
im Umgang mit der
Berichterstattung. Kaum jemand hat sich daran gestört, dass
nicht einmal die
Fakten auf den Tisch gekommen sind. Die Faktenresistenz und
Realitätsverleugnung, mit der in deutschen Medien gegen Israel
Stellung bezogen
wird, ist nur ein anderer Ausdruck des antizionistischen Konsenses, in
dessen
Mitte sich todesmutige Gotteskrieger und linke friedensbewegte
Ideologen die
Hand reichen.
Inzwischen
macht sich im
Übrigen eine weitere “Hilfsorganisation”
auf den Weg nach Gaza: der iranische
rote Halbmond will zwei mit Hilfsgütern beladene Schiffe,
eskortiert von den
paramilitärischen Pasdaran, Richtung Gaza entsenden. Derweil
trifft sich Tayyip
Erdogan mit Mahmud Ahmadinejad, um über „das
Verhältnis der islamischen Staaten
zu Israel“ zu sprechen und Möglichkeiten zu
erörtern, aktiv gegen die
Gaza-Blockade vorzugehen. Die Reihen der Feinde Israels
schließen sich.
Sie zumindest allesamt als das kenntlich zu machen, was sie sind:
Kriegstreiber
und potentielle Mörder, die sich hinter dem Ruf nach Frieden
verschanzen; zu
diesem Zwecke findet heute dieseeine
Demonstration für Israel statt, die vor allem eine
Demonstration gegen das
antisemitische Bündnis, das von der Linkspartei bis zur Hamas
reicht, sein
soll.
"Frieden durch Sicherheit - Sicherheit durch Frieden" - 2. Deutscher Israel-Kongress im Congress Center, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt a. M. am 22./23.10.11. [mehr]
"Die Kunst der Freiheit. Autonomie und Engagement nach Sartre und Adorno" - Konferenz der Sonntagsgesellschaft im Institut Francais de Vienne und der Volkshochschule Hietzing in Wien vom 30.09.-02.10.11. [mehr]
"Ein denkwürdiger Geburtstag: Gilad wird 25" - Kundgebung der Pro-Israel-Initiative "Never again" auf dem Maria-Rubens-Platz in Siegen am So., 28.08.11, 15 Uhr. [mehr]
"Die Bedeutung des Staates Israel für die jüdische Diaspora" -
Vortrag von Dr. Shear-Yashuv aus Jerusalem am IG Farben Campus der
Universität Frankfurt, Hörsaalzentrum HZ 4, Mo., 27.06.11,
20 Uhr.
Veranstaltung der Zionistischen Organisation Frankfurt mit
Unterstützung der Initiative Studierender am IG Farben Campus und
der Prozionistischen Linken Frankfurt.
Israel-Tag 2011 - Fest der DIG Frankfurt auf dem Rossmarkt in Frankfurt am Di., 10.05.11, ab 12 Uhr. [mehr]
"Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs" -
Kundgebung der Initiative "Never again" und der Kampagne "Stop the
bomb" vor der Firma Bergrohr in der Siegstraße 70 in
Siegen-Weidenau am Sa., 22.01.11, 14 Uhr. [mehr]
"Auf den Abi gekommen" -
Floris Biskamp auf der Achse des Guten zu einer Veranstaltung der GEW
am 25.11.10. mit Abraham Melzer in Frankfurt, 24.11.10. [mehr]
"Die Schande des 09.11. in Frankfurt" - Ein Teilnehmer berichtet, Henryk M. Broder antwortet. Text auf die Jüdische vom 11.11.10. [mehr]
"Selbstgespräch mit Kronzeuge" -
Text von Lizas Welt zur Einladung von Alfred Grosser als Redner zur Gedenkveranstaltung zum 9.
November in die Frankfurter Paulskirche, 06.11.10. [mehr]
"Freidenker auf Linie" -
Claudio Casula auf dem Blog Spirit of Entebbe zum offenen Brief des
Deutschen Freidenker Verbandes an die Teilnehmer des Israelkongresses,
25.11.10. [mehr]
Presse über den Israelkongress.[mehr] So., 31.10.10, 12 Uhr: 1.
Deutscher Israelkongress. Ort: Saalbau Titus-Forum,
Walter-Möller-Platz 2, Frankfurt. [mehr]
Eight year of Wiesenthal Center
chasing hate from Frankfurt book fair. [more]
"Solidarität für Gaza-Gefangene. Pro-Israel-Aktivisten
erinnern an das Schicksal von Gilad Shalit." Artikel aus
der Frankfurter Rundschau vom 02.09.10.[mehr]
Do., 29.07.10, 13.30
Uhr: Demonstration für Gilad Shalit! Ort:
Vor den Büros des Internationalen Roten Kreuzes in der
Mendelsohnstraße 78 in Frankfurt. [mehr]
Solidarität
mit Israel - Linke Gruppen demonstrieren gegen die Gaza-Flottille." Artikel aus der
Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom 24.06.10.[mehr]
Di., 29.06.10, 20 Uhr: Der
deutsch-europäische Antiimperialismus, die "Junge Welt" und
die Islamische Republik Iran - Vortrag von
Danyal (Hamburg) vom Blog Cosmoproletarian Solidarity
organisiert von der Antideutschen Koalition Rhein/Main im IvI,
Kettenhofweg 130, Frankfurt. [mehr]
Sa.,
19.06.10, 19 Uhr: "Nichts gelernt und nichts vergessen - Geschichte und
Zukunft des Antizionismus in Deutschland" Vortrag und
Diskussion
mit Joachim Bruhn (Initiative
Sozialistisches Forum) im Institut
für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130,
Frankfurt am Vorabend der Demonstration "Antisemitismus ist
keine Kreuzfahrt"
Irgendwann
zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels
verliert
der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine
Antisemiten
mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum
historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der
Deutschen.
Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den
prinzipiellen
Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der
erpreßten Versöhnung. So
findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder
antizionistisch
ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem
manischen
Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers
gesammelt
vorliegt. Es ist sein "Politisches Testament" vom 29. April 1945, das
seitdem
abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem "internationalen Judentum
und seinen
Helfern" den totalen Krieg zu erklären und dafür
immer wieder aufs Neue im
deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in
sich aufhebende
Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv,
das in erlogener
präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß
"die Völker Europas wieder
nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und
Finanzverschwörer
angesehen werden". 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten
(BRD), die
genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den
Antizionisten
(DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der "Zionisten" zu
hassen,
unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen
Souveränität wiederhergestellt, die es
möglich machen, Hitlers Testament doch
noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung,
Überbietung und
restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der
Rechtsnachfolger
rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn
erst der Tag, an dem
es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals
gegeben haben wird, wird der
Tag der vollendeten "Deutschen Revolution" (Goebbels) gewesen sein. So
trifft
das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus
dem Verhältnis
der Deutschen zu Hitler zog: "Nichts gelernt und nichts vergessen." Es
ist
diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts
materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang
sich breitmacht. –
Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der
Initiative
Sozialistisches Forum "Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten.
Israel
und die linksdeutsche Ideologie"
So., 13.06.10, 14
Uhr: Fairplay für Israel! - Für Wahrheit und
Solidarität!
- Kundgebung auf dem Roncalliplatz
mit anschließender Demonstration durch die Kölner
Innenstadt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt
organisiert Busse, die um ca. 11.30 Uhr in Frankfurt losfahren
werden. Interessierte wenden sich bitte
an: mailto@jg-ffm.de [mehr]
Sa.,
12.06.10, 14 Uhr: Gegen das Bündnis der Kriegstreiber
von Linkspartei und Hamas! - Solidarität mit Israel !
- Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, Rosa-Luxemburg-Platz,
Berlin-Mitte. [mehr]
Studieren
nach Auschwitz - Universität und Nationalsozialismus:Veranstaltungsreihe
der Initiative Studierender am IG Farben Campus. [mehr]
Di., 18.05.10, 19 Uhr:
Zeit zum Handeln - die iranische Bedrohung, Israel und Europa - Vortrag
von Jörg Rensmann (Berlin) organisiert von der DIG Frankfurt
und Honestly-Concerned im Saalbau Bockenheim,
Schwälmer Str.
28 in Frankfurt a. M. [mehr]
Fr., 14.05.10, 11 - 17 Uhr:
Israel-Tag - Feier
von DIG, Honestly-Concerned, Junge Zionisten,
Maccabi, Vereinte Israelaktion und WIZO zum
Unabhängigkeitstag des Staates Israel auf der Konstablerwache
in
Frankfurt a. M. [mehr]
Mo.,
26.04.10, 19.30 Uhr:
Pourquoi Israel - Filmvorführung
des Claude Lanzmann Filmes
durch das AntiFaRaDis-Referat des AStA der Uni Frankfurt in
Zusammenarbeit mit dem Café KoZ und dem Fritz-Bauer-Institut
im
Café KoZ/Festsaal im Studierendenhaus der Uni
Frankfurt. [mehr]
Di., 23.02.10, 19 Uhr:
Down with Islamic Fascism! -
Diskussionsveranstaltung
der Antideutschen Koalition Rhein/Main mit Fathiyeh Naghibzadeh
(Berlin) und Jörg Finkenberger (Würzburg) im
Café 1 der FH Frankfurt. [mehr]
"Der
Professor und sein Prophet"
- Text von Henryk M. Broder zu Micha Brumlik und Avraham Burg,
15.11.09 [mehr]
"Hitler
hat
gewonnen" - Text der Gruppe
Morgenthau zur
Veranstaltung vom Fritz Bauer-Institut mit Avraham Burg, 05.11.09 [mehr]
"Wann ist
ein Jude Semit?" - Um den vor sich
hin dümpelnden Club Voltaire in Frankfurt entwickelt sich ein
kleiner Skandal, Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken,
08.10.09 [mehr]
"Der Sound
des deutschen Schweinestalls" -
Text der Antideutschen Koalition Rhein/Main, 01.08.09[mehr]
"Worte
ohne Antifa" -
Text
der Gruppe Morgenthau, 23.07.09[mehr]
Mi.,
01.07.09: "Zusammenstoß der Zivilisationen - Iran und die
westliche Welt
zwischen 1978 und 2007" Zwei Veranstaltungen mit
Dr. Ronen Bergman, israelischer
Journalist und Buchautor von "The Secret War with
Iran": Um 14
Uhr Gespräch im Haus der ZJD,
Falkensteiner Str. 1 organisiert vom Jüdischen Jugend- und
Studentenverband
Hessen und der Prozionistischen Linken Frankfurt und um 19 Uhr
Vortrag im
Saalbau Bornheim, Arnsburger Str. 24 organisiert von der Initiative
Honestly-Concerned und der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der DIG.
Do.,
07.05.09, von 11 bis 18 Uhr: Infostand zum Yom Haatzmaut, dem
israelischen Unabhängigkeitstag, auf der Frankfurter
Zeil (am westlichen Ausgang
der U-Bahn - Station
Konstablerwache). Offizielles Thema für den
diesjährigen
Israel-Tag ist der 100. Geburtstag Tel Avivs,
der Partnerstadt Frankfurts. Veranstalter ist die
Frankfurter
Arbeitsgemeinschaft der DIG.
RALLY
AT
DURBAN II IN SUPPORT OF ISRAEL “Israel
Wants Peace” - Geneva, Wednesday, 22 April 2009 [more]
"Emanzipation
in der politischen Bildung - Theorien, Konzepte,
Möglichkeiten" -
Buchvorstellung mit Janne Mende und Stefan Müller am Mi.,
08.04.09, 20 Uhr, Café 1, Gebäude 1 der FH
Frankfurt. [mehr]
"Das
Schweigen brechen" -
Öffentliche Versammlung zur
Untersuchung
des
LaRouche-Netzwerks am Fr., 27.03.09, 11 Uhr,
Konferenzraum: Bach
des Crowne Plaza, Bahnhofstr.
10, Wiesbaden [mehr]